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Angebot am Immobilienmarkt wächst, Nachfrage bleibt schwach

Unsaniert bald unverkäuflich

Interessierte Wohnungskäufer sollten sich von Wohnungen, deren Dämmung alten Standards entspricht und die nicht saniert wurden, nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil, bei dem herrschenden Wohnungsmangel sind gerade bei solchen Wohnungen mit höheren Renditen zu rechnen. Allerdings müssen Kaufinteressenten in den richtigen Regionen suchen.

Die Abkühlung am Immobilienmarkt gewinnt an Breite. Darauf deutet vor allem der Immo-Index von BIGNITE hin, den FUCHSBRIEFE exklusiv nutzen dürfen. Die Realtime-Daten zu Suchanfragen auf Immobilien-Portalen zeigen, dass das Angebot an Immobilien weiter stark steigt, die Nachfrage aber deutlich nachlässt. Das Immobilien-Angebot steigt in allen Metropolen deutlich an. Interessant: Das Such-Interesse am Themenfeld "Spekulationssteuer" ist kräftig gestiegen. Wir fragen uns daher: Verlassen gerade professionelle Investoren den Markt oder steigt das Verkaufsinteresse von Eigentümern, die selber erst kürzlich gekauft haben?

Das anhaltend hohe Zinsniveau und die daraus resultierenden Schwierigkeiten von Kreditnehmern, überhaupt noch Darlehen zu bekommen, schlägt immer stärker durch. Darauf deuten auch Verschiebungen bei den Suchbegriffen der Nachfrageseite hin. Hier fällt uns auf, dass das Interesse an den Nebenkosten deutlich gefallen ist. Suchbegriffe wie "Notarkosten", "Grundbucheintrag", und "Nebenkosten-Rechner" sind nicht mehr im Trend. Vermutlich beschäftigen sich potenzielle Käufer aufgrund hoher Zinskosten gar nicht mehr vorrangig mit diesen Themen. Setzt sich diese Entwicklung fort, werden die Immobilienpreise nochmals deutlich einbrechen.

Unsaniert bald unverkäuflich

Wachsende Ängste, dass auf Eigentümer unsanierter Immobilien hohe Kosten zukommen, drücken derzeit die Preise für Altbauten. Deren Preise sind in den vergangenen Monaten weit stärker gesunken als die für Neubauten. Die Ängste potenzieller Käufer sind durchaus berechtigt. Allerdings gibt es auch gegenläufige Faktoren. Der geringe Wohnungs-Neubau gibt der Politik wenig Spielraum für Sanierungszwänge. Darauf deutete auch der Baugipfel am 25.9. hin. Beschlossen wurden viele Fördermaßnahmen (mehr Förderung für Familien-Wohneigentum, Steuervorteile durch höhere Abschreibungen auf Bauvorhaben). Strenge Baustandards wurden dagegen zunächst verschoben (z.B. er strengere Energiestandard EH 40 für Neubauten).  

Die Mieten differenzieren sich immer stärker je nach Sanierungsgrad. Diese Entwicklung kommt zur stärkeren Differenzierung zwischen den Regionen hinzu. In Wegzugs-Regionen (ländliche Räume, die in größerer Entfernung zu größeren Städten liegen, vor allem große Teile Ostdeutschlands und Mittelgebirgsregionen im Westen) steigt das Verlustrisiko. Kaufinteressenten sollten die Finger von unsanierten Immobilien in solchen Regionen lassen - auch wenn der Kaufpreis vermeintlich attraktiv erscheint.

Nur noch in Großstadt-Regionen kaufen

In Großstädten und deren Umland (Zuzugsregionen) gibt es weiterhin nur ein geringes Leerstands-Risiko. Auch  energetisch unsanierte Wohnungen in gutem Zustand sind hier durchaus noch ein Kauf. Hier können aktuell Renditen um 3% p.a. erzielt werden. Eine reale Rendite wird damit bei sinkender Inflation aber auch erst langsam wieder absehbar.

Fazit: Der Immobilienmarkt bleibt angeschlagen. Der Verkaufsdruck wächst, die Nachfrage schwächelt weiter. die Preise für Altbauten sinken stark. Aussichtsreiche Kaufchancen ergeben sich in dem Segment aber nur nahe von Großstadtregionen mit hoher Mietnachfrage.
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