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Die Länder machen sich bereit für die Wettrennen

Der Weltraum und die Antarktis werden kolonialisiert

Auch der Weltall wird zukünftig zum Ziel von Rohstoff-Expeditionen. Copyright: Pixabay
Es klingt wie Science-Fiction und könnte doch "bald" Realität sein: die Kolonisation des Weltraums. Und auch in den Eiswüsten am Nord- und Südpol ist man eifrig. Kein Wunder, dass Trump Grönland kaufen wollte. Man sucht neue Ressourcen, Lebensräume und auch militärische Überlegungen stecken dahinter. Doch nur wer die Mittel hat, kann sich am Wettlauf beteiligen. Und das noch schlummernde Konfliktpotenzial ist gewaltig.

Die Welt befindet sich in der Phase eines neuen Kolonialismus. Im Fokus: die riesigen, bisher von Eis bedeckten Gebiete von Arktis (Nordmeer mit Grönland) und Antarktis (ein eigener Kontinent). Sie dürften im Zuge der Eisabschmelzung zunehmend nutzbar werden. Dort gibt es enorme Rohstofflager, die Begehrlichkeiten bei Konzernen und Staaten wecken.

Der Weltraum rückt ebenfalls in Blick. Dabei geht es um möglichen künftigen Lebensraum, Rohstoffe und militärstrategische Vorteile. Schon 2024 soll die erste Reise zum Mars stattfinden. Die „Spieler" und Neokolonialisten heißen USA, China, Russland, Indien; daneben – im Nordmeer – Norwegen, Dänemark, Kanada.

Die USA, Russland und China haben oder schaffen bereits spezielle Truppen und Ausrüstungen für den Einsatz im Weltraum. Indien bereitet sich ebenfalls vor. Das Land ist technisch auf diesem Gebiet bedeutend weiter als etwa Japan, das aber ebenfalls Ambitionen hat. Die Frage ist eher, wie lange die breite politische Oberschicht bereit ist, die dafür nötigen Finanzmittel bereitzustellen. In Europa ist es zumindest Frankreich, das derzeit politische Ziele mit Blick auf den Weltraum erarbeitet, zu deren Durchsetzung eine eigene Weltraumtruppe verhelfen soll.

Die Staaten rüsten auf

Die Zielsetzungen solcher Weltraumtruppen sind klar. Sie sollen wertvolle Satellitennetze schützen und im Bedarfsfall gegnerische Netze außer Betrieb setzen können. Darüber hinaus geht es darum, längerfristig den Weltraum für eigene wirtschaftlichen Aktivitäten zu sichern, etwa leistungsfähigere Kommunikationsnetze. Genauso rückt der Zeitpunkt näher, zu dem hochwertige Sonden wertvolle Bodenschätze - beispielsweise seltene Erden – von Meteoriten holen werden.

Anders als die bisherigen Eiswüsten auf der Erde ist der Weltraum ein weitgehend rechtsfreier Raum. Schon jetzt gibt es darum Befürchtungen, dass es zu Auseinandersetzungen kommen könnte, wenn internationale Konzernlenker wie Tesla-Bauer Elon Musk, Richard Branson (Virgin) oder Jeff Bezos (Amazon) aggressiv in den Weltraum vorstoßen und „ihre" Regierung zur Sicherung und Durchsetzung auch nationaler Interessen unter Druck setzen.

Die Hoffnung ist, dass die hohen Kosten der Weltraumeroberung zu neuen Allianzen zwingen. Die Aufwendungen, die der Aufbau ein Machtposition im Weltraum erfordert, sind extrem hoch. Sie kann kaum ein Staat allein bezahlen. Bedenken Sie: Das teuerste amerikanische Kampfflugzeugprojekt, die Lockheed F-35, kostet nach neuesten Schätzungen allein bis zu 1,5 Billionen US-Dollar.

Fazit: Der globale Kampf um Rohstoffe wird wieder schärfer. Dabei stoßen die Länder zunehmend in rechtsfreie Räume vor. Daraus entsteht ein langfristig virulenter werdendes Konfliktpotenzial.

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