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Kunstmarkt

Technische Antiquitäten gefragt

Legendäre Chiffriermaschine: die Enigma. (c) picture alliance / AP Photo
Am Antiquitäten-Markt sind technische Antiquitäten, wie Computer, Telefone und Radios zunehmend gefragt. Neben teuren technischen Geräten gibt es auch noch wahre Schnäppchen.

Die Nachfrage am Markt für Kunst, Antiquitäten und Liebhabereien schwappt in ein neues Segment. Zunehmend gefragt sind technische Antiquitäten. Dazu zählen Computer, Telefone, Radios usw.

Jüngst sorgte die Versteigerung eines legendären „Apple I“-Computers für Schlagzeilen. Das Garagenprodukt von 1976 von Apple-Mitbegründer Steve Wozniak lag in der Schätzpreislage zwischen 180.000 und 300.000 Euro. Allerdings wurde dieser Preisbereich nicht erreicht. Das gute Stück wechselte für knapp über 100.000 Euro plus die üblichen 18-20% Aufpreis den Besitzer. Das ist dennoch eine gute Preissteigerung. Seinerzeit lag der Listenpreis bei 666,66 US-Dollar.

Das Beispiel steht exemplarisch für die Preisentwicklung exklusiver und besonderer alter Technikgeräte. Denn nicht selten steckt in den Relikten der Vergangenheit ordentlich Rendite. Eine „Leica 250 GG mit Motor, Kat-Nr. 1542“ kostet derzeit 108.000 Euro. Ein Vorgänger heutiger Radiotechnik, der „Telefunken ESG Detektor“ aus dem Jahr 1917 bringt es auf 18.500 Euro. Der Edison „Idelia Phonograph“ von 1907 wird für 32.000 Euro gehandelt.

Unter den technischen Geräten gibt es auch noch wahre Schnäppchen. Denken Sie an den Plattenspielautomaten „Orphenion Nr. 106“ von Bruno Rückert. Der stammt aus Leipzig um 1900. Solche Geräte werden zwischen 15.000 und 18.000 Euro gehandelt. Zum Vergleich: Der „Melba Deluxe – Grammophon-Schrank“ von Grammophone & Typewriter Ltd., London im Jungendstil von 1905 liegt bei 2.000 Euro. Ein sehr schönes Beispiel um 1880 ist eine Orchester-Walzenspieldose mit Mandarin-Figuren für den chinesischen Markt. Diese brachte auf einer Auktion 15.000 Euro.

 

Gefragte Schreibmaschinen

Sehr gefragt sind auch frühe Schreibmaschinen als wahre Wunderwerke der Mechanik. Hier reicht die Angebotspalette von der „Crandall“ aus dem Jahr 1879 für 4.500 Euro bis zur vernickelten dänischen Schreibkugel Mallory Hanson aus dem Jahr 1867 für stattliche 132.000 Euro. Am unteren Ende liegt die klassische „Kosmopolit“ von 1888 für rund 11.000 Euro komfortabel im Markt. Immerhin ist das eine äußerst seltene und gesuchte deutsche Zeiger-Schreibmaschine.

Von besonderem Interesse ist die legendäre deutsche Chiffriermaschine „Enigma 2W“. Die stammt aus dem Jahr 1942 und ist eine echte Berühmtheit. Unlängst wurde eins dieser raren funkverbundenen Geräte für 140.000 Euro auf einer Auktion zugeschlagen.

Auch figurale Musikautomaten werden gerne gehandelt. Der Automat „Affen-Schule“ von dem Franzosen Jean-Marie Phalibois um 1878 ist für rund 10.000 Euro zu haben. Ferner Musikautomaten aus dem Atelier Vichy; u.a. die Figur Ernest der Poet für 13.000 Euro. Die „Vendeur de Fruits“ von 1880 kostet derzeit 25.000 Euro. Das ist durchaus erstaunlich, denn die Geräte sind nicht einmal 50 cm hoch.

 

Fazit: Technische Antiquitäten faszinieren und können ein erhebliches Renditepotenzial haben. Selbstverständlich müssen alle Geräte in einem einwandfrei funktionierenden Zustand sein. Da dieses interessante und ertragreiche Sammelgebiet noch nicht in der breiten Öffentlichkeit bekannt ist, können technikbegeisterte Sammler noch ruhigen Gewissens auf Einkaufstour gehen.

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