Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1379
Vermögensanlage

Inflationsschutz durch Anleihen

Derzeit spielt das Thema Inflation bei Anlegern keine große Rolle.
Derzeit spielt das Thema Inflation bei Anlegern keine große Rolle. Die Inflationsraten sind historisch niedrig. Deshalb mag es falsch sein, sich über den Inflationsschutz in der Vermögensanlage Gedanken zu machen. Diese Einschätzung ändert sich, wenn man das Wesen von Inflationsanleihen betrachtet. Inflationsanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, deren Zinsen und (i. d. R.) Rückzahlung an die Entwicklung eines fiktiven Warenkorbs, einen Inflationsindex, gekoppelt sind. Der große Nutzen dieser Anlageform: Während normale Anleihen bei einer hohen Inflation an Kaufkraft verlieren, behalten Inflationsanleihen ihren realen Wert. Allerdings spielt bei diesen Anleihen nicht nur die tatsächlich gemessene Inflation eine Rolle. Auch die Erwartung der Marktteilnehmer über die künftige Inflationsentwicklung schlägt zu Buche. Die Regel lautet: Wenn viele Marktteilnehmer künftig eine höhere Inflation erwarten, ist dieses auch in den aktuellen Kauf- und Verkaufskursen dieser Wertpapiere berücksichtigt. Wann macht der Kauf einer Inflationsanleihe Sinn? Immer, wenn der Anleger eine Inflationserwartung (!) hat, die höher als die im Kurs eingepreiste Inflation – die allgemeine Markterwartung – ist. Er profitiert, sobald die Inflationserwartung steigt. In einer solchen Phase befindet sich derzeit der Markt für Inflationsanleihen. 2013 war kein gutes Jahr für diese Anlageklasse. Dies gilt besonders, wenn langlaufende Inflationsanleihen im Depot waren. Der Zinsanstieg in den USA sorgte für Kursrückgänge. Die sinkende Inflationserwartung gab den Kursen einen weiteren heftigen Dämpfer. So verlor der Nomura Real Return – ein Fonds mit weltweiten Inflationsanleihen – 7,6%. Der LGT Bond Fund Global Inflation Linked büßte im letzten Jahr 5,6% ein. Investoren können sich Inflationsanleihen auf mehreren Wegen ins Portfolio holen: Durch Direkterwerb: Anleger können z. B. inflationsgeschützte Staatsanleihen der Bundesrepublik (ISIN DE00 1030542, Laufzeit bis 2023 und DE000 103 0534, Laufzeit bis 2018) erwerben. Über Fonds: Wer einen Korb von Anleihen kaufen will, hält sich am besten an Inflationsanleihen-Fonds. Es bedarf besonderer Expertise, die jeweiligen Anleihebedingungen zu prüfen und zu verstehen. Diverse Anbieter bieten solche Fonds mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Der Nomura Real Return (Tabelle) legt z. B. weltweit an und sichert zusätzlich das Portfolio gegen Währungsschwankungen ab. Wer dagegen auf aktives Management verzichten will, greift auf Indexfonds zurück (Tabelle). Über Swap-basierte Konstruktionen: Die Credit Suisse bietet Vermögenden an, für ihr Anleihen-Portfolio einen synthetischen Inflationsschutz zu schaffen. Das erweitert den Investitionsraum gegenüber Direktinvestments. Damit stehen deutlich mehr Anleihen zur Verfügung. Der Inflationsschutz wird über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einem bonitätsstarken Vertragspartner konstruiert. Auch der LGT Bond Fund (Tabelle) nutzt dieses Vehikel.

Fazit: „Kaufe, wenn keiner kaufen will!“ – diese Devise gilt für Anleger, die entgegen der aktuellen Marktmeinung ihr (Renten-)Portfolio vor realem Kaufkraftverlust schützen möchten.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Inflationsprognose der Fed

Inflation: Es sind die Löhne, Dummkopf

303.000 neue Jobs sind im März außerhalb der Landwirtschaft entstanden. 200.000 waren vom Markt erwartet worden. Zudem hat der Konsumentenpreisindex im März um 3,5% auf Jahresbasis zugelegt. Bei der Fed gehen deshalb die Warnsignale an. Die Fed Cleveland hat aufgedeckt, warum das so ist.
  • Fuchs plus
  • Europa schwächelt, China holt Schwung

Trendwende für den Yuan voraus

Das große Bild für den Wechselkurs von Euro und Yuan verändert sich. Die fundamentalen und geldpolitischen Faktoren in der Eurozone und in China deuten auf eine Trendwende bei EUR|CNY hin. Anleger und Unternehmer sollten das antizipieren.
  • Fuchs plus
  • Kasachstan bietet Anlegern Chancen

Kasachstan: Grüner Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie

Der laufende Rohstoff-Boom beschert Kasachstan sprudelnde Exporteinnahmen. Insbesondere Energieträger wie Uran, Öl und Destillate geben auch der Währung Schwung. Die Wirtschaft wächst mit mehr als 5% und der Realzins liegt bei über 5,5%. Wie können Anleger von den Chancen des Landes profitieren?
Zum Seitenanfang