Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
513
Auch beim UN-Migrationspakt: überrumpeln statt zu überzeugen

Europas Politik macht immer wieder denselben Fehler

Chefredakteur Ralf Vielhaber © Fuchsbriefe
Immer wieder fragen sich Politiker der ehemaligen Volksparteien (zuvorderst der SPD), worin ihr Absturz bei Wahlen begründet liegt und Europa, warum es bei vielen Bürgern nicht (mehr) ankommt. Weil sie bei wirklich großen gesellschaftlichen Zukunftsfragen überrumpeln wollen, statt zu überzeugen, glaubt FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber. Das zeigt sich gerade wieder bei einem aktuellen, brisanten Thema.

Warum ist Europa in einer so bedauernswerten Verfassung? Ich glaube, weil Politik denselben Fehler immer wieder macht: zu überrumpeln statt zu überzeugen.

Unhaltbare Versprechen zum Euro gemacht

Dass der Euro eine politische Zeitbombe werden würde, war klar. Man versuchte dennoch anfänglich, sich ohne kontroverse parlamentarische Debatte ins Ziel zu schleichen. Das dass (unhaltbare) Versprechen des Haftungsausschlusses im Euroraum schon knapp zehn Jahre nach seiner Einführung mit der Finanzkrise als falsch enttarnt werden würde, war aus Sicht der Politik Pech. Es war gleichzeitig der Zeugungsakt der AfD.

TTIP ohne Diskussion mit dem Bürger

Mit TTIP hat die Politik ihren Fehler wiederholt. Auch hier wollte sie unterm öffentlichen Radar ins Ziel fliegen. Das misslang allerdings gründlich. Nicht zuletzt deshalb, weil der Protest von Links kam.

UN-Migrationspakt verharmlost

In wenigen Wochen soll der UN-Migrationspakt verabschiedet werden. Öffentliche Diskussion bisher: null. Es ist die AfD, die das Fass aufmacht. Mögen nicht alle ihre Aussagen in ihrer Zuspitzung zutreffen – das Thema gehört ins Parlament und in die Medien. Der Migrationspakt schafft zwar keine rechtliche Bindewirkung. Aber eine politische. Politik, die die Einwanderungsgesellschaft vorantreiben will, kann und wird sich künftig darauf berufen. Es ist das bei „großen Themen" übliche Schema: überrumpeln, statt überzeugen.

Fokusverschiebung von Mehrheitsinteresse zu Minderheiteninteressen

Der Migrationspakt schützt Minderheiten. Das ist ein ehrenwertes Ansinnen. Es geht schief, wenn man die Mehrheitsgesellschaft mit den Folgen überfordert. Die Berenberg Bank hat kurz nach der Hessenwahl ein Papier über den Niedergang der Volksparteien veröffentlicht. Sie kommt darin zu dem Schluss, dass die Verschiebung des politischen Fokus „weg von den Interessen der Mehrheitsgesellschaft hin zu den Interessen von Minderheiten" ein wesentlicher Grund für den Niedergang ist.

Europas Politiker überrumpeln, statt zu überzeugen

Europa möchte angeblich auf seine Bürger hören. Dass über ein so wichtiges Thema wieder einmal nicht kontrovers diskutiert werden soll, zeigt, dass das „Mea culpa" der „Volksparteien" nach jeder „Denkzettelwahl" nicht ernst zu nehmen ist. Europas Politik legt es darauf an, mindestens einen Teil der gesellschaftlichen Mitte zu verprellen. Aber dann bitte nicht jammern, wenn die nicht mehr mitzieht, findet
Ihr  

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • WALSER PRIVATBANK | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

WALSER PRIVATBANK: Weitblick, in der Tat

Die WALSER PRIVATBANK erhält in der Gesamtwertung das rating »Sehr gut«.
„Individuelle Beratung, keine Patentrezepte", und „Zukunft braucht feste Wurzeln", wirbt die Walser Privatbank. Und tatsächlich zeigt das Haus aus dem Kleinwalsertal, dass auch im Zeitalter von MiFID Private Banking eine eindeutig individuelle Dienstleistung sein kann.
  • Fuchs plus
  • Neue Bank AG | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Neue Bank: Verliebt in Text und gute Lösungen

Die Neue Bank AG erhält in der Gesamtwertung das rating »Gut«.
Seit 1991 ist die Neue Bank inzwischen am Markt und sieht sich selbst in der Tradition einer klassischen Privatbank. Dem wird sie auch meistenteils gerecht, wenn da nicht der eine und andere (Anfänger)Fehler wäre.
  • Fuchs plus
  • DZ Privatbank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

DZ PRIVATBANK S.A.: Kleine Schwächen in der Kür

Die DZ Privatbank erhält in der Gesamtwertung das rating »Sehr gut«.
Die DZ Privatbank schenkt dem Kunden einen fulminanten Auftakt im Beratungsgespräch, an den sie auch zunächst nahtlos mit Gesprächsprotokoll und Anlagevorschlag anknüpft. Doch eine gute, gar herausragende Vermögensstrategie erfordert noch mehr.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Profiteur der US-Sanktionen gegen Russland

Palladiumpreis in luftiger Höhe

Der Palladiumpreis hat sich in bisher nicht bekannte Höhen-Regionen geschoben. Und sich von der Preisentwicklung anderer Metalle vollkommen abgekoppelt. Ein Grund sind die Sanktionen der USA gegen Russland. Wir sagen, wie Anleger profitieren können.
  • Fuchs plus
  • Handelsstreit belastet stark

Kupferpreis von allen Seiten unter Druck

Der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet den Kupferpreis stark. Die Konjunktursorgen haben ihn schon länger nach unten getrieben. Jetzt kommt ein angebotsseitiger Faktor hinzu.
  • Fuchs plus
  • Die Tücken eines ICOs für Investoren

Wenn bei der Kryptogeld-Ausgabe „überschüssige Münzen“ entstehen

Bei Initial-Coin-Offerings können Situationen entstehen, die dem Investor nicht gefallen. Bei der „Geldausgabe" entstehen „überschüssige Münzen" (Coins). Das kann zu einem deutlichen Wertverlust führen. Deshalb muss der Anleger vor dem Investment ein Papier ganz genau lesen.
Zum Seitenanfang