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Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG: Wissenswertes TOPS 2020

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG – Eine knappe Entscheidung

Hauck und Aufhäuser haben uns umfassend Auskunft gegeben.
Hauck und Aufhäuser wurde 1796 gegründet. Die Bank gehört damit zu den ältesten noch existierenden deutschen Banken. Sie ist mit der Geschichte großer deutscher Konzerne wie der Metallgesellschaft oder Höchst verbunden. Die 2016 erfolgte Übernahme durch den undurchsichtigen chinesischen Mischkonzern Fosun ist inzwischen wieder in den Hintergrund gerückt. Nun gibt die Bank nach außen wieder ein solides Bild ab, wie es der traditionsreiche Name erwarten lässt.

Hauck & Aufhäuser gehört zu 99% zum chinesischen Mischkonzern Fosun. Dieser ist an vielen Banken und Versicherungen weltweit beteiligt. In China ist der Konzern auch in verschiedenen Industriebereichen tätig. In Deutschland gibt es fünf Filialen, in Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf, Köln.

Als Alleinstellungsmerkmal sieht die Bank die Eigenschaften einer Privatbank, besonders Tradition und Kundenfokussierung mit der Performanceorientierung einer Vermögensverwaltung. Die Bankable Assets under Management betragen 124 Mrd. Euro. 11 Mrd. Euro entfallen dabei auf Private Banking Kunden.

Ein offizielles Rating für Hauck & Aufhäuser gibt es nicht. Weil die Bank keine Anleihen begibt, ist dies auch nicht nötig. Fosun verfügt über folgende Ratings: BB von Standard Poor's, Moodys Ba2. Ratings, die nicht glänzend sind, aber im oberen Mittelfeld liegen.

Wichtigste Geschäftsbereiche der Bank sind Vermögensmanagement für private und institutionelle Investoren, Vermögensverwaltung, das Publikumsfondsgeschäft und Anlageberatung. Dazu gehören auch das Stiftungsmanagement bzw. Stiftungsservices, Family Office, Custody Services, Nachfolgeplanung, Immobilienberatung und M&A-Beratung.
Nach MiFID II ist die Bank ein abhängiger Berater.

Anbieter für europäische Kunden – Schwerpunkt in Deutschland

Hauck & Aufhäuser sieht sich als Anbieter für Kunden aus ganz Europa. Deutschland ist der wichtigste Markt mit etwa 90% der Kunden. Weitere Vertretungen gibt es in Luxemburg und der Schweiz. Die Zahl der Kunden aus dem europäischen Ausland und, durch die Muttergesellschaft Fosun auch aus China, nehmen zu.

Digitale Vermögensverwaltung im Angebot

Eine Fondsvermögensverwaltung ist ab 250.000 Euro möglich. Die Grenze für Vermögensverwaltung auf Einzeltitelbasis, eine Mio. Euro, kann bei Familienverbünden und Potenzialkunden auch darunter liegen. Neben der individuellen Vermögensverwaltung bietet die Bank eine digitale Vermögensverwaltung (Zeedin) an. Hier wird ab 50.000 Euro ein diversifiziertes Vermögensmanagement angeboten, das auf persönlicher Ausgangssituation, Renditeerwartung und Risikobereitschaft beruht.

Dass Banken alle gesetzlichen Restriktionen als Hinderungsgrund für eine Kundenbeziehung nennen, ist so üblich. Hauck & Aufhäuser nennt zusätzlich im individuellen Einzelfall moralische Restriktionen, ohne diesen Punkt näher auszuführen.

Ein Berater für 50 Kunden

Ein Berater ist üblicherweise für die Beratung von 50 Kunden zuständig. Vermögensgröße und Komplexität des Vermögens spielen dabei beide eine Rolle. Das ist im Marktvergleich ein eher geringer Wert für eine Privatbank dieser Größenordnung.

Bei abrupt fallenden Märkten werden Kunden in Telefonkonferenzen des Chief Investment Officers der Bank informiert. Außerdem werden ad hoc Marktkommentare oder Kundenbriefe versandt. Dazu ist bei jedem Portfolio eine regulatorische Verlustschwelle hinterlegt, ab der der Kunde informiert wird.

