Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1747
Treuhandstiftungen

Beratung für die eigene Tasche

Treuhandstiftungen können für Erblasser ohne direkte Nachkommen ein passendes Instrument sein, mit dem Nachlass Gutes zu tun. Sie müssen aber aufpassen, dass ihr Vermögen nicht missbraucht wird.
Treuhandstiftungen werden immer häufiger zum Selbstbedienungsladen für Banken und Treuhänder. Es handelt sich dabei um gemeinnützige, aber nicht rechtsfähige Stiftungen. Sie werden daher auch – anders als „normale“ rechtsfähige Stiftungen – nicht vom Staat beaufsichtigt. Nach Auskunft des Bundesverbands Deutscher Stiftungen gibt es in Deutschland ca. 50.000 Treuhandstiftungen und 20.000 rechtsfähige Stiftungen. Die genaue Zahl ist unbekannt, eine förmliche Registrierung ist nicht erforderlich. Ihre Einrichtung wird immer dann empfohlen, wenn das Stiftungsvermögen unter 750.000 Euro liegt. Dann lohnt sich meist nicht die Einrichtung einer rechtsfähigen Stiftung, die der Stiftungsaufsicht wie dem Finanzamt Rechenschaft ablegen muss. Eine Treuhandstiftung kann schon mit 50.000 Euro gegründet werden. Ältere Menschen ohne Erben müssen sich vor eigennütziger Beratung ihrer Hausbank hüten. Ein Fall: Eine ältere Dame im Rheinland hinterlässt 2,5 Millionen Euro. Ihre Hausbank empfiehlt, eine nicht rechtsfähige Stiftung zu gründen und diese einem der Bank gut bekannten Treuhänder zu überantworten. Dieser kassiert pro Jahr 0,5% des Grundstockkapitals – und beauftragt die Bank mit der Vermögensverwaltung. Dafür verlangt diese zwischen 0,5 und 1%. Am Ende verbleiben in der jetzigen Kapitalmarktphase kaum noch genügend Erträge, um den satzungsgemäßen Stiftungszweck zu erfüllen. Bank und Treuhänder können im Grunde machen, was sie wollen. Im konkreten Fall kontrollieren zwei Mitarbeiter der Bank den Treuhänder. „Nach meiner Beobachtung ist dies leider kein Einzelfall“, sagt uns Rupert Graf Strachwitz. Er ist als Gründer und Direktor des Maecenata Instituts einer der besten Kenner der deutschen Stiftungsszene. Nach seiner Auffassung gibt es „viele gute Gründe, eine Treuhandstiftung zu gründen. Aber man sollte sich nicht ohne gesicherte Kündigungsmöglichkeiten in die Hände eines Treuhänders begeben“. Angesichts der wachsenden Zahl und Bedeutung der Treuhandstiftungen sieht er „politischen Handlungsbedarf.“ Andere Kenner der Stiftungsszene sehen „Missbrauchsfälle auch bei Anwaltskanzleien“ und nennen uns gegenüber die Treuhandstiftungsverwaltung durch Kommunen teilweise „problematisch“. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen zählt 800 Treuhänder in Deutschland. Darunter sind Vereine, rechtsfähige Stiftungen, Kirchengemeinden, Universitäten, Bürgerstiftungen, kommunale und kirchliche Stiftungsverwaltungen und kommerzielle Stiftungsverwaltungen einschließlich Banken und Sparkassen.

Fazit: Auch wenn Sie eine langjährige Bindung an ihre Hausbank haben – wenn Sie ihr Vermögen einer Stiftung vererben wollen, holen Sie sich eine Zweitmeinung ein: etwa bei Maecenata oder beim Bundesverband Deutscher Stiftungen. Fragen Sie dort auch nach Empfehlungen für Treuhänder.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • BNP Paribas Wealth Management, Stiftungsmanagement 2021, Qualifikation

Ignoranz pur

Wie schlägt sich die BNP Paribas im Markttest Stiftung? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Es gibt Anlagevorschläge bzw. -ideen, die sich ganz auf die Wünsche der Deutschen Kinderhospiz Stiftung einstellen, es gibt solche, die dies teilweise tun - und es gibt den Vorschlag des PNB Paribas Wealth Managements.
  • Fuchs plus
  • ActivTrades

Neukunden werden allein gelassen

Wie schlägt sich ActivTrades im FUCHS-Broker Test 2021? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
ActivTrades, der Name klingt nach viel Dynamik. Allerdings wird diese Erwartung schwer enttäuscht. Auch wenn das Angebot des Brokers im Grunde gut ist; interessierte Trader werden beim "onboarding" schlicht nicht betreut oder begleitet.
  • Fuchs plus
  • Scheidung mit fiskalischen Tücken

Nur bei Ehe Anspruch auf Steuerbefreiung

Wenn im Zuge einer Scheidung noch ein paar gütliche Regelungen getroffen werden, ist das gewöhnlich im Sinne aller Beteiligten. Die Einigung über ein gemeinsames Haus gehört dazu. Doch auch hier mischt der Fiskus mit und kann Forderungen stellen, wenn es sich um eine Partnerschaft aber keine Ehe handelte.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Sichere Bank für Dividenden

Bank of Nova Scotia ist vermutlich der längste Dividendenzahler der Welt

Der vermutlich längste Dividendenzahler der Welt ist die Bank of Nova Scotia. Das kanadische Finanzinstitut zahlte seit seiner Gründung im Jahr 1832, also seit fast 190 Jahren, in jedem Jahr eine Dividende - ohne Ausnahme. Darüber hinaus wurden die Gewinnausschüttungen an die Aktionäre in den meisten Jahren erhöht. In 46 der vergangenen 50 Jahre wurden die Ausschüttungen angehoben.
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche vom 15.04.21

Die Puma SE setzt zum Sprung an

Für Charttechniker ist ein Blick auf die Puma-Aktie spannend. Denn das Papier setzt zu einem Sprung an. Daraus könnte ein Anlauf ein einen neuen Höchstkurs werden.
  • Fuchs plus
  • Trendwechsel bei Gold

US-Berichtssaison schiebt Dow an

Die US-Unternehmen melden phantastische Zahlen. Die zeigen, dass die US-Konjunktur mit hoher Schlagzahl läuft. Die Drehzahl dürfte sogar noch ein Stück nach oben gehen. Die Börsen sind kurzfristig dennoch zu stark gepusht. Dafür wird Gold wieder interessant.
Zum Seitenanfang