Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
732
Russland-Sanktionen

Deutsche Unternehmen investieren wieder

Russland kommt wieder – und deutsche Unternehmen investieren dort. Der Grund: Sie wollen den Markt nicht verlieren und Russland fördert kräftig mit.
Die Sanktionen gegen Moskau beflügeln die Investitionen in Russland. Dies stellt der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft in einer Untersuchung der Sanktionsfolgen fest. Die Investitionen vor Ort dienen der Umgehung der vom Westen initiierten Handelsauflagen. Die Strafmaßnahmen gegen die russische Wirtschaft gehen im Juli 2017 ins vierte Jahr. Der zwischenstaatliche Warenaustausch mit Russland ist dagegen deutlich gesunken. Der Handel der EU mit Russland ist seit Beginn der Sanktionen um 40% geschrumpft. Im Jahr 2016 wurden nur noch Waren im Wert von 191 Mrd. Euro gehandelt. Die deutschen Exporte sind von 35 Mrd. Euro auf 21 Mrd. Euro gesunken. Ein Teil des Rückgangs ist dem Rückgang des Ölpreises geschuldet. Dennoch ist Russland damit in der Liste der wichtigsten deutschen Handelspartner hinter Länder wie Tschechien oder Ungarn abgerutscht. Neben der Umgehung der Sanktionen gibt es noch weitere Anreize, in Russland zu investieren. Da ist das günstige Preis- und Lohnniveau; z. B. sind auch Grundstücke günstig zu haben. Auch die jüngsten Fördermaßnahmen der Regierung motivieren. So wollen gut 75% der vom Ost-Ausschuss befragten deutschen Unternehmen, die noch in Russland tätig sind, ihre Aktivitäten in diesem Jahr halten oder ausbauen. Das passt zur Exportentwicklung, die seit Anfang 2017 wieder deutlich zunimmt (+10%). Besonders stark von den Sanktionen betroffen ist der Maschinenbau. Das liegt am Verbot von sogenannten Dual-Use-Gütern. Aus diesem Grund prüft das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) viele Maschinenexporte sehr aufwendig. Zudem entscheidet das BAFA, welche Maschinen oder Teile auch für militärische Zwecke oder in der sanktionierten russischen Öl-Industrie genutzt werden könnten. Aufgrund dieser Prüfungen gleichen Exporte in das Land fast russischem Roulette. Weder die Dauer der Prüfung noch deren Ausgang sind gut prognostizierbar. Besonders problematisch sind aber Geschäfte, die in US-Dollar abgerechnet werden. Für diese Deals sind einerseits US-Behörden zuständig und andererseits gelten andere und oft schärfere Sanktionen als in der EU. Die Kosten für die Sanktionen gehen nach drei Jahren in die Milliarden. Nach unterschiedlichen Schätzungen aus Russland und der EU haben die Sanktionen seither ca. 165 Mrd. Euro gekostet.

Fazit: Die deutschen Unternehmen haben sich in inzwischen mit den Russland-Sanktionen arrangiert. Sie investieren dort, weil sie den Markt nicht verlieren wollen und Russland solche Vorhaben fördert.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Im Kopf Deutscher, im Herzen Türke

Deutschland mit halber Integrationskraft

Deutschland baut bei der Integration auf seine Verfassung. Wer einen deutschen Pass hat, ist „Verfassungsdeutscher". Doch für eine Integration „mit ganzem Herzen" reicht das nicht aus, wie der Fall Özil zeigt. Ein Kommentar von Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber.
  • Fuchs plus
  • Nachfrage nach Oldtimern sinkt

Überangebot an historischen Automobilen

Am Markt für historische Automobile herrscht ein Überangebot. Deshalb sinken die Preise. Aber noch andere Gründe tragen dazu bei, dass Verkäufer derzeit häufig unzufrieden sind.
  • Fuchs plus
  • Capital Bank - GRAWE Gruppe AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Mehr erwarten – und bekommen

Die Capital Bank - GRAWE Gruppe AG hat die grüne Ampel redlich verdient.
Es passiert nicht oft, dass man sich als Kunde von Anfang bis Ende bei einer Bank oder einem Vermögensberater gut aufgehoben fühlt. Wenn es dann passiert, ist es einfach nur angenehm. Es fällt entsprechend schwer, etwas Nachteiliges über die Beratung durch die Capital Bank zu finden. Wenn überhaupt, dann hat uns hier und da der etwas ausufernde Smalltalk durch einen der Berater gestört. Doch am Ende zählt das Ergebnis – und das überzeugt.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Handelsstreit drückt den Preis nach unten

Zink rutscht ab

Zink ist indirekt vom Handelskrieg betroffen. Das Industriemetall wird als Korrisionsschutz benötigt. Bei sinkender Eisen- und Stahlproduktion sinkt so auch die Nachfrage. Jedoch wird in China zukünftig auch weniger Zink gefördert.
  • Fuchs plus
  • Üppige Ernten in Indien und Thailand

Zucker vor technischer Wegmarke

Im 3. Quartal steigt traditionell der Zuckerpreis. Copyright: Picture Alliance
Zucker ist momentan günstig wie selten. Traditionell steigt im dritten Quartal die Nachfrage nach Zucker. Mit dem beginnenden Weihnachtsgeschäft sollte der Zuckerpreis wieder nach oben klettern.
  • Fuchs plus
  • Mining, Verteilung und Erfindungen

Über die Herstellung von Kryptowährungen

Wie werden Kryptowährungen hergestellt? Copyright: Picture Alliance
Klassische Währungen werden geprägt oder gedruckt - aber wie wird ein Bitcoin oder Golem hergestellt? Und wie entsteht eine neue Kryptowährung? In unserer Serie zum Thema Kryptowährungen gehen wir heute auf den Herstellungsprozess von Bitcoin und Co. ein.
Zum Seitenanfang