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Migration – Entwicklungshilfe bekämpft Fluchtursachen nicht

Entwicklungshilfe ohne Nutzen

Aufnahmen der vom IS zerstörten Stadt Mossul.
Entwicklungshilfe ist ungeeignet, Fluchtursachen zu bekämpfen. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit, IZA. Die Entwicklung dauert zu lange. Außerdem sind die Gelder zu gering, um Impulse zu bieten. Es gibt aber sinnvolle Alternativen.

Die Strategie der Bundeskanzlerin zur Eindämmung des Migrationsdrucks erhält einen schweren Dämpfer. Denn ein Papier Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit, IZA, in Bonn zeigt, dass Entwicklungshilfe nicht geeignet ist, Fluchtursachen zu bekämpfen. Die Studie wurde von der Deutschen Post Stiftung gefördert. Zwar rufen Europas Politiker häufig nach Entwicklungshilfe, um besonders Menschen aus Afrika von der Flucht abzuhalten. Ihre Idee dabei ist: Durch Entwicklungshilfe entstehen neue Arbeitsplätze in den Herkunftsländern. Dies soll die Menschen von Migration abhalten.

Kaum Effekte durch Entwicklungshilfe

Doch die gewünschten Effekte der Entwicklungshilfe stellen sich nicht ein. Eher im Gegenteil. Einmal sind die Zeiträume viel zu lang, in denen Effekte spürbar werden. Bei normalen Wachstumsraten dauert es fast 200 Jahre, bis der Impuls, die ärmsten Länder zu verlassen, nachlässt. Denn deren Wachstumsraten sind zu gering. Die Auswanderung geht erst bei einem Pro-Kopf-Einkommen von 8.000 bis 10.000 USD (auf Kaufkraftbasis) zurück. Länder mit einem Pro-Kopf-Einkommen über 5.000 USD haben im Schnitt eine dreimal höhere Anzahl an Auswanderern als Länder, in denen das Pro-Kopf-Einkommen unter 2.000 US-Dollar liegt. Letztere können die Auswanderung nicht finanzieren.

Zudem bietet Entwicklungshilfe keine Wachstumsimpulse. Selbst bei der – sehr optimistischen – Annahme, dass durch Entwicklungshilfe das Wachstum um 2% jährlich gesteigert werden könnte, würde es 50 Jahre dauern bis zur 8.000 USD-Einkommensschwelle. Aber viele wissenschaftlichen Studien können keine durch Entwicklungshilfe bedingten Wachstumsimpulse erkennen. Um Erfolge aufweisen zu können, müssten wesentlich höhere Hilfssummen über Jahrzehnte aufgewendet werden. 

Bildungsinvestitionen sind Erfolgsversprechend

Erfolgsversprechend sind Investitionen in Bildung. Gelingt es, jungen Menschen mit einer Ausbildung dauerhafte Beschäftigungsaussichten zu verschaffen, senkt das ihre Auswanderungsbestrebungen über alle Einkommensbereiche. Außerdem lässt sich dann eine gesteuerte Migration ausgebildeter Menschen organisieren, die in der EU dringend benötigt werden.

Fazit:

Konventionelle Entwicklungshilfe kann Fluchtursachen kaum bekämpfen. Bildungsinvestitionen verbunden mit gesteuerter Migration würde beiden Seiten nutzen. Eine wirkliche Lösung des Problems ist auch dadurch nicht in Sicht.

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