Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
618
Novellierung des GWB in Kraft

Kartellrecht mit neuen Maßstäben

Das neue Kartellrecht geht nicht mehr nur vom Umsatz der beteiligten Unternehmen aus.
Käufe von zukunftsträchtigen Start-ups können künftig kartellrechtlich problematisch werden. Denn das Kartellamt betrachtet nicht mehr nur den Umsatz, sondern den Gesamtwert einer Transaktion – die „Gegenleistung“. Konkret heißt das: Schon der Kauf eines Unternehmens mit weniger als 5 Mio. Euro Umsatz in Deutschland kann der Fusionskontrolle unterliegen. Das Bundeswirtschaftsministerium geht aber davon aus, dass nur wenige Fälle betroffen sein werden. Denn Voraussetzung ist, dass der Deal mindestens 400 Mio. Euro Gegenleistung umfasst. Nur in solchen Fällen sind Übernahmen und Fusionen seit Inkrafttreten der 9. GWBV-Novelle am 9. Juni anmeldepflichtig. Doch Vorsicht, die „Gegenleistung“ ist weit gefasst. Neben dem Kaufpreis gehören dazu auch Vermögenswerte wie Stimmrechte oder ein erst in der Zukunft zu bezahlender Kaufpreisaufschlag bei Erreichen bestimmter vereinbarter Umsatz- oder Ertragsziele. Die anmeldepflichtige Gegenleistung kann am ehesten am Markt für digitale Start-ups zusammenkommen. Denn dort wird oft nicht für den (geringen) Gegenwartsumsatz, sondern für einen geschätzten zukünftigen Erlös gezahlt. Allerdings ist die Zahl solcher Deals in Deutschland im Gegensatz zu den USA bisher noch bescheiden. Das BMWi rechnet mit aktuell drei Fällen über 400 Mio. Euro Gegenleistung im Jahr. Aber Achtung: Sobald Sie ein Unternehmen kaufen, das über 5 Mio. Umsatz macht, gelten schon jetzt andere Regeln. Dann muss der Kauf in jedem Fall angemeldet werden, wenn gleichzeitig das übernehmende Unternehmen mehr als 25 Mio. Euro Umsatz macht.

Fazit: Die Neuordnung ist zwar spektakulär. Sie wird vorerst aber nur einige Ausnahmefälle betreffen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • DZ Privatbank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

DZ PRIVATBANK S.A.: Kleine Schwächen in der Kür

Die DZ Privatbank erhält in der Gesamtwertung das rating »Sehr gut«.
Die DZ Privatbank schenkt dem Kunden einen fulminanten Auftakt im Beratungsgespräch, an den sie auch zunächst nahtlos mit Gesprächsprotokoll und Anlagevorschlag anknüpft. Doch eine gute, gar herausragende Vermögensstrategie erfordert noch mehr.
  • Fuchs plus
  • Neue Bank AG | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Neue Bank: Verliebt in Text und gute Lösungen

Die Neue Bank AG erhält in der Gesamtwertung das rating »Gut«.
Seit 1991 ist die Neue Bank inzwischen am Markt und sieht sich selbst in der Tradition einer klassischen Privatbank. Dem wird sie auch meistenteils gerecht, wenn da nicht der eine und andere (Anfänger)Fehler wäre.
  • Fuchs plus
  • St. Galler Kantonalbank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

St. Galler Kantonalbank: Viel Paket mit wenig Premium

St. Galler Kantonalbank erhält in der Gesamtwertung das rating »Das weite Feld«.
Der Anlagevorschlag liegt bei der St. Galler Kantonalbank schon zu Beginn des eigentlichen Beratungsgesprächs vor – und erfährt auch keine Überarbeitung mehr. Das merkt man dem Inhalt auch deutlich an.
Neueste Artikel
  • In aller Kürze

Unternehmen: Hohe Kreditnachfrage

Obwohl die Investitionsdynamik der Unternehmen leicht nachlässt, ist die Kreditnachfrage enorm hoch. Laut Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) legte das Kreditneugeschäft im dritten Quartal um 9,6% zu. Dabei dominieren sehr kurzfristige Kredite. Diese sind extrem günstig und ermöglichen eine sehr agile Finanzplanung.
  • Fuchs plus
  • Finanzgericht gespalten

Dienstwagen wirklich zu teuer?

Bei Autos von Lamborghini und Ferrari bekommen viele Männer leuchtende Augen. Finanzämter und Finanzgerichte haben da allerdings eher Bauchschmerzen. Nämlich dann, wenn es darum geht, diese Boliden auch noch als Dienstfahrzeug zu akzeptieren.
  • Fuchs plus
  • Forschung und Entwicklung – Wirtschaftsministerium will Feldtests vereinfachen

Altmaier will Sonderforschungszonen

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will den Test von neuen Technologien vereinfachen.
Das Bundeswirtschaftsministerium will den Test von neuen Technologien unter realen Bedingungen vereinfachen. Experimentierklauseln in Gesetzen sollen die Einrichtung von Reallaboren ermöglichen.
Zum Seitenanfang