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2014
China manipuliert die Bevölkerungsstatistik

Die USA bleiben im Wettstreit mit China vorne

China manipuliert die Bevölkerungsstatistik. Copyright: Picture Alliance
China manipuliert die Bevölkerungsstatistik. Mit erheblichen Konsequenzen für das kommende Verhältnis von arbeitender zu nicht mehr erwerbsfähiger Bevölkerung, für technologischen Fortschritt und wirtschaftlichen Zuwachs.

China wird es nicht schaffen, die USA als Weltmacht auszustechen. Weder auf wirtschaftlichem noch auf militärischem Gebiet. Auch wenn der „Zug“ der Chinesen an die Spitze der Staatenwelt aus europäischer Sicht unaufhaltbar erscheint, er ist es nicht. Er wird vielmehr schon bald durch hausgemachte Probleme ausgebremst werden.

Zum entscheidenden Faktor wird die Demografie. Die bis 2016 gültige Ein-Kind-Politik setzt dem nach wie vor bevölkerungsmäßig recht homogen zusammengesetzten Riesenreich (92% Han-Chinesen, 8% Minderheiten meist mit eingeschränkten Rechten) mächtig zu.

Getürkte Zahlen

China hat die eigene Bevölkerung und die Welt offenbar mit getürkten Zahlen an der Nase herumgeführt. Yi Fuxian, leitender Forscher im Bereich Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität von Wisconsin-Madison, hat die chinesische Bevölkerungspolitik und -daten einer intensiven Analyse unterzogen. Ihm war aufgefallen, dass Chinas Regierung kurz nach Bekanntwerden der jüngsten Bevölkerungsschätzung von 1,41 Mrd. Menschen im Jahr 2020 bekannt gab, dass die zwei-Kind-Politik, die seit 2016 gilt – vorher durften chinesische Paare offiziell nur 1 Kind haben – aufgehoben wird und drei Kinder erlaubt sind. Anhand verschiedener Vergleichsdaten kommt Fuxian zu dem Schluss, dass die chinesische Reproduktionsrate bereits 1991 unter 2,1 Kinder je Frau gefallen war und 2010 nur 1,18 betrug. Die offizielle Zahl aber lautete 1,63 Kinder je Frau.

Keine 1,3 Mrd. Chinesen

Angeblich soll noch heute die Bevölkerungszahl immer weiter steigen. Was biologisch eigentlich unmöglich ist und nur durch Zuzug möglich wäre – den es aber in nennenswertem Ausmaß nicht gibt.

Fuxians Erkenntnis lautet: „Chinas Bevölkerungszahl lag 2020 wahrscheinlich bei 1,28 Mrd. Menschen – etwa 130 Mio. weniger als angegeben. Damit ist nicht China das bevölkerungsreichste Land der Welt, sondern Indien.“ Nach 36 Jahren strenger Ein-Kind-Politik und der folgenden Zweikinder-Politik habe sich die Einstellung der Chinesen gegenüber Heirat und Geburten grundlegend verändert. Die Scheidungsrate sei in Festlandchina anderthalbmal so hoch wie in Taiwan.

Von Kindern entwöhnt

Darauf sind auch die aktuellen Maßnahmen im Bildungssektor zurückzuführen. Peking erlaubt Nachhilfe-Unternehmen nicht mehr, kommerziell zu wirtschaften. Der Grund: In China, mit seinem ausgeprägten Leistungsethos, ist jungen Familien eingetrichtert worden, dass aus ihren Kindern nur etwas wird, wenn diese neben dem Unterricht auf Nachhilfeschulen weiterpauken. Das hat dazu geführt, dass die an einen modernen Lebensstil gewöhnten jungen Paare erst recht keine Kinder mehr wollen. Sie sind ihnen zu teuer geworden.

Ab 2035 bei allen demografischen Kennzahlen schlechter als USA

Fuxian erwartet, dass China 2035 in allen demografischen Kennzahlen schlechter abschneiden wird als die USA. Die Fertilitätsrate dort: 1,71 Kinder je Frau. Das werde sich auch beim Wirtschaftswachstum zeigen. Chinas BIP beträgt aktuell 14,47 Billionen USD, das der USA 20,93 Billionen. Pro Kopf lauten die Zahlen 10.390 USD (2019) für China und 65.910 USD für die USA (Deutschland 48.550).

Seit 2010 kippt die chinesische Altersstruktur sichtbar. Der Anteil der Menschen in erwerbsfähigen Alter geht Jahr für Jahr deutlich zurück. Strukturell kritisch wird die Situation bereits in den 40er Jahren, verstärkt ab den 50er Jahren. Dann wird der Anteil der inaktiven Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung annähernd 50% betragen (aktuell 21%), in den USA 42%.

Verlust an Wachstumsdynamik absehbar

China hat bei weitem nicht genügend Reserven, um das Altersproblem ausreichend abzufedern. Peking hat sich am deutschen Rentensystem orientiert, bei dem die junge Generation für die ältere aufkommt. Das funktioniert in China noch viel weniger als hier.

Das Land steuert somit auf eine dramatische Altersarmut zu. Es wird – wie Europa auch – an Wachstumsdynamik verlieren, denn die Zukunft baut voll auf Technologie. Und die wiederum braucht eine junge, aufgeschlossene Bevölkerung für Neuentwicklungen auf breiter Front. Hier sind Länder wie die USA und Indien im Vorteil.

Fazit: Demografische Trends wirken sich langfristig aus und sind wie ein Containerschiff schwer zu stoppen und nicht schnell zu drehen. Chinas Zukunft ist somit – wie die anderer Länder auch – diesbezüglich weitgehend vorgezeichet. Die Alterung wird das Land erheblich treffen.

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