Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
464
Rohstoffe

Der Fluch des Reichtums

Rohstoffexporteure: Kleine Flamme totz Reichtum | © Getty
Viele rohstoffreiche Länder haben derzeit Wachstumsprobleme. Zu Gründen und Konsequenzen hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich neue Erkenntnisse.
Das Ende des Rohstoffbooms und die Probleme vieler Rohstoffexporteure haben das Interesse an der „dutch desease“ erneuert. Diese Diagnose knüpft an die niederländische Erfahrung aus den 60er Jahren im Gefolge des Erdgas-Booms an. Der sprunghaft steigende Rohstoffexport liefert anfänglich einen positiven Schock durch verbesserte Terms-of-Trade und entsprechend höhere Einkommen. Doch paradoxerweise führt dies zu geringerem Wachstum und verbreiteter Arbeitslosigkeit. Dahinter steckt ein Verdrängungseffekt: Kapital und Arbeit konzentrieren sich auf die boomende Rohstoffproduktion zulasten der handelbaren (Industrie-)-Güter. Folge ist eine reale Aufwertung der Währung (Verlust an Wettbewerbsfähigkeit). Dies wiederum beeinträchtigt die industrielle Produktion und den Export. Gleichzeitig zieht der Import aufgrund gestiegener Einkommen an. Unterm Strich ergibt das eine deutliche Verschlechterung der Handels- und Leistungsbilanz. Ein aktuelles Papier aus dem Research der BIZ liefert dazu neue Erkenntnisse. Es ist unter www.bis.org als work609.pdf zu finden. Die Analyse deutet darauf hin, dass die Produktivitätsentwicklung im Zusammenspiel mit den internationalen Kapitalflüssen eine wichtige Rolle spielt. Die in der Industrie schnellere Entwicklung der Produktivität kommt in der oben geschilderten Konstellation nicht zum Tragen. Denn die Investitionen in Anlagen und damit verbundene Technologie werden durch den Rohstoffsektor verdrängt. Dieser Effekt wird durch den Rückgriff auf Mittel des Auslands eher noch verstärkt. Damit verschlechtern sich auch die mittel- und langfristigen Wachstumschancen.

Fazit: Die von den Finanzinvestoren geschätzte einfache Liberalisierungspolitik samt Öffnung der lokalen Finanzmärkte – siehe aktuell Brasilien – will gut überlegt sein. Sie führt nicht unbedingt zum Erfolg.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Erbschaftsteuergesetz ist offensichtlich verfassungswidrig

Der Staat macht den Erbfall zum Risiko

Erblasser werden vom Staat im Stich gelassen. Das deutsche Erbschaftsteuerrecht ist nach Meinung des ehemaligen Verfassungsrichter Prof. Paul Kirchhof nicht verfassungskonform – Gestaltungen geschehen unter Vorbehalt. © PictureAlliance
Erst vor Kurzem hat die (alte) Bundesregierung das Erbschaftsteuerrecht geändert. Doch auch die Neuregelung ist klar verfassungswidrig. Das sagt der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Prof. Paul Kirchhof. Das bringt erhebliche Unsicherheit für Steuergestaltungen mit sich.
  • Verbraucherschutz als Wiedergutmachungsprogramm

Das Märchen vom Bürokratieabbau

Chefredakteur Ralf Vielhaber
Vor dreizehn Jahren schaffte es die Entbürokratisierung als Ziel in den Koalitionsvertrag der ersten großen Koalition. Kanzlerin Angela Merkel erklärte ihn zur Chefinnensache. Inzwischen wurde er längst ins Reich der Märchen verbannt wurde, erzählt Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.
  • Fuchs plus
  • Die Majors im Überblick

Der Euro hinkt hinterher

Dollar und Yen zeigen im Vergleich zum Euro eine bessere Performance. Copyright: Picture Alliance
Während in der Eurozone die Euphorie über Konjunktur und Zinsentwicklung langsam schwindet, wird die Dollar-Stärke momentan lediglich vom eigenen Präsidenten ausgebremst. Die Geldpolitik Japans kurbelt indes kräftig die Binnennachfrage an.
Neueste Artikel
  • Hauptstadt-Notizen vom 23. April 2018

Haushaltskürzungen geplant

Die EU-Kommission wird am 2. Mai voraussichtlich einen Sparhaushalt für 2021 bis 2027 vorlegen. Die bisherigen Vorstellungen von Haushaltskommissar Günther Oettinger, den Ausfall Großbritanniens nach dem Brexit durch Mehrzahlungen der verbleibenden Mitgliedsländer auszugleichen, hat angesichts des Widerstandes der Mehrheit der Mitgliedsländer vorerst keine Chance mehr. Das bedeutet für den Agrar- und den Kohäsionsfonds eine Kürzung um bis zu 6% oder rund 10 Mrd. Euro p.a.
  • Fuchs plus
  • „Drahtesel“ als steuerliche Betriebsausgaben

Fahrräder sind für den Fiskus Kraftfahrzeuge

Fahrräder können betrieblich genutzt werden. Sie werden dabei steuerlich wie Kraftfahrzeuge behandelt. Deshalb haben Sie die Wahl zwischen einem Fahrtenbuch oder der 1%-Regelung.
  • Fuchs plus
  • Wachstumsaussichten sind international stabil

Gute-Laune-Nachrichten vom 23. April 2018

Die politischen Krisen wie in Syrien oder die Angst vor einem Welthandelskrieg verlieren an Bedeutung. Die Konjunkturdaten weisen nach wie vor auf eine stabile Aufwärtsentwicklung hin.
Zum Seitenanfang