Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
441
Energie – Versorgung nicht mehr sicher

Stromversorgung in Gefahr

Im nächsten Jahrzehnt drohen vermehrt Stromausfälle. Denn der Zubau von Windkraft an Land – die wichtigste erneuerbare Energie – kommt nicht voran. Die Ursachen sind vielfältig. Besonders der Flächenausweis muss erhöht werden...

Deutschland drohen in den zwanziger Jahren vermehrt Stromausfälle. Durch den schwachen Zubau von Windkraftanlagen droht ein Versorgungsengpass. Wind an Land ist das Arbeitspferd der Erneuerbaren. Offshore-Wind ist zwar stetiger verfügbar, aber auch teurer. Und es fehlen Leitungen zum Transport in den Süden. Solarenergie ist zwar im Prinzip die billigste erneuerbare Energie. Aber sie ist im Winter kaum verfügbar. Der Anteil von Wind an Land an der gesamten Stromerzeugung liegt daher doppelt so hoch wie der von Solarenergie und fast fünfmal so hoch wie Offshore-Wind.

Zu wenig Zubau für Kraftwerkskapazitäten, die aus dem Markt gehen – 2030 sollen die Erneuerbaren bei 65% liegen

Der aktuelle Windkraft-Zubau ist zu niedrig, um abzubauende konventionelle Kapazitäten auszugleichen. Bis Ende 2022 sollen die letzten Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Aktuell sind noch 9,5 GW Kapazität am Strommarkt. Von den Stein- und Braunkohlekraftwerken sollen bis 2030 29 GW Kapazität aus dem Markt gehen. Und bis 2038 die restlichen 17 GW.

Steigende CO2-Preise werden viele Kohlekraftwerke aber vorher unrentabel machen. Sie werden stillgelegt und fallen für die Erzeugung aus. Im letzten Jahr hatten die Kohle- und Kernkraft zusammen einen Anteil von 47% am erzeugten Strom. Zusätzlich muss ein Teil der 51 GW erneuerbarer Erzeugungsleistung, der bis 2030 aus der EEG-Förderung fällt, ersetzt werden.

2030 soll der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung 65% betragen. 2018 waren es 35%. Mindestens 4 GW Windkraft an Land müssen pro Jahr neu errichtet werden, um den 65%-Anteil zu erreichen. Das ist machbar, ab 2012 wurde es fünf Jahre in Folge erreicht. Aber 2018 wurden nur Anlagen mit 2,4 GW Leistung gebaut, in diesem Jahr werden sogar nur 1,5 GW vorhergesagt. Schwache Genehmigungszahlen und Ausschreibungsergebnisse sprechen dafür, dass der geringe Zubau ein länger anhaltender Trend ist.

Mehr Genehmigungen durch mehr Flächenausweis möglich

Um das Ziel zu erreichen, müssen wieder mehr Genehmigungen erteilt werden. Viele Maßnahmen versprechen Erfolg: Der Abstand zu Drehfunkfeuer der Flugsicherung sollte von 15 auf 10 km verringert werden, wie in anderen Ländern üblich. In den Regionalplänen könnte der Bund einen Flächenausweis von 2% für Windkraft verlangen. Schon das wäre genug für den erforderlichen Zubau.

Fazit

Die Ausbauziele der Windkraft sind in Gefahr. Um das Problem zu lösen, muss die Zahl der Windkraft-Genehmigungen wieder erhöht werden.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Durchschnittswerte sind nicht maßgeblich und nichtssagend

Gehaltsauskunft alleine belegt keine Diskriminierung

Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) ist kein Flop, aber ein Renner ist es auch nicht. Viele Unternehmen haben eine Überprüfung ihrer Gehaltsstrukturen inzwischen vorgenommen. Von den Arbeitnehmern wird der Auskunftsanspruch dagegen nur sehr zurückhaltend genutzt. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Gerichte Klagen nur mit spitzen Fingern anfassen.
  • Fuchs plus
  • Capitell Vermögens-Management AG | TOPS 2020: Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung

Wichtige Standards verfehlt

Bei Capitell hat uns das Beratungsgespräch vom deutlichen Mehrwert gegenüber dem Robo Advisor überzeugt. Im Anlagevorschlag sehen wir ebenfalls manches, was das Haus definitiv besser macht als der Algorithmus, insbesondere das Thema Nachhaltigkeit. Dafür stolpern wir über manch anderen Punkt und sehen entscheidende Marktstandards nicht erfüllt, was auch dazu führt, dass wichtige Fragen bei uns offen bleiben.
  • Fuchs plus
  • Zahlungsanspruch wird zu Kredit

Pflichtteilsverzicht mit Auflagen kann steuerlich ins Auge gehen

Der Verzicht auf den Pflichtteil beim Erbe gegen Geldzahlung ist nicht so selten. Und steuerlich kein Problem. Was aber, wenn die Geldzahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt und obendrein verzinst wird? Damit hatten sich jetzt Deutschlands oberste Finanzrichter zu beschäftigen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Oldtimer weniger gefragt

Preise im Rückwärtsgang

Die Preise für klassische Automobile bleiben im Rückwärtsgang. Nur für wenige Modelle weniger Marken wird mehr Geld bezahlt. Für Verkäufer wird der Markt darum schwieriger. Für Käufer ist es bei vielen Modellen aber noch immer zu früh zum Einsteigen.
  • Fuchs plus
  • Mega-Renditen mit Münzen

Renaissance der Sammler-Münzen

Seit Jahrtausenden sammeln Menschen Münzen. Einige Sammlermünzen sind inzwischen so selten, dass sie Millionen-Werte haben. In Deutschland erlebt der Sammlermarkt für Münzen gerade eine Renaissance. Welche Erfolgsgeheimnisse gibt es für den Aufbau einer renditeträchtigen Sammlung?
  • Fuchs plus
  • Ästhetik und Politik in der Kunst

Die Zeitgenossen im Jahr 2020

Die zeitgenössische Kunst knüpft 2020 an ihre Entwicklung im Jahr 2019 an. Einerseits rücken immer öfter politische Themen in den Vordergrund. Davon abgelöst entwickelt sich der kommerzielle Kunstmarkt mit etwas anderen Strömungen.
Zum Seitenanfang