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Energie – Versorgung nicht mehr sicher

Stromversorgung in Gefahr

Im nächsten Jahrzehnt drohen vermehrt Stromausfälle. Denn der Zubau von Windkraft an Land – die wichtigste erneuerbare Energie – kommt nicht voran. Die Ursachen sind vielfältig. Besonders der Flächenausweis muss erhöht werden...

Deutschland drohen in den zwanziger Jahren vermehrt Stromausfälle. Durch den schwachen Zubau von Windkraftanlagen droht ein Versorgungsengpass. Wind an Land ist das Arbeitspferd der Erneuerbaren. Offshore-Wind ist zwar stetiger verfügbar, aber auch teurer. Und es fehlen Leitungen zum Transport in den Süden. Solarenergie ist zwar im Prinzip die billigste erneuerbare Energie. Aber sie ist im Winter kaum verfügbar. Der Anteil von Wind an Land an der gesamten Stromerzeugung liegt daher doppelt so hoch wie der von Solarenergie und fast fünfmal so hoch wie Offshore-Wind.

Zu wenig Zubau für Kraftwerkskapazitäten, die aus dem Markt gehen – 2030 sollen die Erneuerbaren bei 65% liegen

Der aktuelle Windkraft-Zubau ist zu niedrig, um abzubauende konventionelle Kapazitäten auszugleichen. Bis Ende 2022 sollen die letzten Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Aktuell sind noch 9,5 GW Kapazität am Strommarkt. Von den Stein- und Braunkohlekraftwerken sollen bis 2030 29 GW Kapazität aus dem Markt gehen. Und bis 2038 die restlichen 17 GW.

Steigende CO2-Preise werden viele Kohlekraftwerke aber vorher unrentabel machen. Sie werden stillgelegt und fallen für die Erzeugung aus. Im letzten Jahr hatten die Kohle- und Kernkraft zusammen einen Anteil von 47% am erzeugten Strom. Zusätzlich muss ein Teil der 51 GW erneuerbarer Erzeugungsleistung, der bis 2030 aus der EEG-Förderung fällt, ersetzt werden.

2030 soll der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung 65% betragen. 2018 waren es 35%. Mindestens 4 GW Windkraft an Land müssen pro Jahr neu errichtet werden, um den 65%-Anteil zu erreichen. Das ist machbar, ab 2012 wurde es fünf Jahre in Folge erreicht. Aber 2018 wurden nur Anlagen mit 2,4 GW Leistung gebaut, in diesem Jahr werden sogar nur 1,5 GW vorhergesagt. Schwache Genehmigungszahlen und Ausschreibungsergebnisse sprechen dafür, dass der geringe Zubau ein länger anhaltender Trend ist.

Mehr Genehmigungen durch mehr Flächenausweis möglich

Um das Ziel zu erreichen, müssen wieder mehr Genehmigungen erteilt werden. Viele Maßnahmen versprechen Erfolg: Der Abstand zu Drehfunkfeuer der Flugsicherung sollte von 15 auf 10 km verringert werden, wie in anderen Ländern üblich. In den Regionalplänen könnte der Bund einen Flächenausweis von 2% für Windkraft verlangen. Schon das wäre genug für den erforderlichen Zubau.

Fazit

Die Ausbauziele der Windkraft sind in Gefahr. Um das Problem zu lösen, muss die Zahl der Windkraft-Genehmigungen wieder erhöht werden.

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