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Falsches Timing

Warum die Rendite oft auf der Strecke bleibt

In volatilen Marktzeiten werden Privatanleger schnell Opfer ihres (bauchgesteuerten) Markttimings. Sie steigen zum falschen Zeitpunkt aus und kommen zu spät wieder in den Markt. Das kosten enorm Rendite.

Wer drinbleibt, gewinnt – zumindest langfristig. Oder anders: Eine der größten Gefahren für ein langfristig ausgerichtetes Portfolio ist das (falsche) Timing von Aus- und Einstieg. Das zeigte Dr. Olaf Scherf, Head of Risk Engineering, Deutsche Bank Wealth Management auf der Prüfinstanz-Tagung Vermögensverwaltung im Wealth Management. Was die Sache so schwierig macht:

Auf die wenigen besonders guten Tage kommt's an. Scherf machte die Folgen anhand der Entwicklung einer Anlage von 10.000 Dollar zwischen dem 2. Januar 2006 und dem 25. August 2017 deutlich, einem Zeitraum von 601 Tagen. Verpasste man die besten 60 Tage, lag die Performance bei gerade einmal 4.147 Dollar. Ohne die besten zehn Tage waren es 29.813 UDS. Blieb man aber voll investiert, machte man ein Plus von 59.738 Dollar.

Langfristige Investition

Das heißt: Wer die besten zehn Tage verpasste, machte 50% weniger Gewinn. „Langfristig investiert zu bleiben, scheint der beste Weg zu sein, um die Prämie zu verdienen, welche Aktieninvestoren für das eingegangene Risiko angemessen kompensiert", so Scherf.

Das Problem: Besonders gute und besonders schlechte Tage für ein Portfolio liegen gewöhnlich eng beieinander. So treten sechs der besten Tage für ein Portfolio im Abstand von weniger als einer Woche der zehn schlechtesten Tage auf. Mit Stopp-Loss-Vorgaben zu arbeiten, geht also meist „in die Hose" – man verkauft zum „falschen" Termin und muss häufig zu wieder gestiegenen Preisen einsteigen. Meist wartet man dann auch noch zu lange, und die Kurse laufen davon. Folge: erhebliche Renditeverluste.

Verlustrisiko

Die Kehrseite einer „Laufen-Lassen-Strategie" ist das Risiko. Wer sicher sein will, nicht von den fetten Tagen abgeschnitten zu werden, muss auch Tage mit hohen Verlusten und längere Verlustperioden aushalten. Das zerrt enorm an den Nerven.

Fazit: Der Privatanleger sollte auf eine einfache Diversifikation setzen und auf Markttiming verzichten. Effiziente systematische Absicherungslösungen muss man dem Profi überlassen.

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