Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
303
Unfall mit Firmenwagen

Fahrlässig ausgeparkt – Gehalt gekürzt

Fahrlässiges Ausparken mit dem Dienstwagen kann für Arbeitnehmer teuer werden. © picture alliance / dpa Themendienst
Ein Urteil, das so manchen Firmenwagennutzer ins Schwitzen bringen wird. Parkt er fahrlässig aus, haftet er. Und das geht schnell.
Parkt Ihr Angestellter mit dem Firmen-Pkw grob fahrlässig aus, haftet er. Das zeigt ein aktueller Fall, der vors Arbeitsgericht ging. Die Mitarbeiterin eines Geldtransport-Unternehmens nutzte einen Renault Kangoo (Kastenwagen) als Dienstwagen. Dieser ist Vollkasko versichert mit einer Selbstbeteiligung von 300 Euro. Das ist passiert: Nach einem Kundenbesuch der Arbeitnehmerin war das Fahrzeug zugeparkt. Vorwärts konnte die Klägerin die Parklücke nicht verlassen. Sie versuchte es rückwärts und fuhr gegen einen Pfeiler. Schaden: 2.054,33 Euro. Die Haftpflichtversicherung zahlt zwar den Schaden, aber der Arbeitgeber blieb auf der Eigenbeteiligung in Höhe von 300 Euro sitzen. Die will er von der Fahrerin erstatten haben. Zu Recht, wie das Arbeitsgericht feststellt. (Urteil AZ. 11 Ca 1707/16) Rückwärtsfahren ist gefährlich, sagen die Richter. Dies gilt erst recht bei einem Kastenwagen, der das Sichtfeld noch weiter begrenzt. Zudem hat die Beschäftigte es unterlassen, den Fahrweg auf Hindernisse zu prüfen. Notfalls hätte sie aussteigen müssen, um das zu checken. Auch das Herauswinken aus der Parklücke durch einen Passanten wäre möglich gewesen. Da die Mitarbeiterin keine Vorkehrungen traf, war ihr Verhalten grob fahrlässig. Konsequenz: Sie muss die Selbstbeteiligung des Arbeitgebers in Höhe von 300 Euro übernehmen. Es war Okay, dass Gehalt drei Monate um 100 Euro zu kürzen. Ein grobes Missverhältnis zwischen Verdienst und Schaden bestand nicht.

Fazit: Liegt bei einem Unfall mit dem Firmenfahrzeug grobe Fahrlässigkeit vor, kann der Arbeitgeber die zu zahlende Selbstbeteiligung bei seiner Vollkaskoversicherung vom Gehalt des Mitarbeiters abziehen.

Meist gelesene Artikel
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

LGT präsentiert stimmig, aber nicht ganz rund

Mit insgesamt 77,3 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die LGT Bank AG ein Gut und Platz 12 in der Gesamtwertung.
Die LGT Bank zeigt ihre Kompetenz auch im Anlagevorschlag. Der ist zwar nicht ganz rund, aber in sich stimmig. Nur in einem Aspekt setzten wir ein Fragezeichen.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Vontobel Europe legt zu viel Euro ins Depot

Mit insgesamt 61,5 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Bank Vontobel Europe AG nur einen Platz im weiten Feld in der Gesamtwertung.
Die Bank Vontobel Europe wünscht im Anlagevorschlag "Viel Freude beim Lesen". Doch die will nicht so recht aufkommen. Stellenweise ist uns eher zum Weinen.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Capitell zeigt, was ein Protokoll wert ist

Mit insgesamt 75,7 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Capitell Vermögens-Management AG ein Gut und Platz 15 in der Gesamtwertung.
Capitell nimmt uns im Beratungsgespräch positiv mit. Doch offensichtlich täuschte der Eindruck, dass der Berater wirklich gut zugehört hat. Und dann reiht sich ein weiterer Fehler gleich daran an.
Neueste Artikel
  • Einkauf auf hoher See

Seefrachtmarkt schlägt hohe Wellen

Insider warnen Risikofaktoren der Schiffahrtsindustrie. Copyright: Picture Alliance
2018 wird in Sachen Seefracht volatil und schwer planbar. Verschuldung der Schifffahrtsindustrie, Pleiten, Fusionen und der Gigantismus auf den Weltmeeren schüren die Unsicherheit. Experten warnen vor Unterbrechungen der Lieferkette.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Globalance lässt die Geldpersönlichkeit leben

Mit insgesamt 73,7 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Globalance Bank AG ein Gut und Platz 19 in der Gesamtwertung.
Die Globalance Bank versteht, was ein USP ist – ein Aspekt, der ein Haus einzigartig unter vielen macht. Was sie lernen muss, ist, dass das gut ist, aber noch nicht gut genug, um den Gesamtmarkt zu überflügeln.
  • Griechische Staatsanleihen

Anleger stehen im Regen

Staatsanleihen sind schon lange keine sichere Bank mehr. Nach der Umschuldung Griechenlands 2012 stehen nun etliche Privatanleger im Regen
Zum Seitenanfang