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China im Flow

Der Aufschwung geht ungebremst weiter

Die Zahlen aus China bleiben gut. Der Aufschwung geht weiter. Allerdings bleiben Transparenz und Zuverlässigkeit der lokalen Ratings und Einschätzungen dürftig. Daher gilt es, bei den Anlagen Vorsicht walten zu lassen.

China gibt weiter Gas. Die aktuellen Daten unterstreichen, dass der Aufschwung nichts von seiner Dynamik verloren hat. Die aktuell veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes weisen per November unisono nach oben. Die von der britischen Researchfirma Markit für die Mediengruppe Caixin Index staatsunabhängig erhobene Index für die verarbeitende Industrie legt von 53,6 auf 54,9 Punkte zu. Er bestätigte damit das Signal des als staatsnah angesehenen CFLP-Index. Dieser hatte zuvor mit 52,1 nach 51,4 Punkten sogar leicht über den Erwartungen (Konsens 51,5) gelegen. Der Caixin-Serviceindex stieg um einen vollen Punkt von 56,8 auf 57,8 Punkte. Auch der sektorenübergreifende Composit-Index zog auf 57,5 an. Das alles spricht für ein deutlich ansteigendes Wachstumstempo der chinesischen Wirtschaft.

Auch die harten Daten zeigen einen positiven Trend

Unterstützt wird diese positive Sicht durch die anderen Datenreihen. So haben die Umsätze des Einzelhandels als Indiz für den Konsumtrend per Oktober weiter zugelegt. Der Zuwachs beträgt 4,3% zum Vorjahr. Das liegt zwar leicht unter den Erwartungen (Konsens +4,8%). Aber wiederum deutlich über dem Vormonat (+3,3%). Für die Industrieproduktion wurde ein gegenüber dem Vormonat unverändertes Expansionstempo erzielt. Es lag sogar leicht über den Erwartungen (Konsens 6,5%). Die verarbeitende Industrie lieferte mit rund 7,2% sogar einen leicht überproportionalen Beitrag verglichen mit den Rohstoffsektoren und Versorgern.

Diese positiven Aussichten der realen Wirtschaft lassen zusammen mit der Präferenz der Behörden für stabile Wechselkurse nur wenig Spielraum für den Yuan nach unten: Das Verlustrisiko bleibt überschaubar.

Die implizite Staatsgarantie zieht nicht mehr

Trotz dieser guten Zahlen und beachtlichen Aussichten ist längst nicht alles Gold, was da glänzt. Das Verschuldungsproblem der chinesischen Unternehmen lässt sich nicht weg diskutieren; namentlich nicht das der Unternehmen in Staatsbesitz. So hat es mittlerweile mehrere Ausfälle von Unternehmensanleihen gegeben; auch von Unternehmen, die dem Staat oder zumindest den Lokal- oder Regionalbehörden zuzurechnen sind.

Hier hat die bei der Bewertung der Anleihen häufig zugrunde gelegte implizite Staatsgarantie nicht (mehr) gegriffen. Insbesondere die lokalen Ratingagenturen haben bislang soviel Vertrauen auf diesen staatlichen Schutzschirm gesetzt, dass etwa die Hälfte der chinesischen Unternehmensanleihen ein (lokales) AAA-Rating hat. Das liegt weit über den Quoten in den USA oder Europa. Zu Unrecht, wie die Ausfälle etwa beim Autozulieferer Brilliance Automotive gezeigt haben.


Fazit: Der chinesische Markt bleibt einerseits wegen seiner Rahmenbedingungen interessant. Der Yuan ist mit vergleichsweise guten Renditen ein attraktives Anlageziel. Gleichzeitig sorgt der Mangel an Transparenz und zuverlässigen Einstufungen dafür, dass man sich mit der Anlage auf einem Minenfeld bewegt, auf dem nur der Staat selbst Sicherheit vermittelt.

Empfehlung: Wir halten die im Oktober vorgestellte auf Yuan lautende Staatsanleihe Chinas mit der Laufzeit bis Mai 2024 (etwa 3,4 Jahre) und einer aktuellen Laufzeitrendite von 2,6% (HK 000 020 070 6) unverändert für attraktiv.

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