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VDMA-Studie zu "Made in China 2025"

Der Maschinenbau schlägt Alarm

Dass China seinen Aufstieg zur Weltmacht in allen Bereichen planvoll und konsequent vorantreibt, ist bekannt. Somit muss jedes Strategiepapier Pekings höchste Aufmerksamkeit bekommen. Für die deutsche Paradebranche Maschinenbau ist es die Strategie Made in China 2025.

Der Verband der Maschinen- und Anlagebauer (VDMA) schreckt kurz vor Weihnachten nicht nur die eigene Branche auf. Eine zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung erstellte Studie sieht in den nächsten Jahren China vom Absatzmarkt zum harten Konkurrenten auf den Weltmärkten aufsteigen. „Abkehr von der Win-Win-Situation“ hat der Verband den Gute-Laune-Killer daher treffend getitelt.

Zwar arbeitet die Studie mit Szenarien, von denen eines auch gewaltige Chancen für den Export der Maschinenbauer voraussieht. Aber die Eintretenswahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch. So bescheinigt die Studie den chinesischen Firmen eine „rasant steigende technologische Wettbewerbsfähigkeit“.

Risikoszenarien überwiegen

Schon fürs „Baseline“-Szenario muss sich die deutsche Paradebrache dagegen warm anziehen. In dieser Vorausschau wird „Made in China 2025“ – die technologische Wirtschaftsstrategie Pekings – nur ein Teilerfolg. Dann bleiben noch drei, vier Jahre Exportwachstum ins Reich der Mitte.

Kommt es aber zu einer der beiden Erfolgsvarianten von Made in China „ ist mit einem signifikanten Markteinbruch deutscher Maschinen- und Anlagenbauer bis ins Jahr 2030 zu rechnen (Exportvolumen 2030: 13 Mrd. Euro gegenüber 18 Mrd. in 2019).

Politik und Unternehmen müssen schnell handeln

Nur im unwahrscheinlichen Fall, dass „Made in China“ ein Schlag ins Wasser wird, „kann der Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland mit einem langfristig starken Wachstum der Exporte nach China (+3,5% p.a.) rechnen.“

Der Verband rät seinen Mitgliedsunternehmen daher, sich jetzt schon auf neuen Märkten in Asien umzutun. Die EU müssen eine gemeinsame China-Strategie entwickeln und für ein gemeinsames Spielfeld mit fairen Regeln sorgen. Vor allem gehe es um Abkommen über Standards auf dem Feld des Schutzes geistigen Eigentums und des Datenschutzes. Zum anderen geht es um den Schutz vor Wettbewerbsverzerrungen durch subventionierte Unternehmen auf dem EU-Binnenmarkt, den Zugang zu den öffentlichen Beschaffungsmärkten der EU und gleiche Wettbewerbsbedingungen bei der Exportfinanzierung. Deutschland wiederum müsse mehr in Bildung und Wissenschaft investieren, um als Standort weiter mithalten zu können.

Fazit: Wir haben jüngst gezeigt, dass auch China bei Innovationen an seine Grenzen stößt (FB vom 10.12.). Masse ist nicht schon Klasse. Das sollte für die deutschen Unternehmer ein zusätzlicher Anreiz sein, den Wettbewerb mit voller Kraft aufzunehmen.

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