Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1775
Parteien quälen sich durch die Debatten zur Kanzler-Kandidatur

Komplizierte K-Fragen

Die Union hat die K-Frage beantwortet - zumindest vorerst. Die SPD will an Scholz nicht rütteln, aber die Zweifel wachsen. Eine Entscheidung soll erst im Sommer 2025 fallen. Die Grünen müssen sich noch auf einen Kandidaten festlegen und fürchten "zerfleischende innere Debatten". Außerdem könnte es noch einen Kandidaten-Coup geben, so dass vier Parteien mit einem Kanzler-Kandidaten ins Rennen um die nächste Bundestagswahl gehen.

Die Union hat die K-Frage offiziell geklärt – nun wird die Frage nach dem Kanzler-Kandidaten auch bei anderen Parteien virulent. CDU und CSU haben sich darauf geeinigt, dass Parteichef Friedrich Merz (CDU) der Kanzlerkandidat der Union ist. Widersacher Markus Söder (CSU) hatte seine Ambitionen trotz besserer Umfragewerte in der K-Frage zurückgestellt. Das war auch die Botschaft, die beide bei der Vorstellung des EU-Wahlprogramms der Union im Adenauerhaus Ende März ausgesendet haben.

K-Fragen in SPD und CDU nur vorerst beantwortet

In der SPD kocht die Debatte derzeit wieder hoch. Zwar ist Kanzler Olaf Scholz der „natürliche“ Kandidat. Dennoch steht seine Spitzenkandidatur laut Partei noch nicht offiziell fest. Das gibt Raum für Interpretationen, den der SPD-Kommunalpolitiker Heiko Wittig jetzt genutzt hat. Er sprach sich im „Tagesspiegel“ für eine Kandidatur von Verteidigungsminister Boris Pistorius aus. Mit ihm hätte die SPD bessere Chancen, Scholz sei nicht die beste Wahl. Offiziell will die SPD im Sommer 2025 die K-Frage entscheiden.

So klar, wie die K-Frage in SPD und CDU beantwortet scheint, ist sie nicht. Scholz ist noch nicht sicher gesetzt. Die Frage ist nur, wie er als Kanzlerkandidat schadensfrei ersetzt werden könnte. In der Union wäre Söder nicht Söder, wenn er sich nicht vorbehalten würde, seinen Hut erneut in den Ring zu werfen, z.B. wenn die Union bei den Landtagswahlen schlecht abschneidet.

Grünen steht Kanzler-Debatte noch bevor

Bei den Grünen wird die K-Frage intern immer lauter debattiert. Um eine Antwort wird die Partei nicht herumkommen. Schließlich war die Partei mit Annalena Baerbock bei der Bundestagswahl 2021 erstmals mit einem eigenen Kanzler-Kandidaten angetreten und hatte selbstbewusst ihre Führungs-Ambitionen postuliert. Gereicht hat es immerhin für das beste Ergebnis für die Grünen bei einer Bundestagswahl.

Neben Baerbock steht aber wieder Wirtschaftsminister Robert Habeck, der von führenden Grünen (z. B. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg) in den Ring geschoben wird. Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang hatte schon avisiert, dass die Partei eine Mitgliederbefragung durchführen wird, wenn die Frage nicht klar zu beantworten sei. Einige Grüne befürchten dabei ein Debatten-Chaos, das der Partei schaden wird. Bei der vorigen Bundestagswahl hatten Baerbock und Habeck die Kandidatur unter sich ausgemacht.

AfD könnte Polit-Coup landen

Ein politischer Coup ist der AfD zuzutrauen. Sollte die in den Landtagswahlen dominieren und teilweise stärkste Kraft werden, ist nicht auszuschließen, dass die AfD ebenfalls einen Kanzler-Kandidaten nominiert. Das würde der Partei erhebliche Aufmerksamkeit sichern und die Medien müssten sich überlegen, wie sie damit umgehen. Denn die Partei bei TV-Duellen auszuschließen, dürfte kaum machbar sein.

Fazit: Angesichts der politischen Kräfteverhältnisse sind in den Parteien noch Überraschungen in der K-Frage möglich. Es ist nicht auszuschließen, dass es vier K-Kandidaten für die nächste Bundestagswahl geben wird.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Neue Produktionskette für Chemiefasern

Nachhaltige Polyesterfasern für Japan

Textilien © fomkin20 / stock.adobe.com
Sieben Unternehmen haben eine neue Produktionskette für Chemiefasern aufgebaut und benötigen kein Rohöl mehr in der Produktion. Erste Kleidungsstücke aus diesen Fasern kommen zur Zeit in Japan auf den Markt.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Risiko: Negative Margen durch schwankende Kurse

Währungsrisiken vermeiden

Wenn Kurse von Währungen schwanken, kann das für Unternehmen bedeuten, dass sie durch zuvor geschlossene Verträge nun Verluste machen. Offene Restzahlungen werden so allenfalls zu einem Risiko. Mit dem richtigen Management kann das vermieden werden.
  • Fuchs plus
  • Neue Wärmepumpe effizient bei unterschiedlichen Temperaturen

Wärmepumpe für die Industrie

Wärmepumpe © 2023 Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Die ETH hat eine neuartige Wärmepumpe entwickelt, die verschiedene Temperaturen effizient erzeugen kann. Gerade Industriebetriebe könnten großen Nutzen davon haben.
  • Fuchs plus
  • Trendwende-Anzeichen in der Türkei

Notenbank bleibt restriktiv

Der Verfall der Türkischen Lira kennt seit Jahren kein Halten. Gegenüber dem Euro verlor die Devise des Lands am Bosporus mehr als 70% ihres Werts. Die Hoffnungen in die geldpolitische Wende wurden vorerst enttäuscht. Allerdings gewährt der Lira-Rückgang Investoren einen Abschlag auf die Vermögenswerte des Landes. Zusätzliche Chancen winken bei einem Kurswechsel der Währung.
Zum Seitenanfang