Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
884
Rohstoffe

Der Fluch des Reichtums

Rohstoffexporteure: Kleine Flamme totz Reichtum | © Getty
Viele rohstoffreiche Länder haben derzeit Wachstumsprobleme. Zu Gründen und Konsequenzen hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich neue Erkenntnisse.
Das Ende des Rohstoffbooms und die Probleme vieler Rohstoffexporteure haben das Interesse an der „dutch desease“ erneuert. Diese Diagnose knüpft an die niederländische Erfahrung aus den 60er Jahren im Gefolge des Erdgas-Booms an. Der sprunghaft steigende Rohstoffexport liefert anfänglich einen positiven Schock durch verbesserte Terms-of-Trade und entsprechend höhere Einkommen. Doch paradoxerweise führt dies zu geringerem Wachstum und verbreiteter Arbeitslosigkeit. Dahinter steckt ein Verdrängungseffekt: Kapital und Arbeit konzentrieren sich auf die boomende Rohstoffproduktion zulasten der handelbaren (Industrie-)-Güter. Folge ist eine reale Aufwertung der Währung (Verlust an Wettbewerbsfähigkeit). Dies wiederum beeinträchtigt die industrielle Produktion und den Export. Gleichzeitig zieht der Import aufgrund gestiegener Einkommen an. Unterm Strich ergibt das eine deutliche Verschlechterung der Handels- und Leistungsbilanz. Ein aktuelles Papier aus dem Research der BIZ liefert dazu neue Erkenntnisse. Es ist unter www.bis.org als work609.pdf zu finden. Die Analyse deutet darauf hin, dass die Produktivitätsentwicklung im Zusammenspiel mit den internationalen Kapitalflüssen eine wichtige Rolle spielt. Die in der Industrie schnellere Entwicklung der Produktivität kommt in der oben geschilderten Konstellation nicht zum Tragen. Denn die Investitionen in Anlagen und damit verbundene Technologie werden durch den Rohstoffsektor verdrängt. Dieser Effekt wird durch den Rückgriff auf Mittel des Auslands eher noch verstärkt. Damit verschlechtern sich auch die mittel- und langfristigen Wachstumschancen.

Fazit: Die von den Finanzinvestoren geschätzte einfache Liberalisierungspolitik samt Öffnung der lokalen Finanzmärkte – siehe aktuell Brasilien – will gut überlegt sein. Sie führt nicht unbedingt zum Erfolg.

Meist gelesene Artikel
  • Börseneinschätzung vom 06. Juni 2019

Fed verhindert Absturz

Die Bullen haben nochmal einen Anstoß bekommen. Die Bären werden hartnäckiger. Copyright: Pixabay
Die Märkte feiern das billige Geld. Doch der Schein trügt; die Bullen und Bären kämpfen miteinander. Jüngst verhinderte die Fed erst einen Kursrutsch. Anleger sollten sich nicht in die Irre leiten lassen und ihr Portfolio mit Sicherheit diversifizieren. Eine Assetklasse rückt wieder verstärkt in den Fokus.
  • Fuchs plus
  • Beyond Meat

Kursexplosion bei Veggie-Fleischhersteller

Das vegane Burger-Patty ist das Flagschiff von Beyond Meat. Copyright: Pixabay
Die veganen Ersatzprodukte von Beyond Meat katapultieren den Aktienkurs dynamisch nach oben. Nicht nur die Produkte, allen voran der vegane Burger, scheinen zu schmecken, sondern auch die Aktie selbst. Anleger, die frühzeitig eingestiegen sind, können sich momentan über ein Plus von 220% freuen.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Vegane Ernährung

Hohe Zuwächse bei Veggie-Unternehmen

Veganismus ist ein Megatrend. Copyright: Pixabay
Veganismus ist ein Megatrend. Egal ob Lebensmittel im Supermarkt, extra Sparten in Restaurant-Menüs oder nachhaltige Produkte in den Drogerien. Die Wachstumsrate in der Branche ist hoch. Anleger können so nachhaltig und renditeorientiert investieren.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • BFH klärt Voraussetzungen für vermögensverwaltende Lebensversicherung

Dispositionsbefugnis ist bei Kapitallebensversicherung entscheidend

Ein Unterschied, der Einkommensteuern auf einige Zehntausend Euro ausmachen kann, ist die Frage, ob Sie einen „stinknormale Lebensversicherung" oder eine vermögensverwaltende abgeschlossen haben. Der Bundesfinanzhof hat jetzt die Abgrenzung genau vorgenommen. Und den entscheidenden Unterschied erklärt.
  • Fuchs plus
  • BFH ändert bisherige Rechtsprechung

Steuerfalle Kaufrechtsvermächtnis

Das vererben von Immobilien ist mit etlichen Steuerfallen gepflastert. Eine davon ist das Kaufrechtsvermächtnis. Der BFH änderte in diesem Zusammenhang auch gleich noch seine bisherige Rechtsprechung.
Zum Seitenanfang