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Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, Stiftungsmanagement 2021, Qualifizierung

Inspiration und Engagement fehlen

Wie schlägt sich die Deutsche Apotheker- und Ärztebank im Markttest Stiftung? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Weniger ist mehr: Das kann ein gutes Motto sein. Wenn das Wenige in komprimierter Form das Wesentliche enthält. Insofern ruft der nur 24 Seiten umfassende Vorschlag der Deutschen Apotheker- und Ärztebank für die Deutsche Kinderhospiz Stiftung zunächst Interesse und Spannung hervor.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank – kurz Abo-Bank genannt – liefert ein spartanisch anmutendes Ideenwerk ab. Es ist mit 24 Seiten ziemlich kurz, was nicht schlecht sein muss. Zudem verwendet es sehr sparsam Grafiken und andere Verständnishilfen, was dem zwar interessierten, aber laienhaften Leser in Gestalt des Stiftungsvorstands das Studium ein wenig erschwert.

Auf den ersten Seiten stellt die Bank sich und ihren Investmentprozesse vor. Es ist interessant zu erfahren, dass es das Haus schon seit 1902 gibt und als Selbsthilfeeinrichtung von Apothekern gegründet wurde. Heute ist die Universalbank mit einer Bilanzsumme von 49,6 Milliarden Euro größtes genossenschaftliches Primärkreditinstitut. Als Spezialist und Nischenanbieter für Heilberufler hat sie über 115.884 Mitglieder, 481.070 Kunden und knapp 2.450 Mitarbeiter an rund 85 Standorten.

Klare Investmentprinzipien

Ende 2019 verwaltete das Institut 6,7 Milliarden Euro an Vermögen – fast 2,5 Milliarden Euro mehr als fünf Jahre zuvor. Nach schwer lesbaren Grafiken zur Organisationsstruktur, die den Leser nicht wirklich brennend interessiert, ist zu erfahren, dass Mandate im Rahmen einer Vermögensverwaltung seit 1999 für Anleger gemanagt werden. Damit ist die Apo-Bank nicht unbedingt das erfahrenste Haus am Markt, was aber allein noch nichts zu sagen haben muss.

Der langfristige Erfolg, wird weiter mitgeteilt, basiere auf elementaren Prinzipien des Investmentprozesses, zu denen aktive Positionierung, breite Diversifikation, transparentes Management mit nachvollziehbaren Anlageentscheidungen, Teamansatz und konsequent Risikokontrolle gehören. 

Breites Anlageuniversum

Nur in den entwickelten Märkten tätigt die Apo-Bank Direktinvestitionen, außerhalb des Kernuniversums dominieren ETFs oder Publikumsfonds. Zu den investierbaren Anlageklassen gehören Aktien, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen (Investment-Grade und High Yield) und Covered Bonds sowie alternative Anlagestrategien mit Bezug zu den Hauptanlageklassen Aktien und Anleihen.

Derivate auf der Aktien- wie Anleihenseite können grundsätzlich sowohl zur Absicherung als auch zur Umsetzung von Investitionsentscheidungen eingesetzt werden. Alternative Anlagen betreffen vor allem Edelmetalle, Volatilitätsstrategien, REITs, Cat Bonds sowie Long/Short-Strategien der Aktien- und Anleihenmärkte.

Keine Agrarrohstoffe

Im Bereich Nachhaltigkeit will die Apo-Bank die Hersteller von kontroversen Waffen in allen Geldanlagen ausschließen. Eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung der UN Global Compact Prinzipien der Produktpartner ist eine Voraussetzung der zukünftigen Zusammenarbeit. Im Anlagegeschäft verzichtet sie auf Direktinvestitionen in Agrarrohstoffe. Dies betrifft sowohl die Eigenanlagen der Bank als auch die Produkte, die sie ihren Kunden empfiehlt.

Nach der Beschreibung des Investmentprozesses in der Vermögensverwaltung, des Risikomanagements, des Reportings sowie der Personal- und Technikausstattung kommt endlich auf Seite 17 etwas zur konkreten Anlage. Allerdings verwundert die geplante Verteilung des Vermögens auf 70 Prozent Anleihen, lediglich 21 Prozent Aktien und 9 Prozent Liquidität. Und das, obwohl die Anlagerichtlinie der Stiftung bis zu 40 Prozent Aktien vorsieht, was die meisten Banken für zu niedrig halten.