Hauck & Aufhäuser ist es gelungen, besonders vermögende Kunden anzuziehen. Nur 20% haben ein Vermögen zwischen 250 .000 bis 500.000 Euro. 26% haben bis zu einer Mio. 28% bis 2,5 Mio., 12% bis fünf Mio. Euro und 6% mehr als das.

Eigenes Aktienresearch

Die Bank analysiert veröffentlichte Unternehmensberichte und Jahresabschlüsse, Gespräche mit dem Management und mit anderen Analysten, Unternehmenskonferenzen, Finanzdatenbanken, Brokerresearch und Branchenliteratur. Bei Aktien arbeitet die Bank mit einem von ihr nicht genannten Analysehaus zusammen. Dessen Studien werden im eigenen Haus regelmäßig überprüft.

Ein eigenes Aktienresearch überprüft eine wechselnde Anzahl von Aktien, die sich nach aktuellen Investmentthemen richtet. Dabei handelt es sich um klassisches Buy-Side-Research. Schwerpunkt bilden europäische Aktien und teilweise die USA, dazu werden einzelne asiatische Werte beobachtet.

Ethikresearch in der Schweiz

In der Schweiz wird ein eigenes Ethikresearch betrieben. Die dafür benötigten Daten sind teilweise öffentlich. Teilweise basieren sie auf einem durch die Inrate S.A. erhobenen Fragebogen. Eine dritte Quelle ist die Datenbank von Global Engagement Services. Das Ethik-Komitee der Bank besteht aus sechs Wissenschaftlern aus Finanzwissenschaft, Theologie, Wirtschaftsethik, Medizin und anderen Bereichen. Diese nehmen monatlich Bewertungen vor.

Taktische Asset Allokation jeden Monat festgesetzt

Der Anlageprozess beginnt mit der Vermögensstrukturanalyse. Dabei wird für den Kunden die optimale Vermögensstruktur erarbeitet. Ausgangspunkt ist die permanente Analyse der globalen Finanzmärkte. Die Gewichtung der Assetklassen und die strategische Asset Allocation können vom Kunden vorgegeben werden.

Auf Basis eines quantitativen Modells wird monatlich, teilweise auch kürzer, eine taktische Asset Allokation festgelegt. Diese weicht in der Regel weit von den strategischen Quoten des Kunden ab. Inputparameter sind Volatilität, Momentum sowie Makroindikatoren.

Das Ausmaß der Abweichung hängt von der qualitativen Einschätzung der Märkte ab. Die Marktsicht wird vom alle zwei Wochen tagenden Asset Allokation Ausschuss entwickelt und umgesetzt. Dabei werden Musterportfolien für die einzelnen Assetklassen entwickelt. Der Ausschuss legt auch die taktische Anlagestrategie im Bereich Zinsen und Gold fest.

Aktienportfolios auf Einzelwerten aufgebaut

Hauck & Aufhäuser baut Aktienportfolios vor allem auf Einzelwerten auf. Diese werden nach Qualitätsmerkmalen wie Eigenkapitalverzinsung, solide Bilanz und Marktstellung analysiert und mit dynamischen Bewertungsmodellen (DCF, DDM) bewertet. Daraus werden Aktien nach dem Ergebnis „quality at a resonable price" (QRP), also „Qualität zu einem vernünftigen Preis" ausgesucht. Als Überprüfung dient die Analyse des Risikoreports. Bei Bedarf wird das Portfolio angepasst.

Bei den Renten steht die Kredit-Analyse und die globale Portfoliostruktur im Vordergrund. Die Kreditanalyse versucht, das angemessene Ausmaß des Ausfallrisikos zu ermitteln, das mit der Anlage in dieses bestimmte Unternehmen verbunden ist.

Durationsentscheidungen spielen eine untergeordnete Rolle. Die Portfoliostruktur wird durch globale Sonderthemen ergänzt. Damit werden notwendige Renditeerwartungen erfüllt ohne das Risiko signifikant auszuweiten, so die Bank.

