Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
949
Treuhandstiftungen

Beratung für die eigene Tasche

Treuhandstiftungen können für Erblasser ohne direkte Nachkommen ein passendes Instrument sein, mit dem Nachlass Gutes zu tun. Sie müssen aber aufpassen, dass ihr Vermögen nicht missbraucht wird.
Treuhandstiftungen werden immer häufiger zum Selbstbedienungsladen für Banken und Treuhänder. Es handelt sich dabei um gemeinnützige, aber nicht rechtsfähige Stiftungen. Sie werden daher auch – anders als „normale“ rechtsfähige Stiftungen – nicht vom Staat beaufsichtigt. Nach Auskunft des Bundesverbands Deutscher Stiftungen gibt es in Deutschland ca. 50.000 Treuhandstiftungen und 20.000 rechtsfähige Stiftungen. Die genaue Zahl ist unbekannt, eine förmliche Registrierung ist nicht erforderlich. Ihre Einrichtung wird immer dann empfohlen, wenn das Stiftungsvermögen unter 750.000 Euro liegt. Dann lohnt sich meist nicht die Einrichtung einer rechtsfähigen Stiftung, die der Stiftungsaufsicht wie dem Finanzamt Rechenschaft ablegen muss. Eine Treuhandstiftung kann schon mit 50.000 Euro gegründet werden. Ältere Menschen ohne Erben müssen sich vor eigennütziger Beratung ihrer Hausbank hüten. Ein Fall: Eine ältere Dame im Rheinland hinterlässt 2,5 Millionen Euro. Ihre Hausbank empfiehlt, eine nicht rechtsfähige Stiftung zu gründen und diese einem der Bank gut bekannten Treuhänder zu überantworten. Dieser kassiert pro Jahr 0,5% des Grundstockkapitals – und beauftragt die Bank mit der Vermögensverwaltung. Dafür verlangt diese zwischen 0,5 und 1%. Am Ende verbleiben in der jetzigen Kapitalmarktphase kaum noch genügend Erträge, um den satzungsgemäßen Stiftungszweck zu erfüllen. Bank und Treuhänder können im Grunde machen, was sie wollen. Im konkreten Fall kontrollieren zwei Mitarbeiter der Bank den Treuhänder. „Nach meiner Beobachtung ist dies leider kein Einzelfall“, sagt uns Rupert Graf Strachwitz. Er ist als Gründer und Direktor des Maecenata Instituts einer der besten Kenner der deutschen Stiftungsszene. Nach seiner Auffassung gibt es „viele gute Gründe, eine Treuhandstiftung zu gründen. Aber man sollte sich nicht ohne gesicherte Kündigungsmöglichkeiten in die Hände eines Treuhänders begeben“. Angesichts der wachsenden Zahl und Bedeutung der Treuhandstiftungen sieht er „politischen Handlungsbedarf.“ Andere Kenner der Stiftungsszene sehen „Missbrauchsfälle auch bei Anwaltskanzleien“ und nennen uns gegenüber die Treuhandstiftungsverwaltung durch Kommunen teilweise „problematisch“. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen zählt 800 Treuhänder in Deutschland. Darunter sind Vereine, rechtsfähige Stiftungen, Kirchengemeinden, Universitäten, Bürgerstiftungen, kommunale und kirchliche Stiftungsverwaltungen und kommerzielle Stiftungsverwaltungen einschließlich Banken und Sparkassen.

Fazit: Auch wenn Sie eine langjährige Bindung an ihre Hausbank haben – wenn Sie ihr Vermögen einer Stiftung vererben wollen, holen Sie sich eine Zweitmeinung ein: etwa bei Maecenata oder beim Bundesverband Deutscher Stiftungen. Fragen Sie dort auch nach Empfehlungen für Treuhänder.

Meist gelesene Artikel
  • Die Insel hat sich im internationalen Handelspoker überschätzt

Trump takes control in Britain

Die Brexiteers lockten mit einer Austrittsdividende, die sie nach dem Austritt aus der EU in einer besseren Verhandlungsposition Londons sahen. Doch die ersten „Erfolge" von Handelsminister Liam Fox zeigen: damit ist es nicht so weit her.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Index-Kletterer

Aufsteiger im MDAX und SDAX

Index-Aufsteiger im Fokus. Copyright: Pixabay
Bei den deutschen Aktien-Indices gab es einige Verschiebungen. Während es im DAX und im TecDAX keine Veränderungen gab, wurde im MDAX und SDAX einiges umhergewirbelt. Besonders interessant für Investoren sind die Index-Aufsteiger. Wir stellen Ihnen heute drei dieser Titel vor.
  • Fuchs plus
  • Serie (15): Die Blockchain im Unternehmen

Die Blockchain als Option für IT-Chefs

Unternehmen, die ihre Datenbankstruktur überarbeiten, sollten über die Anwendung der Blockchain-Technik nachdenken. Es gibt eine Reihe von Vorteilen – bis hin zu den Kosten. Aber das ist nicht alles.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Persönlichkeitsrechte sind zu wahren

Personalgespräch: Betriebsrat ist nicht automatisch dabei

Die Einladung des Arbeitgebers zu einem Personalgespräch verursacht oftmals ungute Gefühle. Betriebsrat und Unternehmensleitung einigten sich deshalb darauf, wenn es um disziplinarische Maßnahmen geht, automatisch einen Interessenvertreter zu beteiligen. Diese Absprache hat jetzt allerdings das Bundesarbeitsgericht (BAG) aus dem Verkehr gezogen.
  • Zur Situation

Die Umweltbewegten

Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen Schülerinnen und Schüler, jedenfalls bis sie reisen...
  • Gute-Laune-Nachrichten aus der Wirtschaft vom 25. März 2019

Gesundheit ist den Deutschen wichtiger als Bildung und Forschung

Das ifo-Geschäftsklima hellt sich auf, Gesundheit ist den deutschen besonders wertvoll, das Bauhauptgewerbe hat Zuwächse bei Auftragseingang. Aber es gibt noch weitere Gute-Laune-Nachrichten aus der Wirtschaft.
Zum Seitenanfang