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Die hohen Kosten der Energiewende

Fehlinvestitionen ins europäische Gasnetz

Die Länder der EU planen zu hohe Investitionen ins Gasnetz. Sie sind in einer Zwickmühle. Kurzfristig müssen die europäischen Gaslieferanten ersetzt werden. In den nächsten Jahrzehnten wird die Nachfrage nach Erdgas aber stark zurückgehen.

Die ohnehin schon teure Energiewende fordert das nächste kostspielige Unterfangen ein. Die EU-Länder planen hohe Investitionen ins Gasnetz. Doch rechnen können sich diese nicht.

32 Gasprojekte werden auf der vierten Liste der Vorhaben von gemeinsamem Interesse (Projects of Common Interest, PCI) aufgeführt. Die PCI-Vorhaben sollen für ein gemeinsames europäisches Energienetz sorgen und so eine umweltfreundliche, erschwingliche und sichere Energieversorgung gewährleisten. Für die PCI-Projekte gelten vereinfachte Genehmigungsverfahren und es können EU-Beihilfen beantragt werden. Die EU-Länder sind wegen des sich wandelnden Gasmarkts in einer Zwickmühle.

LNG soll europäische Lieferanten ersetzen

Kurzfristig gehen europäische Gasvorkommen in den Niederlanden, Norwegen und Schottland zu neige. Sie sollen durch Importe etwa aus Katar ersetzt werden, für die Infrastruktur aufgebaut wird. Neue LNG-Terminals können die Versorgung breit diversifizieren. Dafür sind hohe Investitionen von etwa 29 Mrd. Euro nötig. Aber selbst ohne die Erweiterungen ist das europäische Gasnetz sicher. Das zeigt eine Studie des Analyseunternehmens Artelys im Auftrag der European Climate Foundation. Das Pipelinenetz könnte eine starke Zunahme der Nachfrage oder auch einen Ausfall wesentlicher Lieferanten aushalten.   

In den nächsten zwanzig Jahren wird Nachfrage nach Erdgas stark zurückgehen

Langfristig wird mit der europäischen Energiewende die Nachfrage nach Gas in den nächsten Jahrzehnten stark zurückgehen. Denn Erdgas wird durch die darauf aufgeschlagenen CO2-Preise zu teuer. Viele Gaspipelines werden dann kaum noch genutzt. Heizungen werden zunehmend über Erdwärme, Holz und Wärmespeicher betrieben. Der Nutzen der Investitionen ist daher zweifelhaft.

Fazit: Die weiterhin unkoordiniert und unstrukturiert ablaufende Energiewende fordert immer mehr "Opfer". Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weill (SPD) fordert zurecht einen Neustart. Doch in Berlin sieht sich dafür niemand verantwortlich.
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