ETFs in allen Portfolios enthalten

Alle Portfolios enthalten selektiv ETFs, die zur Streuung der taktischen Asset Allocation genutzt werden, um diese zeitnah anpassen zu können. Die Portfolio-Implementierung übernimmt die laufende Performance- und Risikomessung der Muster- bzw. Kundenportfolien und kontrolliert, dass die Restriktionen und Anlagerichtlinien eingehalten wurden. Im Rahmen der Risikomessung werden folgende Risiken betrachtet: ex-post Risiko, ex-ante absolutes Risiko und ex- ante relatives Risiko sowie die entsprechenden Risikobeiträge.

Für die Kundenportfolios verwendet die Bank Aktien, Renten, Hedgefonds, Zertifikate, und ETFs.

Neue Produkte werden nach Renditeerwartungen und Risiko untersucht. Dabei nutzt die Bank auch externe Analysen. Bei Fonds werden nicht nur quantitative Analysen anhand von Kennzahlen, sondern auch qualitative Analysen, etwa durch Gesprächen mit dem Fondsmanagement gemacht.

Preise

Die Kosten der All-In-Fee betragen laut Preisliste bei einem Vermögen bis zu einer Mio. Euro 1,5%, bis drei Mio. Euro 1,25%, bis 10 Mio. 1% und darüber 0,8%, jeweils zzgl. MwSt. Hinzu kommen externe Kosten für die Durchführung der Transaktionen wie Börsenplatzentgelte, die zusätzlich in Rechnung gestellt werden. Allerdings sind die Gebühren von der Portfoliostruktur und der Betreuungsintensität abhängig. Deshalb werden sie mit dem Kunden jeweils individuell vereinbart. Der Kunde kann auch eine All-In-Fee mit einer Performance-Fee zusätzlich wählen.

Kickbacks werden ausgewiesen und vierteljährlich erstattet. Die Abrechnung der Kosten erfolgt halbjährlich auf der Grundlage des eingesetzten Kapitals eines Vermögensverwaltungsmandats, aber auf Kundenwunsch kann der Zeitraum auch abweichen.

Eigene Fonds für Themen, die noch nicht vom Markt abgedeckt werden

Hauck & Aufhäuser legt eigene Fonds auf. Diese sollen Nischen besetzen, die zurzeit noch nicht, oder nicht in der entsprechenden Qualität auf dem Markt sind. Außerdem folgen die Fonds einer quantitativen Strategie mit globaler Ausrichtung wie etwa das Rendite-Plus-Konzept, Nachhaltigkeit mit dem H&A Prime Values, familiengeführte Unternehmen mit H&A Unternehmerfonds, oder auch Small Caps.

Die hauseigenen Produkte setzte die Bank nur in kleinem Umfang (etwa 5% bis 7% des Portfolios) und für gezielte Marktsegmente ein.

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MEHR INFORMATIONEN ZU TOPS 2020

PERFORMANCE-PROJEKT

Vermögende wollen gut beraten werden. Ebenso wichtig ist aber, dass das anvertraute Kapital solide verwaltet und vermehrt wird. Der Markt der Vermögensverwaltung ist intransparent. Getreu unserem Motto „Wir machen Qualität transparent" verfolgt das Performanceprojekt der Private Banking Prüfinstanz genau dieses Ziel.

Die Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG nimmt derzeit aktiv an einem der laufenden Performance-Projekte der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ teil.

 

Stand: Juni 2020

TRUSTED WEALTH MANAGER

Gibt es Verfahren oder Streitigkeiten mit Kunden?

Momentan liegen dem regelmäßigen Monitoring der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ keine Angaben der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG vor.

 


 

Hier gelangen Sie zu den bisherigen MARKTTESTS der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG.


Mehr aus Rating

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Adresse der Hauptniederlassung / Webseite
Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG
Kaiserstraße 24
60311 Frankfurt am Main
www.hauck-aufhäuser.com

HINWEIS: Dieser Artikel stützt sich im Wesentlichen auf Eigenauskünfte des Hauses, die die Redaktion FUCHSBRIEFE mittels eines umfassenden Fragebogens eingeholt hat.

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