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Datenschutz als Vorwand

Peking greift in die Brokergeschäfte ein

Chinesischer Yuan. Copyright: Pixabay
Die neue chinesische Datenschutzgesetzgebung, die am 1. November dieses Jahres in Kraft trifft, hat auch für die Finanzmärkte Folgen. Peking geht es dabei besonders darum, die Kontrolle über den Datenfluss der Broker deutlich zu verstärken.

Chinas neues Datenschutzgesetz setzt nun auch die Online-Wertpapierhäuser im Lande unter Druck. Zwei in den USA notierte chinesische Online-Brokerage-Unternehmen, Futu Holding und UP Fintech Holding, sehen sich dabei besonders regulatorischen Risiken ausgesetzt.

Beide arbeiten ähnlich wie Robinhood in den USA mit gebührenfreiem Brokerage. Ihre an der Nasdaq notierten Aktien gingen folgerichtig heftig auf Talfahrt. Die Kurse reagierten dabei auf Berichte in den offiziellen chinesischen Medien, dass beide Makler gegen die neuen Datenschutzbestimmungen verstießen und möglicherweise Compliance-Risiken ausgesetzt seien.

Broker unter Druck

Die People’s Daily berichtete, dass es für beide Broker zunehmend schwieriger werde, die Daten ihrer Nutzer zu schützen. China wird vom 1. November an das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten umsetzen. Es ergänzt das Datenschutzgesetz bei der Regulierung des Cyberspace und beim Schutz der nationalen Sicherheit.

Die neuen Regeln werden den Export personenbezogener Daten regulieren. Sie stellen eine Herausforderung für Online-Broker dar, die grenzüberschreitende Handelsdienstleistungen für chinesische Bürger auf dem Festland anbieten. Es besteht in der chinesischen Regierung die Sorge, dass sie Kundeninformationen an Partner oder Aufsichtsbehörden in anderen Ländern preisgeben.

Sensible Daten an chinesische Behörden

Umgekehrt wird aber insbesondere für ausländische Anleger ein Schuh daraus. Die neuen chinesischen Datenvorschriften können für ausländische Kapitaleigner, die in Vermögensanlagen in China engagiert sind, Probleme schaffen. So können alle erdenklichen personenbezogenen Daten an die chinesischen Behörden weitergeleitet werden. Das kann über chinesische Firmen, aber auch durch ausländische Banken oder Vermögensverwalter, die in China mit Niederlassungen ansässig sind, geschehen. Die Banken oder Vermögensverwalter verfügen vielfach über erhebliches und intimes Wissen über Ihre Kunden.

Chinas Regierung fürchtet, dass Daten ins Ausland gelangen

Broker wie Futu und UP Fintech verfügen über keine Brokerlizenzen auf dem Festland. Chinesische Anleger können aber über die Cross-Border Connect Programme in ausländische Wertpapiermärkte investieren. Sie können online Konten eröffnen, wenn sie persönliche Informationen zu ihren Personalausweisen, Bankkarten und Steuerunterlagen übermitteln.

Diese Online-Handelsplattformen sind nicht zuletzt so beliebt, weil sie sehr geringe Gebühren verlangen. Bei Chinas jüngstem Regulierungszyklus handelt es sich um den intensivsten und längsten seit Jahren. Online Broker stehen unter erheblichem Druck, die Gesetze einzuhalten. Dabei macht der grenzüberschreitende Datenfluss ihnen besondere Kopfschmerzen. Denn Peking legt zunehmendes Augenmerk auf die Datensouveränität. 

Fazit: Kapitalanlagegeschäfte mit chinesischen Kunden werden schwieriger. Umgekehrt gilt das auch für die chinesischen Firmen im Ausland.

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