Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
420
Mittelstand

Finanzierung: Banken weniger gefragt

Der Mittelstand investiert mehr aus Eigenmitteln als mit Bankkrediten. Verschmäht werden vor allem Förderkredite.
Immer weniger Mittelständler finanzieren Investitionen über Kredite. Waren es vor der Krise 2008/09 im Durchschnitt 750.000 Unternehmen pro Jahr, so sind es jetzt nur noch gut 500.000, ermittelte die KfW. Trotz des günstigeren Zinsumfeldes und somit spürbar gesunkener Zinslasten (minus 5 Mrd. Euro p.a. gegenüber 2014) greifen die Unternehmen seltener zu Fremdfinanzierungen. Dabei gibt es eine Spreizung der Kreditnachfrage. Ausleihungen mit über 1 Mio. Euro (insgesamt 78 Mrd. Euro) oder 60% des Kreditvolumens von 2015 entfielen auf solche Großkredite. Kleinkredite bis 50.000 Euro machen weniger als die Hälfte der Kreditnachfrage aus. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei fast drei Viertel des Volumens. Neben Bankkrediten fragt der Mittelstand auch weniger Fördermittel nach. Auf sie entfielen nur noch 11% des Volumens. Das waren 22 Mrd. Euro, verglichen mit 105 Mrd. Euro an eigenen Mitteln, die für Investitionen eingesetzt wurden. Die Eigenkapitalquote erreicht mittlerweile 30%. Vor der Krise waren es weniger als 20%. Die Entwicklung erklärt sich auch aus der Haltung der Banken. Mittlerweile scheitert wieder jede fünfte Kreditverhandlung. Das entspricht zwar dem langjährigen Durchschnitt, 2014 war aber nur jede sechste Verhandlung ergebnislos. Im Gegensatz zu früher lehnen dabei aber immer mehr Unternehmen die (aus ihrer Sicht unzureichenden) Kreditangebote ab.

Fazit: Der Mittelstand ist bei Krediten wählerischer geworden und kann sich das auch leisten. Insbesondere kleine Unternehmen halten sich bei Krediten zurück. Insgesamt scheut der deutsche Mittelstand komplizierte Förderdarlehen und finanziert lieber aus eigenen Mitteln als zu für zu ungünstig empfundenen Bankkonditionen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Start einer neuen Artikelserie in FUCHS-DEVISEN

Kryptowährungen fahrlässig vernachlässigt

Kryptowährungen stehen in Deutschland nicht hoch im Kurs. Zu Unrecht wie wir meinen. Copyright: Picture Alliance
Kryptowährungen stehen in Deutschland bisher nicht hoch im Kurs. Selbst hinter europäischem Durchschnitt bleiben die Deutschen bei der Bitcoin-Nutzung weit zurück. Doch mit den Anwendungsmöglichkeiten im betrieblichen Zahlungsverkehr sollten sich Unternehmer unbedingt beschäftigen. Die Redaktion FUCHS-DEVISEN startet eine neue Serie und macht die Möglichkeiten von Kryptowährungen transparent.
  • Fuchs plus
  • LGT Bank AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Werte und Individualität – mit kleinen Abstrichen

Die LGT Bank hat die grüne Ampel verdient.
"Wir legen Wert auf Werte" – so präsentiert sich die LGT im Netz und verspricht professionelle Anlagekompetenz sowie individuelle Beratung für private und institutionelle Anleger. 3.188 Mitarbeiter kümmern sich unter Leitung der Fürstenfamilie von Liechtenstein weltweit um die Kunden. Wir gehen mit hohen Erwartungen ins Gespräch – und werden in weiten Teilen nicht enttäuscht.
  • Fuchs plus
  • comdirect bank AG

Nummer Eins beim Online-Wertpapierhandel

Die comdirect bank AG profitiert von den Börsenturbulenzen. Copyright: Picture Alliance
Durch Übernahmen will die Comdirekt Bank ihre Marktstellung ausbauen. Die Tochter der Commerzbank ist Deutschlands Marktführer beim Online-Wertpapierhandel. Diese Marktstellung gilt es zu behaupten.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Des Bauern Leid ist manchen Anlegers Freud‘

Mit dem Turbo gegen eine miese O-Saft-Ernte

Hier zu kalt, dort zu warm: Die großen Orangen-Anbaugebiete in den USA werden in diesem Jahr nur einen dürftigen Ertrag einfahren. Des Bauern leid, ist manchen Anlegers Freud' – denn auch auf die erwarteten Ernteausfälle lässt sich spekulieren.
  • Fuchs plus
  • Das Jahreshoch ist überschritten

Öl-Rally beendet

Öl-Investoren sollten umdenken. Copyright: Picture Alliance
Der Ölpreis war zuletzt nochmals kräftig angezogen. Doch spätestens das Treffen Trump/Putin hat dem Preis einen Dämpfer versetzt. Wer auf den Ölpreis spekuliert, muss jetzt umdenken.
  • Fuchs plus
  • Japans Währung verliert Nimbus als sicherer Hafen für Asien

Langfristiger Aufwärtstrend beim Yen durchbrochen

Der langfristige Aufwärtstrend beim Yen ist durchbrochen. Dafür gibt es insbesondere wirtschaftliche Gründe. Die Situation wirkt selbst-verstärkend. Für Yen-Anleger ergeben sich dennoch Chancen.
Zum Seitenanfang