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Kunstmarkt

Was Kunstmarkt-Indizes taugen

Kunstmarkt-Indizes geben einen Überblick über langfristige Makrtentwicklungen. Warum Investoren trotzdem skeptisch sein sollten.
Der Kunstmarkt ist im Höhenflug. Immer mehr Adressen wollen in diesem Segment Geld verdienen. Inzwischen entwickeln Banken Finanzderivate/Wertpapiere auf Basis von Kunstmarkt-Indizes. Prinzipiell könnte das eine gute Möglichkeit sein, von der Wertentwicklung des Kunstmarktes zu profitieren, ohne ein einzelnes Kunstwerk zu kaufen. Daher befassen wir uns einmal grundsätzlich mit Kunstmarktindizes. Der Versuch, die internationalen Kunstmärkte mit statistischen Mitteln zu fassen, wurde schon häufiger gemacht. Inzwischen haben sich dazu eine Reihe Anbieter etabliert: Artnet, MeiMoses und Artprice zählen zu den oft zitierten Quellen. Knackpunkt aller Indizes ist das Sammeln umfangreicher, korrekter, verlässlicher und vergleichbarer Daten. Historische Auktionsdaten in Datenbanken zu erfassen, ist nicht schwer. Problematisch wird es bei der Richtigkeit der Daten. Ihre Qualität hängt stark von der Ursprungsquelle ab, also den Auktionshäusern selbst. Hier gibt es viele Fehlerquellen, was Vollständigkeit, Zuschlagpreise (mit oder ohne Agio), Währungen oder Berichtigungen angeht. Ein Blick auf unterschiedliche Indizes zeigt, dass es für Anleger extrem wichtig ist, die Indizes selbst zu verstehen. So ist beispielsweise relevant, welche Währung dem Index zugrunde liegt. Es macht einen Renditeunterschied von knapp 15% aus, ob die Preise für Kunstwerke in US-Dollar oder Euro notiert werden. Kunstinvestments werden von interessierter Seite als wenig konjunktursensibel promotet – aber so ist es nicht. Wäre es so, dann würde sich das Risiko eines Langfristinvestments deutlich reduzieren. Ein Blick auf die langfristige Wertentwicklung zeigt jedoch, dass der Kunstmarkt konjunkturelle Einbrüche ebenfalls nachvollzieht. So gab der Artprice Global Index (USD) zwischen 1.1.08 und 1.10.09 um knapp 38% nach. Relevant ist auch, welches Segment des Kunstmarktes in einem Index enthalten ist und wie Segmente gewichtet sind. Denn der Kunstmarkt ist äußerst heterogen. Er setzt sich aus diversen Segmenten zusammen, z. B. Gemälde, Druckgrafik, Foto usw.. Wie bedeutend Sektorenunterschiede sind, zeigt folgendes Beispiel: Zu Beginn des Jahres 2011 setzte eine scharfe Preisrally bei Zeichnungen ein. Diese haben inzwischen ein anspruchsvolles Preisniveau erreicht. Enttäuschend haben sich demgegenüber die Preise für Kunst des 19. Jahrhunderts entwickelt. Daraus eine antizyklische Kaufgelegenheit abzuleiten, wäre aber auch falsch. Denn die Preisentwicklung hängt stark vom vorherrschenden Zeitgeist ab.

Fazit: Mit Kunstmarktindizes lassen sich grundlegende und langfristige Trends am Markt vereinfacht nachvollziehen. Sie können zeigen, welche Märkte oder Segmente im langfristigen Vergleich preiswert oder teuer sind. Als Basis für ein Kunstinvestment auf Derivatebasis stehen wir den Indizes aber skeptisch gegenüber.

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