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Zunehmende Segmentierung

Kunstmarkt: Selektive Preissteigerungen

Für Anleger wird es schwerer, den Überblick über einen zunehmend segmentierten Kunstmarkt zu behalten.

Die zunehmende Segmentierung des Kunstmarktes erschwert es Anlegern, den Überblick über die Preisentwicklung zu behalten.

Während es vor zehn bis 15 Jahren nur wenige für Anleger relevante Segmente im Kunstmarkt gab, sind es heute etliche Kunst-Richtungen, mit denen sich ansehnliche Renditen erzielen lassen. In vielen dieser Bereiche lag der Wertzuwachs deutlich über der Rendite des Aktienmarktes (vgl. Tab.).
Wertentwicklung in den vergangenen 10 Jahren
Segment + GenreWertentwicklung (%)Anzahl Verkäufe
Belgische Malerei, 20. Jh.1.1482.300
Nachkriegskunst44026.931
Amerikanische Fotografie, 19, Jh.335400
Amerikanische Pop-Art2905.700
Deutsche Expressionisten2502.200
Amerikanische Skulpturen, 20. Jh.2202.200
Chinesische Zeitgenössische Kunst1103.800
S&P 50033-
Alte Meister, Italien203.000
Britische Malerei, 17.-19. Jh.101.000
Quelle: Art Market Research and Developments; Artprice.com

Die Belgische Malerei des 20. Jahrhunderts hat in der vergangenen Dekade mit Abstand die steilste Preisentwicklung genommen.

Aber auch die in jüngerer Zeit stärker gefragte Amerikanische Fotografie kann sich mit einer Rendite von 335% binnen 10 Jahren sehen lassen. Zum Vergleich: Der marktbreite Aktienindex S&P 500 legte in dieser Zeit nur 33% zu.

Auffällig ist insbesondere das starke Wachstum der Nachfrage nach Chinesischer Kunst.

Vor zehn Jahren ein Nonvaleur im Kunstmarkt, rangiert chinesische zeitgenössische Kunst heute sehr weit oben in der Favoritenliste. Das betrifft nicht nur die Preisentwicklung (+110%), sondern vor allem auch die Anzahl der gehandelten Werke. Diese ist mit stattlichen 3.800 Stück in der letzten Dekade immerhin unter den Top 3 gelandet. Hier zeigt sich das Erwachen des chinesischen Kunstmarktes infolge des anhaltenden dynamischen Wirtschaftsaufschwungs im Reich der Mitte.

Gespiegelt wird das beim Blick auf Top-Künstler. Zwar führt Pablo Picasso das Ranking an.

Mit seinen Werken wurde in den vergangenen zehn Jahren ein Volumen von 3,43 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Rang 2 besetzt Andy Warhol (3,38 Mrd. US-Dollar). Aber schon auf den Rängen 3 und 4 folgen die beiden chinesischen Künstler Zhang Daqian (2,03 Mrd. US-Dollar) und Qi Baishi (1,91 Mrd. US-Dollar). Gerhard Richter liegt mit einem Volumen von 1,39 Mrd. Dollar übrigens als erster deutscher Künstler auf Rang 7.

Der hohe Umsatz dieser Maler geht aber vor allem auf das hohe Handelsvolumen zurück.

Werke der genannten Künstler haben in der Regel eine relativ hohe Umschlagsgeschwindigkeit. Aufgrund der dynamischen Preissteigerungen trennen sich Käufer oft auch alsbald wieder mit gutem Gewinn von den Werken. Picasso, Warhol, Monet und Richter fallen so eher in das Segment der kurzfristigen Kunst-Anlage.

Andere Künstlernamen werden genannt, wenn die Durchschnittspreise der verkauften Werke ausschlaggebend sind.

Dann rangiert Mark Rothko (11,1 Mio. US-Dollar) sogar vor einem Claude Monet (4,56 Mio. US-Dollar) und Vincent van Gogh (4,28 Mio. US-Dollar).

Fazit: Die aussichtsreichsten Künstler dürften auf Basis dieser Auswertung übrigens Claude Monet, Francis Bacon und Jean-Michel Basquiat sein. Diese drei verbinden hohe Durchschnittspreise für ihre Kunstwerke mit einem moderat regen Handel.

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