Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
65
Konkurrenz um Fachkräfte

Handwerk startet Ausbildungsinitiative

Das Handwerk startet eine Ausbildungsinitiative nach der anderen. Hohe Abbrecherquoten sind aber nur ein kleiner Teil des Problems.
Die Konkurrenz um Fachkräfte im Mittelstand wird schärfer. Und das Handwerk hat dabei das Nachsehen. Ihm gelingt es immer seltener, den eigenen Nachwuchs in den eigenen Reihen zu halten. Fuchsbriefe haben nachgerechnet: Vom eingestellten Nachwuchs stehen dauerhaft nur 23% dem handwerklichen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Nach den Daten des Deutschen Handwerksinstituts in Göttingen liegt der Anteil der ‚handwerkstreuen Gesellen‘ nur noch bei gut einem Drittel. Zwei Drittel der ausgebildeten Fachkräfte wandert ab, die meisten sofort im ersten Berufsjahr. Beispiel Brandenburg an der Havel. Dort sind Metallfachkräfte gefragte Leute. Das ZF-Getriebewerk braucht zusätzliches Personal, um Porsche in Osnabrück, Leipzig und Stuttgart mit Getrieben zu versorgen. Aktuell stockt der Betrieb um 200 Mitarbeiter auf. ZF beschäftigt gerne einschlägig Vorqualifizierte gewerbliche Mitarbeiter für die Fertigung und Montage. Deshalb sind die Kfz-Mechatroniker aus den Autohäusern der Region heißt begehrt. Zum Ärger der Handwerksbetriebe finden viele Gesellen das Angebot attraktiv und wechseln in die Industrie. Das Problem: Das Handwerk braucht dringend selbst das Personal. Die Auftragsbücher sind voll, qualifizierte Gesellen fehlen überall. Die Gründe: Die Arbeit gefällt ihnen zwar, keineswegs aber das monatliche Entgelt und die sozialen Konditionen und vielen fehlt es einfach an der beruflichen Perspektive. Es scheitert aber auch an unzeitgemäßem Hierarchiegehabe und nicht eingehaltenen innerbetrieblichen Zusagen. Die Einstellzahlen nach oben zutreiben, hilft nur begrenzt. Mehr als ein Drittel der Nachwuchskräfte erreicht nicht die Ziellinie. Vorzeitige Vertragslösungen oder nicht bestandene Gesellenprüfungen schaden auch noch dem Firmenimage.

Fazit: Wer seine Fachkräfte halten will, der muss bei den Arbeitskonditionen auf dem regionalen Arbeitsmarkt – nicht nur finanziell - mithalten. Andernfalls ist der Fachkräfte-Drift, hin zur Industrie, nicht zu stoppen.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
  • Peking verlagert den Schwerpunkt

Chinas Wirtschaftsdynamik lässt weiter nach

Die Dynamik der chinesischen Wirtschaft lässt in allen Sektoren sichtbar nach. Hintergrund sind aus unserer Sicht nachlassende fiskalische Impulse. Die Pekinger Führung nimmt andere Ziele in den Fokus.
Neueste Artikel
  • Wie transparent sind die Compliance-Maßnahmen?

ThyssenKrupp mit einem gelungenen Compliance Management System

ThyssenKrupp ist bei seinen Compliance Maßnahmen nicht nur transparent. Sie sind auch weitgehend stimmig. daher nur eine geringes Risiko aus Investorensicht.
Die Milliardenstrafen liegen nicht lange zurück, und jetzt lasten schon wieder schwerwiegende Korruptionsvorwürfe auf ThyssenKrupp. Am Compliance Management System liegt das kaum, das ist eigentlich gut konzipiert. Den Platz unter den ersten drei im Rating verdankt der Konzern seinem CMS. Thyssen-Chef Heinrich Hiesinger scheint die Untiefen im umstrittenen U-Boot-Rüstungsdeal monatelang nicht ernst genug genommen zu haben. Da hilft dann auch kein noch so gutes Compliance-Warnsystem mehr. 
  • Triumph der Hidden Champions

Österreich die neue Nummer 1 im Private Banking

Sie nahmen für Ihre Häuser die Ehrenurkunde für sehr gute Leistungen entgegen (v.l.n.r.): Robert Hager / Bankhaus Spängler (2.v.l.), Dr. Mathias Albert / Bank Gutmann, Wolfgang Fusek / Bankhaus Krentschker, Arnd Brüggenwirth / DekaBank Luxemburg, Martin Engler / VP Bank, Wolfgang Ules / Capital Bank, Michael Krume / Merck Finck Privatbankiers, Thomas Acker / Spiekermann & Co sowie Wolfgang Harth / Weberbank. Links und rechts außen die Moderatoren des Abends, Dr. Jörg Richter / IQF und Ralf Vielhaber / Verlag FUCHSBRIEFE. Foto: Stefanie Loos, Copyright: Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER
Österreich ist die neue Nummer 1 im Private Banking. Gleich vier Anbieter aus der Alpenrepublik überzeugten im Markttest der Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER mit sehr guten Leistungen im Beratungsgespräch, in der Vermögensstrategie, der Portfolioqualität und der Transparenz. Jahressieger ist zum zweiten Mal hintereinander das Salzburger Bankhaus Carl Spängler. Die Nummer 1 der Ewigen Bestenliste ist die Wiener Bank Gutmann.
  • Die Politik nimmt immer mehr Einfluss auf die Kunst

Künstler lassen sich von der Politik instrumentalisieren

Für Künstler ist es profitabel geworden, sich bei der Politik anzubiedern. Das instrumentalisiert Kunst immer stärker – zum Nachteil von Kunstinteressierten und Sammlern.
Zum Seitenanfang