Aussagen zum Ergebnis kommen zu kurz

Man konstruiere ein aktiv gemanagten Investmentfonds und ETFs, wird erklärt, und zwar immer unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit. Auf das Gesamtportfolio ergibt sich eine US-Dollar-Quote von 12,5% Prozent. Die Überschreitung der Vorgabe von 10 Prozent wird damit erklärt, dass man an dem höherem Zinsniveau, gepaart mit einer guten Qualität der USA-Werte, partizipieren will.

Dann kommt schließlich auch noch etwas zur Rendite: Die durchschnittliche Einjahresrendite des Modellportfolios soll in den letzten 12 Monaten bei 1,05 Prozent gelegen haben. Auf der Anleihenseite beträgt der durchschnittliche Kupon 1,36 Prozent p.a., die Dividendenausschüttungen auf der Aktienseite ergeben eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2,40 Prozent p.a. Damit, vermutet der Leser, kann man wohl keinen Blumentopf gewinnen. Ob damit das Kapital, wie gewünscht, real erhalten wird, und welche Ausschüttungen möglich sind, bleibt im Verborgenen.

Was rät die Bank?

Wie die Rendite verbessert werden kann, wird ebenfalls kurz erklärt – höhere Aktienquote, mehr Unternehmensanleihen, vor allem von US-Unternehmen –, allerdings wird zugleich eingeschränkt, dass die Auswirkungen wegen Niedrigzins und Corona nicht vorhersehbar seien. Was soll man damit anfangen? Praktikable Vorschläge wären hier hilfreich gewesen.

An Kosten sollen für die kontinuierliche Betreuung der Vermögenswerte ein Vermögensverwaltungshonorar in Höhe von 0,25 % p. a. zzgl. MwSt. und eine Transaktionskostenpauschale von 0,25 % p. a., ebenfalls plus MwSt., anfallen. Dazu kommen Kontoführungs- und Depotgebühren, Steuern, Courtagen und sonstigen Kosten. Die durchschnittlichen Fonds- und ETF-Gebühren des Anlageportfolios würden bei 0,27 Prozent p.a. betragen.

Die meisten Fragen bleiben offen

Damit ist dieser Anlagevorschlag am Ende angekommen. Der Leser ist enttäuscht, da nahezu alle wesentlichen Fragen offen bleiben, vor allem Kapitalerhalt, Ausschüttungen und Dienstleistungen für die Stiftung, und auch der Rest recht lieblos zusammengestellt wirkt.

Services im Rahmen der Stiftungseinrichtung
N/A
Services im Rahmen der Stiftungsbetreuung
N/A
Services im Rahmen der Stiftungsverwaltung
N/A 
Mitarbeit in Stiftungsgremien
N/A 
Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
N/A 
Angebot von Treuhandstiftungen
N/A 
Weitere Services für Stiftungen
N/A 
Seit wann verfügt Ihr Haus über Stiftungskompetenz?
N/A
Wie viele fremde Stiftungen betreuen Sie?
N/A
Haben Sie eine eigene Stiftung?
N/A
Mit welchen Stiftungsaufsichtsbehörden hatten Sie bereits zu tun und kennen deren ggf. spezifische Anforderungen?
N/A
In welchen Niederlassungen haben Sie Ansprechpartner mit Stiftungskompetenz?
N/A

Adresse

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG

Richard-Oskar-Mattern-Straße 6

40547 Düsseldorf

 

Website: www.apobank.de/unsere-leistungen/geldanlage-vermoegen/private-banking

 

Ansprechpartner

Kamil Javier Torres

Berater Private Banking

0221 7728 444

kamil-javier.torres@apobank.de

 

Timo Steinbusch

Abteilungsleiter Portfoliomanagement

Asset Management

0211 5998 1212

timo.steinbusch@apobank.de

Fazit: Die Apo-Bank liefert einen ziemlich uninspirierten und maximal durchschnittlichen Anlagevorschlag ab, der so gut wie nicht die Bedürfnisse und Anforderungen einer Stiftung berücksichtigt. Nach einem zu ausführlichen Teil, der sich mit der Bank befasst, kommt die eigentliche Anlageidee zu kurz.

Urteil: Für eine Teilnahme am Endausscheid reicht die Qualität des Vorschlags nicht.

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