Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
985
HSH Nordbank

Mal wieder ein Bail-Out

Einmal mehr wird der deutsche Steuerzahler für die Verluste einer Bank aufkommen müssen.
Wieder einmal erweisen sich europäische Regeln als äußerst biegsam und geschmeidig. Auf die Haushalte von Hamburg und Schleswig-Holstein kommen demnächst ca. 10 Mrd. Euro an Haftungskosten zu. Hintergrund: Am Montag einigten sich EU-Kommission und die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein auf die Modalitäten bei der Restrukturierung der HSH Nordbank. Die Einigung sieht vor, dass die beiden Bundesländer der Krisenbank faule Kredite von bis zu 6,2 Mrd. Euro abnehmen dürfen. Außerdem soll die Bank in einen guten und in einen schlechten Teil aufgespalten werden. Während die Bad Bank auf Steuerzahlerkosten abgewickelt wird, soll der profitable Teil privatisiert werden – sollte es einen Käufer geben. Es wird kaum möglich sein, die Kreditportfolios (v. a. Schiffskredite) auf dem Markt zu veräußern. Davon sind verschiedene Experten überzeugt. Und selbst wenn die Papiere veräußert werden können, werden die Preise weit unterhalb ihres Nominalwertes liegen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, rechnet sogar mit Kosten von bis zu 20 Mrd. Euro. Er plädiert dafür, die Bank sofort abzuwickeln. Eine Abwicklung entspräche der vor gut einem Jahr verabschiedeten europäischen Bail-In-Regelung bei Bankpleiten. Sie sieht vor, dass vor dem Staat erst Gläubiger und Anteilseigner einer Bank zur Kasse gebeten werden. Nun könnte man argumentieren, dies sei bei einer Landesbank das Gleiche – doch dem ist im Fall der HSH nicht so. Denn neben den beiden Bundesländern und dem Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein gehören 9% der Bankanteile Trusts. Diese werden vom US-Finanzinvestor J.C. Flowers beraten – und offenbar nicht direkt an den Kosten beteiligt. Geschont werden auch die Anleihenbesitzer der Bank. Die Kurse der HSH-Bonds stiegen nach der Einigung folgerichtig von 70% ihres Nominalwerts auf über 90%.

Fazit: Auch wenn die HSH-Pleite noch aus der Ära vor dem Bail-In-Abkommen stammt, sehen wir doch unsere Einschätzung bestätigt, nach der der Steuerzahler weiterhin für systemrelevante Banken in Haftung genommen werden wird.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Liechtensteinische Landesbank AG, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Modern und flexibel

Die Liechtensteinische Landesbank konnte im Beratungsgespräch überzeugen. Copyright: Verlag FUCHSBRIEFE
Im konservativen Private Banking hat der Einsatz technischer Hilfsmittel noch immer Seltenheitswert. Bei der LLB treffen wir auf zwei junge, hochmotivierte Berater, die ihre Themen mithilfe von Powerpoint und Bildschirm gut zu veranschaulichen wissen. Auch ein digitales Tool zur Bestimmung des Anlegertyps zeigt, dass das Haus im digitalen Zeitalter angekommen ist. Im Beratungsprozess sehen wir kundenorientiertes und auf unsere Situation abgestimmtes Private Banking mit flexiblen Ideen zur Integration unserer verschiedenen Ziele. Hier würden wir unser Geld durchaus anlegen.
  • Fuchs plus
  • In aller Kürze

Eigentümerliste ohne Email

Verwalter von Wohnungsteigentümer-Gemeinschaften müssen auf Verlangen von Eigentümern bestimmte Daten herausgeben. Doch welche?
  • Fuchs plus
  • Windkraft - günstiger Abriss für Türme

Günstiger Abriss von Windkrafttürmen

Ein deutsches Unternehmen hat eine günstige Technik für den Abriss von Windkrafttürmen entwickelt. Die Arbeiten können dadurch von sechs bis acht Wochen auf wenige Tage verkürzt werden. Die Kosten sinken stark...
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Schweinpest in China bringt Marktverwerfungen weltweit

Hoffnung auf fette Gewinne mit magerem Schwein

In China wütet die Schweinepest. Copyright: Pixabay
China hat die Schweinpest. Und andere haben Schwein. Das können sie jetzt zu immer höheren Preisen nach China verkaufen. Denn die Nachfrage ist konstant hoch. Warum ein Einstieg jetzt günstig ist.
  • Fuchs plus
  • Vorgezogener Importstopp befürchtet

Der Nickelpreis ist vorerst ausgereizt

War das ein Tempo, mit dem der Preis für Nickel nach oben schoss. Doch jetzt stockt die Rally. Dabei droht aus Indonesien ein Ausfuhrstopp ....
  • Fuchs plus
  • Die Haltung der Bundestagsfraktionen zu Kryptogeld (2): Die Grünen

Kryptowährungen als inklusives Geld

Die Grünen haben ihr Image als Verbotspartei weg. Doch in Sachen Kryptowährung ist das Urteil fehl am Platz. Hier ist die Partei offen für Aaahs und Ooohs. Denn sie sehen einen besonderen Nutzen.
Zum Seitenanfang