Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1127
Produktion steigt deutlich, Nachfrage sinkt weiter

Rohöllagerkapazitäten bald ausgeschöpft

Die Lagerkosten für Öl werden aus Platzmangel steigen. Bildquelle: Picture Alliance
Saudi-Arabien und Russland holen Öl aus dem Boden, was das Zeug hält. Doch der Einbruch der Weltkonjunktur bremst die Nachfrage aus. Die Folge: Öl muss in riesigen Mengen eingelagert werden. Wo, ist die Frage, die sich immer lauter stellt.
Der Ölkrieg, den Saudis, Russen und US-Amerikaner führen, lässt die Öllager knapp werden. Schon in sechs Monaten dürften sämtliche Einlagerungsmöglicheiten an Land ausgeschöpft sein. Davon geht die Marktforschungsgesellschaft Kayrros aus. Sie beobachtet über Satellit die Einlagerung in Tanks an Land. 

Den derzeitigen Füllstand der Tanks an Land gibt Kayrros mit rund 61% an. Besonders aktiv bei der Einlagerung an Land sind derzeit die großen Ölhändler, Vitol, Glencore und Trafigura. Sie decken sich allem Anschein nach vor allem am Spotmarkt mit besonders preisgünstigem Rohöl ein und warten auf die Preiserholung. Glencore hat erst vor zwei Wochen einen der größten Supertanker der Welt gechartert um dort drei Mio. Barrel einzulagern.

Lagerkapazitäten werden teuer

Die Folge des Einbunkerns sind bereits steigende Preise für die Einlagerung auf Tankern. Der Preis für einen Sechs-Monats-Vertrag für einen großen Tanker mit 2 Millionen Barrel Kapazität hat sich binnen kurzer Zeit auf 85.000 USD am Tag verdoppelt. Bei einem Drei-Monats-Vertrag sind es schon 150.000 Dollar am Tag. Zum Vergleich: Am Spotmarkt werden bis zu 300.000 Dollar am Tag für Kurzcharter gezahlt. Die Frage ist, wie lange sich die Ölhändler das leisten und damit die Ölförderer ihre derzeitige hohe Förderleistung aufrecht erhalten können.

Denn während die Ölförderung bisher immer noch steigt, nimmt der Öl-Verbrauch – bedingt durch die geringere Nachfrage aufgrund des Coronavirus – ab. Torbjorn Tornqvist, CEO von Gunvor, einem auf Zypern registrierten Ölhandelsunternehmen mit Sitz in Amsterdam, Genf und Singapur, kommt zu der Einschätzung, dass schon im April die Ölnachfrage um fünf Mio. Barrel am Tag fallen könnte. Das entspräche rund 5% der weltweiten Nachfrage. Andere Schätzungen gehen von einem noch stärkeren Verbrauchsrückgang aus. Gleichzeitig beträgt die Produktionssteigerung allein Saudi Arabiens, Russlands und der Emirate etwa 3% der Weltproduktion. Das ergibt rund acht Mio. Barrel Öl am Tag, die momentan produziert, aber nicht verbraucht würden.

Fazit: Im Worst Case Szenario müssten 25 Mio. Barrel Öl Tag für Tag eingelagert werden. Das geht nur, indem die Tankerflotten dazu genutzt werden. Entsprechend werden die Lagekosten – vor allem auf See – steigen.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japans gefesselte Notenbank

Der Yen ist weiter sehr gefragt

Die aktuellen Zahlen in Japan sehen ebenfalls schlimm aus. Aber dennoch besser als in anderen Ländern. Darum ist der Yen der "Einäugige unter den Blinden".
  • Fuchs plus
  • Problematische Statik des Finanzgebäudes

Rezessionsnachricht drückt den Yen nur kurz

Die erneute Rezession setzt den Yen kurzfristig unter Druck. Doch dieser Druck dürfte bald verfliegen. Die japanischen Währungshüter haben noch weniger Raum für Lockerungen als die Kollegen in den USA oder in der Eurozone.
  • Im Fokus: Unternehmen mit Staatsbeteiligung

Top oder Flop?

Welche Unternehmen mit Staatsbeteiligung sind lukrativ? Copyright: Pixabay
Die Lufthansa ist vor der Corona-Pleite gerettet. Der Staatseinstieg steht. Doch welche Perspektive haben eigentlich Unternehmen, von denen der Staat einen wesentlichen Anteil hält? Und: Sind diese Aktien ein gutes Investment?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG, Stiftungsmanagement 2020: Qualifikation

Umfangreiches Strukturbeispiel und nachhaltige, aber auch teure Fondslösungen

Schaffen es Hauck und Aufhäuser mit ihrer ungewöhnlichen Präsentation zu überzeugen? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Die Privatbankiers von Hauck & Aufhäuser gehen einen sehr ungewöhnlichen Weg und ziehen eine Ausarbeitung für eine andere Stiftung heran. Das begründen sie damit, die gegebenen Informationen aus DSGVO-Gründen nicht verwenden zu dürfen. Ob das nicht über eine schlichte Einverständniserklärung zu lösen wäre? Viele Ideen sind vielversprechend und Abweichungen deutlich gekennzeichnet. Dennoch wäre mit wenig Mehraufwand eine individuelle Ausarbeitung möglich gewesen.
  • Im Fokus: Unternehmen mit Staatsbeteiligung

Top oder Flop?

Welche Unternehmen mit Staatsbeteiligung sind lukrativ? Copyright: Pixabay
Die Lufthansa ist vor der Corona-Pleite gerettet. Der Staatseinstieg steht. Doch welche Perspektive haben eigentlich Unternehmen, von denen der Staat einen wesentlichen Anteil hält? Und: Sind diese Aktien ein gutes Investment?
  • Fuchs plus
  • Neue Arbeitsformen und Cost Cutting

Wandel in der Personalführung

Führungskräfte von Unternehmen müssen sich nach der Krise auf eine dauerhaft veränderte Arbeitswelt einstellen. Davon geht ein großer Anteil von Unternehmensleitungen aus. Das Management ist auch selbst betroffen, zeigt eine aktuelle Studie.
Zum Seitenanfang