Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
505
Kunstmarkt

Technische Antiquitäten gefragt

Legendäre Chiffriermaschine: die Enigma. (c) picture alliance / AP Photo
Am Antiquitäten-Markt sind technische Antiquitäten, wie Computer, Telefone und Radios zunehmend gefragt. Neben teuren technischen Geräten gibt es auch noch wahre Schnäppchen.

Die Nachfrage am Markt für Kunst, Antiquitäten und Liebhabereien schwappt in ein neues Segment. Zunehmend gefragt sind technische Antiquitäten. Dazu zählen Computer, Telefone, Radios usw.

Jüngst sorgte die Versteigerung eines legendären „Apple I“-Computers für Schlagzeilen. Das Garagenprodukt von 1976 von Apple-Mitbegründer Steve Wozniak lag in der Schätzpreislage zwischen 180.000 und 300.000 Euro. Allerdings wurde dieser Preisbereich nicht erreicht. Das gute Stück wechselte für knapp über 100.000 Euro plus die üblichen 18-20% Aufpreis den Besitzer. Das ist dennoch eine gute Preissteigerung. Seinerzeit lag der Listenpreis bei 666,66 US-Dollar.

Das Beispiel steht exemplarisch für die Preisentwicklung exklusiver und besonderer alter Technikgeräte. Denn nicht selten steckt in den Relikten der Vergangenheit ordentlich Rendite. Eine „Leica 250 GG mit Motor, Kat-Nr. 1542“ kostet derzeit 108.000 Euro. Ein Vorgänger heutiger Radiotechnik, der „Telefunken ESG Detektor“ aus dem Jahr 1917 bringt es auf 18.500 Euro. Der Edison „Idelia Phonograph“ von 1907 wird für 32.000 Euro gehandelt.

Unter den technischen Geräten gibt es auch noch wahre Schnäppchen. Denken Sie an den Plattenspielautomaten „Orphenion Nr. 106“ von Bruno Rückert. Der stammt aus Leipzig um 1900. Solche Geräte werden zwischen 15.000 und 18.000 Euro gehandelt. Zum Vergleich: Der „Melba Deluxe – Grammophon-Schrank“ von Grammophone & Typewriter Ltd., London im Jungendstil von 1905 liegt bei 2.000 Euro. Ein sehr schönes Beispiel um 1880 ist eine Orchester-Walzenspieldose mit Mandarin-Figuren für den chinesischen Markt. Diese brachte auf einer Auktion 15.000 Euro.

 

Gefragte Schreibmaschinen

Sehr gefragt sind auch frühe Schreibmaschinen als wahre Wunderwerke der Mechanik. Hier reicht die Angebotspalette von der „Crandall“ aus dem Jahr 1879 für 4.500 Euro bis zur vernickelten dänischen Schreibkugel Mallory Hanson aus dem Jahr 1867 für stattliche 132.000 Euro. Am unteren Ende liegt die klassische „Kosmopolit“ von 1888 für rund 11.000 Euro komfortabel im Markt. Immerhin ist das eine äußerst seltene und gesuchte deutsche Zeiger-Schreibmaschine.

Von besonderem Interesse ist die legendäre deutsche Chiffriermaschine „Enigma 2W“. Die stammt aus dem Jahr 1942 und ist eine echte Berühmtheit. Unlängst wurde eins dieser raren funkverbundenen Geräte für 140.000 Euro auf einer Auktion zugeschlagen.

Auch figurale Musikautomaten werden gerne gehandelt. Der Automat „Affen-Schule“ von dem Franzosen Jean-Marie Phalibois um 1878 ist für rund 10.000 Euro zu haben. Ferner Musikautomaten aus dem Atelier Vichy; u.a. die Figur Ernest der Poet für 13.000 Euro. Die „Vendeur de Fruits“ von 1880 kostet derzeit 25.000 Euro. Das ist durchaus erstaunlich, denn die Geräte sind nicht einmal 50 cm hoch.

 

Fazit: Technische Antiquitäten faszinieren und können ein erhebliches Renditepotenzial haben. Selbstverständlich müssen alle Geräte in einem einwandfrei funktionierenden Zustand sein. Da dieses interessante und ertragreiche Sammelgebiet noch nicht in der breiten Öffentlichkeit bekannt ist, können technikbegeisterte Sammler noch ruhigen Gewissens auf Einkaufstour gehen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Erbschaftsteuergesetz ist offensichtlich verfassungswidrig

Der Staat macht den Erbfall zum Risiko

Erblasser werden vom Staat im Stich gelassen. Das deutsche Erbschaftsteuerrecht ist nach Meinung des ehemaligen Verfassungsrichter Prof. Paul Kirchhof nicht verfassungskonform – Gestaltungen geschehen unter Vorbehalt. © PictureAlliance
Erst vor Kurzem hat die (alte) Bundesregierung das Erbschaftsteuerrecht geändert. Doch auch die Neuregelung ist klar verfassungswidrig. Das sagt der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Prof. Paul Kirchhof. Das bringt erhebliche Unsicherheit für Steuergestaltungen mit sich.
  • Verbraucherschutz als Wiedergutmachungsprogramm

Das Märchen vom Bürokratieabbau

Chefredakteur Ralf Vielhaber
Vor dreizehn Jahren schaffte es die Entbürokratisierung als Ziel in den Koalitionsvertrag der ersten großen Koalition. Kanzlerin Angela Merkel erklärte ihn zur Chefinnensache. Inzwischen wurde er längst ins Reich der Märchen verbannt wurde, erzählt Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.
  • Fuchs plus
  • Die Majors im Überblick

Der Euro hinkt hinterher

Dollar und Yen zeigen im Vergleich zum Euro eine bessere Performance. Copyright: Picture Alliance
Während in der Eurozone die Euphorie über Konjunktur und Zinsentwicklung langsam schwindet, wird die Dollar-Stärke momentan lediglich vom eigenen Präsidenten ausgebremst. Die Geldpolitik Japans kurbelt indes kräftig die Binnennachfrage an.
Neueste Artikel
  • Hauptstadt-Notizen vom 23. April 2018

Haushaltskürzungen geplant

Die EU-Kommission wird am 2. Mai voraussichtlich einen Sparhaushalt für 2021 bis 2027 vorlegen. Die bisherigen Vorstellungen von Haushaltskommissar Günther Oettinger, den Ausfall Großbritanniens nach dem Brexit durch Mehrzahlungen der verbleibenden Mitgliedsländer auszugleichen, hat angesichts des Widerstandes der Mehrheit der Mitgliedsländer vorerst keine Chance mehr. Das bedeutet für den Agrar- und den Kohäsionsfonds eine Kürzung um bis zu 6% oder rund 10 Mrd. Euro p.a.
  • Fuchs plus
  • „Drahtesel“ als steuerliche Betriebsausgaben

Fahrräder sind für den Fiskus Kraftfahrzeuge

Fahrräder können betrieblich genutzt werden. Sie werden dabei steuerlich wie Kraftfahrzeuge behandelt. Deshalb haben Sie die Wahl zwischen einem Fahrtenbuch oder der 1%-Regelung.
  • Fuchs plus
  • Wachstumsaussichten sind international stabil

Gute-Laune-Nachrichten vom 23. April 2018

Die politischen Krisen wie in Syrien oder die Angst vor einem Welthandelskrieg verlieren an Bedeutung. Die Konjunkturdaten weisen nach wie vor auf eine stabile Aufwärtsentwicklung hin.
Zum Seitenanfang