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Weltwirtschaft

Drei Graue Schwäne

Zementwerk in China: beim Abbau von Überkapazitäten droht ein wirtschaftlicher Einbruch. © cozyta / Getty.
Der Weltwirtschaft geht es gut. Die Stimmung ist ausgelassen. Doch nicht umsonst heißt es, man soll gehen, wenn’s am schönsten ist. Ein Kommentar von Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.
Die Wirtschaft ist in Genießer-Laune. Weltweit zieht das Wachstum an, in den Industrie-, wie in den Schwellenländern. Deutschland liefert eine Reihe an Rekordzahlen – siehe unsere Gute-Laune Nachrichten – Europas Erholung verfestigt sich und Trumps Amerika bleibt wirtschaftlich in der Spur. Wunschkandidat Macron ist Frankreichs neuer Präsident und in Deutschland steuert Angela Merkel auf den nächsten Wahlsieg zu. Berechenbarkeit scheint wieder Einzug zu halten, sowohl auf politischem Parkett, als auch in der Weltwirtschaft. Doch nicht umsonst heißt es auf Parties, man soll gehen, wenn’s am schönsten ist. In der Wirtschaft ist das nicht möglich. Unternehmer sind geborene Optimisten, aber gute Unternehmer hüten sich vor Euphorie. Sie vernebelt die Sinne. Ich nehme in der Ferne drei Graue Schwäne wahr. Besser als Schwarze Schwäne, die man bekanntlich nicht sieht. Aber dennoch schwer berechenbar. 1. Die Notenbanken beginnen langsam damit, Geld aus dem Märkten zu nehmen und ihre Bilanzen wieder zu verkürzen. Zunächst die Fed, bald auch die EZB. Kredite werden also teurer. Und im Kopf der Investoren beginnt das große Umdenken. 2. Das Schuldenniveau in den Industriestaaten ist höher als vor der Finanzkrise und die Aktienmärkte sind auf Pump auf ihre Höchststände getrieben worden. 3. Chinas KP trifft sich im Herbst zu ihrem 19. Kongress. Dann werden Weichen neu gestellt. Der dritte Schwan, China, ist meines Erachtens der gefährlichste. Der anstehende Regierungswechsel gibt Chinas Staatschef Xi Jingping eine vorläufig letzte große Chance, die Reform des überschuldeten chinesischen Staatssektors anzugehen. Denn der droht das Land in die japanische Stagnationsfalle zu führen. Überkapazitäten, wohin das Auge schaut, bei Stahl, Zement, Kohle, Glas. Finanziert mit immer neuen Staatskrediten. Doch wenn Xi das Problem angeht, wird China Massenentlassungen, Unruhen und einen vorübergehenden Einbruch der Wirtschaft erleben. Das wird die Weltwirtschaft, Deutschlands Exporteure voran, treffen.

Fazit: Alle drei Grauen Schwäne sind mit der Zeit gewachsen, weil Politik Probleme nicht anpacken wollte. Die Schonzeit geht jetzt zu Ende. Es könnte bald kräftig rumpeln in der Weltwirtschaft.

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