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Außenhandel | China

Tricks beim Import

Wer in Sachen Import aus China nur ab und an mal Ware ordert – und kein Importprofi ist –, läuft Gefahr, die eigene Kalkulation zu zerschießen. Es gibt diverse Stolperfallen: versteckte „Gebühren" des Verkäufers, falsch gewählte Incoterms, Zolldschungel und Hafenliegezeiten. Ohne Expertenrat kann es teuer werden.

Wer in Sachen Import aus China nur ab und an mal Ware ordert – und kein Importprofi ist –, läuft Gefahr, die eigene Kalkulation zu zerschießen. Eine vermeintlich komfortable Incoterm – entpuppt sich schnell als teurer Fauxpas. Der Terminus Technicus steht für internationale Handelsklauseln, von denen es 11 gibt. Sie dienen zur Auslegung handelsüblicher Vertragsformeln im internationalen Warenhandel. Auch der Zolldschungel ist gefährlich fürs Geschäft. Ohne belastbares Fachwissen kommen Sie nicht aus.

Manche chinesische Verkäufer/ Agenten/Reedereien haben ihr eigenes „Gebührensystem" entwickelt. Unerfahrene Käufer gehen den Profis drüben auf den Leim. Wählt der Käufer etwa eine vermeintlich kommode Incoterm wie CIF (verkürzt: Verkäufer schließt Beförderungsvertrag, trägt Kosten für Fracht und Beförderung der Ware zum benannten Bestimmungshafen) kann es brenzlig werden.


Vorsicht, Extra-Gebühr!


Trick: Bei CIF ist die finale Rechnung oft unübersichtlich. Sie kann „on top" Posten enthalten, die der Käufer vorher nicht auf der Agenda hatte – und die kaum nachprüfbar sind. Taucht etwa eine ominöse „Exchange Surcharge" auf, ist es zu spät! Die gibt's nicht zurück. Beschwerden kann man sich schenken.

Für manche Käufer kann deshalb „Free on Board" (FOB) besser sein. Verkürzt: Ist die Ware auf dem Schiff, trägt der Käufer ab diesem Zeitpunkt weitere Kosten wie Nachlauf bzw. Transport vom Hafen zum gewählten Anlieferstandort. Vorteil ist die Transparenz. Der Käufer kann diese Kosten selbst verhandeln/bestimmen und seine Kalkulation danach ausrichten.

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Reeder Ihnen mitteilt, dass Ihre Ladung angekommen ist. Haken Sie penetrant nach und lassen Sie die Ware umgehend weitertransportieren (FOB!). Jeder Tag kostet – manchmal bis zu 200 Euro pro Tag und Container! Da schlägt auch Rangieren zu Buche. Bitter wird es z.B., wenn Ware etwa über Weihnachten/ Neujahr im Hafenlager schmort.

Käufer benötigen die volle Kostenkontrolle


Sie müssen in der Lage sein, die für Sie „richtige" Incoterm jedes Mal neu zu bestimmen. Die „andere Seite" ist oftmals besser informiert als so manche ihrer Kunden. Vertrauen baut sich mit/in China erst langsam auf.

Als Käufer brauchen Sie volle Kostenkontrolle und Alternativen. Machen Sie Verträge, die Ihnen zugutekommen! Expertenrat ist oft besser, als sich auf die eigene vermeintliche Expertise zu verlassen. Machen Sie mit Ihrem Berater einen Workflow. China-Import soll ja Geld sparen. Ansonsten könnten Sie gleich bei Zwischenhändlern kaufen. Auch das ist zu prüfen.

Gefährlich wird es z.B. bei Produkten, die mehrere Materialien vereinen. Was davon ist gerade „Gift"? Zölle variieren drastisch! Auch das beeinflusst Ihre Kalkulation. Sie brauchen Know-how zu Einfuhr- und Schutzzöllen, Anti-Dumping, Sanktionslisten und EU-Datenbanken. Sind Ihre Papiere beim Zoll uneindeutig, schaut der chinesische „Beamte" ganz genau hin! Dann schmort Ihre Ware schon mal Tage bis Wochen vor sich hin.

Infos:

Incoterms (allgemein)
https://www.iccgermany.de/standards-regelwerke/incoterms/incotermsr-regeln-faq/

Incoterm CIF
https://www.iccgermany.de/standards-regelwerke/incoterms/cif-kosten-versicherung-und-fracht-benannter-bestimmungshafen/

Incoterm FOB
https://www.iccgermany.de/standards-regelwerke/incoterms/fob-frei-an-bord-benannter-verschiffungshafen/

EU-Datenbank
http://ec.europa.eu/taxation_customs/dds2/taric/taric_consultation.jsp?Lang=de

Import-Experten

LPC Lange Piping Connections GmbH (Bremen)
https://lpc-lange.de/

Fazit:

Ohne Expertenrat tappen Sie als Nicht-profi auf diesem Gebiet in diverse Fallen!

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