Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2013
IT-Investitionen

Unternehmen: Digitalisierung unterfinanziert

Die Finanzierungskosten der Digitalisierung sind für den Mittelstand nicht konkret ablesbar. Sie werden aber erheblich sein.
Der deutsche Mittelstand unterschätzt den Finanzierungsaufwand für Digitalisierungsprojekte erheblich. Es gilt: zu wenig, ungeplant, nicht zukunftsgerichtet. Der Grund: Viele Unternehmenschefs wissen nicht, wohin die Reise gehen muss. Darauf verweist Creditreform auf Basis von Untersuchungen der KfW bei Unternehmen mit über fünf Mitarbeitern. Die Investitionen erfolgen eher planlos. Zwar haben mehr als vier Fünftel der Unternehmen in den letzten drei Jahren in ihre IT investiert. Aber nur ein Fünftel tat dies im Rahmen einer durchdachten Digitalisierungsstrategie. Nur jedes fünfte Unternehmen verfolgt einen eigenen Umstrukturierungsplan. Ein Drittel hat überhaupt noch nicht begonnen. Die Unternehmen nehmen zu wenig Geld in die Hand. Die Hälfte der Betriebe gab weniger als 10.000 Euro im Jahr aus. Das reicht nicht einmal für eine sinnvolle Cloud-Lösung. Über 100.000 Euro p.a. gaben nur 5% der Betriebe aus, vor allem größere. Der wichtigste Grund: Mittelständler können laut Creditreform den Nutzen einer weitergehenden Digitalisierung für ihr Geschäftsmodell überwiegend noch nicht erkennen. Die Unternehmen finanzieren mit Eigenkapital. Und zwar über drei Viertel. Das liegt laut Creditreform auch an der mangelnden Kompetenz der Banken, die vielfach den Nutzen digitaler Investitionen gar nicht beurteilen können. Der Finanzierungsbedarf für Digitalisierung wird schon bald kräftig steigen. Denn ein deutlicher Schritt nach vorne in der digitalen Vernetzung von Informationen, Produkten und Dienstleistungen ist nur mit erheblich höheren Ausgaben möglich. Dies wird dazu führen, dass Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben zunehmen werden. Denn ähnlich wie Innovationsvorhaben haben sie ein erhöhtes Risiko und die Bewertung durch externe Geldgeber fällt besonders schwer. Problematisch sind die kostenintensiven Personal- und Vorleistungsaufwendungen. Sicherheiten aus einem Projekt sind mangels konkreter Sachinvestitionen damit geringer. Das senkt die Bereitschaft externer Geldgeber, Digitalisierungsvorhaben zu finanzieren. Noch ist die Finanzierung allerdings nicht das Hauptproblem. Andere Hemmnisse sind schwerwiegender: mangelnde IT-Kompetenz der Beschäftigten, Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation oder IT-Fachkräftemangel.

Fazit: Bisher ist die Kosten-Nutzenanalyse der Digitalisierung für Mittelständler nicht darstellbar. Trotzdem sollten Sie zumindest gedanklich auf deutlich steigende Kosten vorbereitet sein.

Neueste Artikel
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 59

Geldtipp #59:Welche Chancen und Risiken Privatkredite bieten

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Anleger können nicht nur Kredite aufnehmen, sondern auch in diese Klasse investieren. Pferdchen und Fuchs beschreiben in der 59. Folge des Geldtipp-Podcasts, für wen sich Privatkredite als Investment eignen.
  • Fuchs plus
  • Preise bei Übernahmen von Technologie-Unternehmen steigen

Deutschland mit größeren Tech-Deals

Die Preise für deutsche Technologieunternehmen steigen. 2025 wurden Unternehmen aus dem Bereich für 15,7 Mrd. Euro verkauft. Die meisten davon stammen aus der Softwarebranche.
  • Fuchs plus
  • Spanischer Immobilienmarkt im Aufschwung

Barcelona für Käufer derzeit hochinteressant

Seit dem Einbruch von 2022 hat sich der spanische Markt für Wohnimmobilien deutlich erholt. Dabei sind die Premiumlagen in Barcelona im Vergleich zu den Balearen noch günstig.
Zum Seitenanfang