Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1309
Kunstmarkt

Rendite mit Enten, Hirschen, Kühen

Tiergemälde und -skulpturen sind als spießig verschrien, erweisen sich bei näherer Betrachtung als attraktive Anlageobjekte mit echten Renditechancen.
Der „röhrende Hirsch“ über dem Sofa ist geliebt und gehasst – und kommt als attraktive Geldanlage zurück. Solche Motive auf Öl, Papier oder auch als Kleinplastik gelten zwar seit mehr als vier Jahrzehnten als Inbegriff kleinbürgerlicher Spießigkeit. Doch ein differenzierter Blick auf solche Werke kann lohnenswert sein. Denn Hirsch ist nicht gleich Hirsch und ein Gemälde mit einem Ententümpel kann auch mal einige zehntausend Euro wert sein. Tiermalerei ist ein historisches und soziales Phänomen. Im 17. Jahrhundert wurde sie durch die niederländischen Maler zu einer selbständigen Gattung in der bildenden Kunst. Vorhergehende Kunstepochen nutzten Tierdarstellungen häufig zu Staffagezwecken oder auch illustrativ für mythologische Themen. Als Stereotype für Stärke (Löwe), Freiheit (Adler), Falschheit (Schlange) wurden diversen Tieren Eigenschaften zugeordnet. Aber auch die Abbildung fremder Kreaturen zu Lehr- und Anschauungszwecken war durchaus üblich. Dürers „Hase“ oder „Rhinozeros“ sind gute Belege dafür.

Tiergemälde im gutbürgerlichen Haushalt

Mit der Aufklärung wurden Tieren eigenständige charakterliche Komponenten und eine Persönlichkeit zugebilligt. Im bürgerlichen Haushalt des Biedermeier fanden Papageien, Katzen, Hunde und Pferde Eingang in die Bilderwelt und Ausstattung. Auch bei den Porträtmalern waren Tierdarstellungen sehr beliebt. Adel und Bürgertum ließen ihr Lieblingspferd oder ihren Hund gern auf Leinwand bannen. Selbst renommierteste Maler schreckten nicht vor solchen Aufträgen zurück. So haben auch Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Edouard Manet, Max Liebermann u. v. m. etliche Katzenbilder gemalt. Selbst im Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts waren Tiermalereien en vogue. In fast jeder zweiten deutschen Arzt- oder Anwaltspraxis finden sich heute Kunstdrucke von Franz Marc mit Tigern und blauen Pferden. Gabriele Münter Alexej von Jawlensky und Marc Chagall nicht zu vergessen.

Nur wenige Namen versprechen Preissteigerungen

Sammler sollten sich allerdings auf einige wenige Namen konzentrieren, damit sie eine Rendite-Aussicht haben. Tierplastiken von August Gaul sind von höchster künstlerischer Qualität und zeitlos im Geschmack. Nach einer Phase der Verdoppelung der Preise von 2002 bis 2010 sind sie nun wieder so weit zurückgefallen, dass wir sie auf einem Niveau um 300 Euro für gute Einstiegspreise halten. Als Grand-Dame der Kätzchenmalerei gilt Henriette Ronner-Knip (1821-1909). Ihre süßen Kätzchen-Ölbilder kosten derzeit zwischen 4.000 und 40.000 Euro. Die Preisspitzen von 120 bis 140 Tsd. Euro von vor 10 Jahren wurden aber nicht wieder erreicht.

Expertenrat ist sinnvoll

Alexander Koester ist der wohl berühmteste Entenmaler (1864-1932). Seine Ententümpel mit Entengruppen rangieren zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Interessante Preisorientierung: Die Formel "Anzahl der Enten multipliziert mit 3.000 Euro" gilt noch immer. Der niederländische Maler Paulus Potter (1625-1654) ist der Kuh- und Schafmaler schlechthin. Aber selbst Pablo Picassos war in diesem Segment aktiv. Seine berühmte Serie von 26 Stierkampfaquatinten „La Tauromaquia“ ist im Bereich der Druckgrafik eine feststehende Größe. Sie ist seit 1959 wertstabil. Aber Achtung: Im Markt sollen zahlreiche nichtautorisierte bzw. zweifelhafte Werke im Umlauf sein. Hier gilt es vor Kauf einen Experten zu Rate zu ziehen.

Tiermalerei modern: Warhol-Katzen

Wer es bunt und konturiert mag, wird bei Andy Warhol fündig. Stets beliebt, ein wenig beliebig, doch nicht ohne Raffinesse sind seine Farbserigrafien und Siebdrucke. Von der Katze bis zum Rhinozeros ist einiges im Angebot.

Fazit: Tiermalerei und Bildhauerei sind spannend und längst nicht aus der Mode. Qualität hat auch hier ihren Preis. Aber wer den Markt verfolgt, kann durchaus Schnäppchen machen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • So rechnet der Betrieb richtig

Wenn Urlaub zu Geld wird

Urlaub ist laut Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zur Erholung da. Daher darf der Arbeitgeber dem Mitarbeiter diese Zeit eigentlich auch nicht in Geld umwandeln. Aber es gibt Ausnahmen: Wird das Arbeitsverhältnis beendet und es gibt noch ungenutzte Ansprüche, sind diese in Geld auszuzahlen. Nur: Wie berechnen sich die abgegoltenen Urlaubtage?
  • Fuchs plus
  • BMWi schüttet das Füllhorn aus

Neues Förderprogramm zur Digitalisierung

Ein neues Programm des BMWi fördert Digitalisierungsvorhaben. Die Palette reicht von Hardware, über Software bis hin zu Fortbildungen.
  • Im Fokus: Vegane Aktien

Alternative Ernährung bringt Gewinn

Immer mehr Menschen leben vegan. Copyright: Pexels
Vegane Lebensmittel erleben einen wahren Boom. Abgesehen von einigen Highflyern wie Beyond Meat profitieren aber noch einige mehr Unternehmen von dem Trend. Viele davon sind einer breiten Masse von Anlegern aber noch nicht bekannt. Wir bringen Licht ins Dunkel.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Gute-Laune-Nachrichten für die Wirtschaft vom 28.9.2020

Das Wirtschaftsklima verbessert sich stetig

Das 3. Quartal wird – nach dem schweren Einbruch im 2. – hohe Wachstumszuwächse gebracht haben. Doch wie geht es dann weiter? Die konjunkturellen Anzeichen sind nicht schlecht. Der Umgang mit den Corona-Infektionszalen wird somit zum "Casus Knacktus".
  • Fuchs plus
  • Leerfahrten vermeiden - Frachtenbösen nutzen

Transportmarkt entspannt sich – Preise steigen

Das Frachtaufkommen steigt wieder - und damit steigen die Preise. Das erwartete tiefe Sommerloch hat sich nicht aufgetan. Lesen Sie, wo jetzt besonders die Post abgeht.
  • Die zweite Welle oder …

Warten auf Godot?

FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber. © Foto: Verlag FUCHSBRIEFE
Die täglichen Meldungen über die früh angekündigte, drohende zweite Corona-Welle häufen sich. Die Wirtschaft geht bereits wieder in Hab-Acht-Stellung. Wer sich dagegen mit den Krankheitszahlen selbst beschäftigt, reibt sich verwundert die Augen. FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber hat es getan.
Zum Seitenanfang