Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1354
Migration – Entwicklungshilfe bekämpft Fluchtursachen nicht

Entwicklungshilfe ohne Nutzen

Entwicklungshilfe ist ungeeignet, Fluchtursachen zu bekämpfen. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit, IZA. Die Entwicklung dauert zu lange. Außerdem sind die Gelder zu gering, um Impulse zu bieten. Es gibt aber sinnvolle Alternativen.

Die Strategie der Bundeskanzlerin zur Eindämmung des Migrationsdrucks erhält einen schweren Dämpfer. Denn ein Papier Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit, IZA, in Bonn zeigt, dass Entwicklungshilfe nicht geeignet ist, Fluchtursachen zu bekämpfen. Die Studie wurde von der Deutschen Post Stiftung gefördert. Zwar rufen Europas Politiker häufig nach Entwicklungshilfe, um besonders Menschen aus Afrika von der Flucht abzuhalten. Ihre Idee dabei ist: Durch Entwicklungshilfe entstehen neue Arbeitsplätze in den Herkunftsländern. Dies soll die Menschen von Migration abhalten.

Kaum Effekte durch Entwicklungshilfe

Doch die gewünschten Effekte der Entwicklungshilfe stellen sich nicht ein. Eher im Gegenteil. Einmal sind die Zeiträume viel zu lang, in denen Effekte spürbar werden. Bei normalen Wachstumsraten dauert es fast 200 Jahre, bis der Impuls, die ärmsten Länder zu verlassen, nachlässt. Denn deren Wachstumsraten sind zu gering. Die Auswanderung geht erst bei einem Pro-Kopf-Einkommen von 8.000 bis 10.000 USD (auf Kaufkraftbasis) zurück. Länder mit einem Pro-Kopf-Einkommen über 5.000 USD haben im Schnitt eine dreimal höhere Anzahl an Auswanderern als Länder, in denen das Pro-Kopf-Einkommen unter 2.000 US-Dollar liegt. Letztere können die Auswanderung nicht finanzieren.

Zudem bietet Entwicklungshilfe keine Wachstumsimpulse. Selbst bei der – sehr optimistischen – Annahme, dass durch Entwicklungshilfe das Wachstum um 2% jährlich gesteigert werden könnte, würde es 50 Jahre dauern bis zur 8.000 USD-Einkommensschwelle. Aber viele wissenschaftlichen Studien können keine durch Entwicklungshilfe bedingten Wachstumsimpulse erkennen. Um Erfolge aufweisen zu können, müssten wesentlich höhere Hilfssummen über Jahrzehnte aufgewendet werden. 

Bildungsinvestitionen sind Erfolgsversprechend

Erfolgsversprechend sind Investitionen in Bildung. Gelingt es, jungen Menschen mit einer Ausbildung dauerhafte Beschäftigungsaussichten zu verschaffen, senkt das ihre Auswanderungsbestrebungen über alle Einkommensbereiche. Außerdem lässt sich dann eine gesteuerte Migration ausgebildeter Menschen organisieren, die in der EU dringend benötigt werden.

Fazit:

Konventionelle Entwicklungshilfe kann Fluchtursachen kaum bekämpfen. Bildungsinvestitionen verbunden mit gesteuerter Migration würde beiden Seiten nutzen. Eine wirkliche Lösung des Problems ist auch dadurch nicht in Sicht.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Inflationsprognose der Fed

Inflation: Es sind die Löhne, Dummkopf

303.000 neue Jobs sind im März außerhalb der Landwirtschaft entstanden. 200.000 waren vom Markt erwartet worden. Zudem hat der Konsumentenpreisindex im März um 3,5% auf Jahresbasis zugelegt. Bei der Fed gehen deshalb die Warnsignale an. Die Fed Cleveland hat aufgedeckt, warum das so ist.
  • Fuchs plus
  • Europa schwächelt, China holt Schwung

Trendwende für den Yuan voraus

Das große Bild für den Wechselkurs von Euro und Yuan verändert sich. Die fundamentalen und geldpolitischen Faktoren in der Eurozone und in China deuten auf eine Trendwende bei EUR|CNY hin. Anleger und Unternehmer sollten das antizipieren.
  • Fuchs plus
  • Kasachstan bietet Anlegern Chancen

Kasachstan: Grüner Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie

Der laufende Rohstoff-Boom beschert Kasachstan sprudelnde Exporteinnahmen. Insbesondere Energieträger wie Uran, Öl und Destillate geben auch der Währung Schwung. Die Wirtschaft wächst mit mehr als 5% und der Realzins liegt bei über 5,5%. Wie können Anleger von den Chancen des Landes profitieren?
Zum Seitenanfang