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Geldpolitik der EZB

Finanzierung: Bodenbildung bei den Zinsen

Bei den Zinsen gibt es eine Aufwärtstendenz. Der Kreditzugang für Unternehmen bleibt leicht.
Die Zinsen kommen in Bewegung. Dabei setzt sich die Aufwärtsbewegung der Renditen fort. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe ist immerhin auf einen positiven Wert von 0,15% gestiegen. Vor acht Wochen lag sie noch bei -0,17%. Der Anstieg der Zinsen zeigt sich nahezu auf der gesamten Zinsstrukturkurve. Lediglich am kurzen Ende, auf das die Europäische Notenbank (EZB) ihren Einfluss direkt ausübt, haben sich die Zinsen kaum nach oben bewegt. Die Renditen für Laufzeiten ab zwei Jahren sind aber durchweg gestiegen. Ein Blick auf die Zinskurve und die Swapsätzen zeigt diese Verschiebung nach oben (vgl. Grafik).
Die Märkte arbeiten die steigende Inflationsrate in die Zinsen ein. Allerdings bestätigen die aktuellen Zahlen von Eurostat unsere Argumentation mit dem Basiseffekt. Denn die aktuelle Inflationsrate lag zuletzt bei 0,5% gegenüber dem Vorjahr (und 0,4% im September). Das zeigt eine leichte Beschleunigung. Allerdings liegt die Kerninflationsrate – also ohne die Preise von Energie und Nahrungsmitteln – konstant bei 0,8%. Der Preisanstieg geht wesentlich auf die veränderten Preise bei Energie (Öl) und Nahrung zurück. Für die EZB dürfte es in diesem Umfeld anziehender Konjunktur- und Inflationsraten schwerer werden, ihre ultralockere Geldpolitik zu rechtfertigen. Die Währungshüter werden dann bald mit dem Basiseffekt der Ölpreise argumentieren. Der EZB-Chefökonom Peter Praet lieferte ebenfalls bereits ein erstes Argument. Ihm zufolge gebe es noch einige Abwärtsrisiken und die Inflation in der Eurozone sei noch deutlich zu niedrig. Er betonte auch, dass die EZB ihr Kaufprogramm so lange fortsetzen werde, bis die Inflation deutlich höher liege. Das deutet auf eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms der EZB hin. Gravierende Verschlechterungen bei der Unternehmensfinanzierung sind dennoch nicht zu erwarten. Trotz des Zinsanstiegs bleiben die Konditionen extrem günstig. Hinzu kommt: Der grundsätzliche Kreditzugang verbessert sich sogar wieder spürbar. Das zeigt die jüngste ifo-Kredithürde an. Diese ist im Vergleich zum Vormonat kräftig von 14,9% auf 14,4% gesunken. Das bedeutet: Weniger Unternehmen berichten über eine restriktive Kreditvergabe der Banken. Hier zeigt sich der hohe Wettbewerb der Geldhäuser um Firmenkreditkunden (vgl. nächster Beitrag).

Fazit: Die Zinsen haben wie prognostiziert ihren Boden gefunden und tendieren nun seitwärts. Am langen Ende wird sich in den nächsten Monaten eine leichte Aufwärtstendenz ausbilden. Der Kreditzugang bleibt leicht und der scharfe Wettbewerb der Banken wird zu starke Zinsanstiege abfedern.

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