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Geldpolitik treibt Konditionen für Firmenkredite

Unternehmensfinanzierung im Zwischentief der Zinsen optimieren

Die Zinsen werden bald wieder einen neuen Schub nach oben machen. Das Auslaufen des Anleihekaufprogramms der EZB, aber auch die US-Inflationsentwicklung sprechen dafür. Unternehmer sollten daher das aktuelle Zwischentief nutzen.

Bald neuer Zins-Aufwärtsschub

Am kommenden Donnerstag werden die Märkte eine genauere Sicht darauf bekommen, wie die EZB ihr Anleihenkaufprogramm auslaufen lassen wird. An dem Tag wird das Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung (vom 8.3.) veröffentlicht. Darin wird nachzulesen sein, was im EZB-Rat über den Fortgang der Anleihenkäufe und die Zinspolitik diskutiert wurde.
Dass die Notenbanker die Anleihekäufe im Oktober beenden werden, gilt als sicher. Darauf deuten mehrere Indizien hin. Erstens: Im Statement nach der jüngsten Zinsentscheidung, hatte die EZB (zur Überraschung der meisten) nicht mehr in Betracht gezogen, die Anleihenkäufe nochmals aufzustocken. Zweitens: Die Inflation zieht parallel zum Wirtschaftswachstum allmählich an. Drittens, und das ist schlagend: Die Geldhüter können ihre Anleihenkäufe nicht mehr ohne eine Veränderung des EZB-Statuts ausdehnen. Eine solche Änderung ist im aktuellen konjunkturellen und politischen Umfeld aber nicht denkbar.
Die Anleihenmärkte könnten dann aus ihrer aktuellen Ruhephase erwachen. Die Renditen der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen haben sich um 0,50% eingependelt. Damit sind sie von ihrem Hoch von 0,70% seit Februar wieder deutlich zurückgekommen. Entsprechend sind auch die Konditionen für Unternehmenskredite wieder leicht gesunken.
Dieser Rücklauf der Zinsen ist eine Chance für Unternehmer. Sie sollte genutzt werden, um langfristige Finanzierungen auszuhandeln oder demnächste anstehende Kredite bereits jetzt zu prolongieren.
Denn die Zinsen werden den Weg nach oben bald fortsetzen. Dafür spricht nicht nur das Ende des Anleihenkaufprogramms, das zwangasweise zu eine Wiederherstellung echter Marktzinsen führen wird.
Dabei darf der Einfluss der US-Zinsen nicht unterschätzt werden. In Übersee zieht die Inflation bereits deutlich stärker an. Darum klettern dort auch die Zinsen bereits kräftiger. Die US-Notenbank Fed wird weitere Zinsanhebungen vornehmen. Für 2018 sind es wahrscheinlich noch drei Schritte. Im Jahr 2019 werden nun ebenfalls drei Schritte (zuvor noch zwei) erwartet.
Der US-Zinsanstieg wird eine Sogwirkung entfalten. In dem Maß, wie die Rendite der US-Staatsanleihen steigt (auch getrieben vom ausufernden US-Defizit), werden die Papiere als Anlagealternative interessant. Das wird Geld über den Atlantik ziehen. Zugleich werden Käufer von Anleihen hierzulande ein höhere Risikoprämie einfordern.

Fazit: Die Zinsen sind in einer vermutlich kurzen Beruhigungsphase. Wir erwarten schon bald auch in Europa einen neuen Aufwärtsschub bei den Zinsen.

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