Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1237
Emerging Markets geraten durch US-Zinspolitik unter Druck

Indonesiens Geldhüter zur Straffung gezwungen

Der Anstieg der US-Zinsen verändert die Fließrichtung der internationalen Kapitalströme. In den Emerging Markets macht das eine Straffung der Geldpolitik erforderlich. Indonesiens Währungshüter vollzogen deshalb jüngst den siebenten Zinsschritt in Folge.

Indonesiens Geldhüter sorgen sich um das außenwirtschaftliche Gleichgewicht. Deshalb vollzog die Notenbank kürzlich den 7. Zinsschritt in Folge. Es ging um 25 Basispunkte auf jetzt 6% für den zentralen 7-Tage-Pensionssatz aufwärts. Im Mai lag der Zins noch bei 4,25%. Damit sollen das Defizit der Leistungsbilanz begrenzt und die Rupiah stabil gehalten werden.

Der Handlungsdruck entsteht durch die steigenden US-Zinsen. Sie haben eine Umkehr der Fließrichtung der internationalen Kapitalströme ausgelöst. Indonesien ist auf Zuflüsse angewiesen. Daraus ergibt sich eine laufende Straffung der nationalen Geldpolitik, um den von der USA ausgehenden Druck auf die EM-Währungen und damit auch die Rupiah abzufedern.

Finanzreserven werden aufgestockt

Hinzu kommt: Die Währungshüter straffen auch quantitativ. Die Sätze sowohl der konventionellen Mindestreserve als auch des speziellen „macroprudential liquidity buffer", eine obligatorische konjunkturelle Reserve, wurden von zunächst 4% auf jetzt 7% erhöht. Jeweils zusammen genommen und bezogen auf die Einlagen.

Damit werden die freie Liquidität und der Kreditspielraum der Banken deutlich begrenzt. Die Inflation spielt für diese Straffung keine nennenswerte Rolle. Sie liegt mit zuletzt 3,2% knapp unterm Ziel (3,5%) und damit sicher innerhalb des Toleranzbereichs von 2,5% bis 4,5%. Die innere Stabilität ist also gegeben.

Die Währungshüter reagieren auf die Gewichtsverlagerung innerhalb des Wachstumstrends. Dieser Trend liegt seit 2014 stabil um 5%. Die Schwankungen sind gering. Allerdings stützt sich das Wachstum immer stärker auf die Binnennachfrage und dort wiederum auf die staatlichen Investitionen. Demgegenüber verliert der Export an Dynamik und damit an Gewicht.

Fazit: Angesichts dieser Rahmenbedingen bleibt Indonesien ein interessantes Anlageziel; zumindest als Teil der ASEAN-Region.

Empfehlung: Titel sowohl der exportorientierten Industrie als auch eher konsumnahe Unternehmen sollten bei längerfristig orientierten Anlegern im Fokus stehen. Auch die Festverzinslichen auf Rupiah-Basis sind einen Blick wert. Dreijährige Papiere bieten derzeit 7,64% Rendite und damit eine beachtliche Risikoprämie. Selbst Kurzläufer mit 6 Monaten bieten immer noch 6,14%. Angesichts der ausgesprochenen Stabilitätsorientierung der Politik in Jakarta können diese Papiere einen beachtlichen Beitrag zum Bondportfolio liefern. Daneben gibt es auch eine noch 15 Monate laufende Dollar-Anleihe (USY20721AQ27) mit rund 3,6% Rendite bei einem Baa1-Rating.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • In Kooperation mit der Finanzoo GmbH

Anglogold aufstocken

Übereinandergestapelte Goldbarren. © Filograph / Getty Images / iStock
Die Lage an den Börsen wird heikel. Zwar steigen die Zinsen und das ist schlecht für Edelmetalle. Aber für uns gehören sie nach wie vor zur Absicherung dazu. Und wenn die Zinsen ihren Höhepunkt erreichen, wird auch Gold wieder aufdrehen. Also suchen wir im Finanzoo-Universum nach guten Gold-Aktien.
  • Fuchs plus
  • Neuseeland-Dollar sackt ab

Kiwi-Notenbank unter Druck von zwei Seiten

Eingangstür Reserve Bank of New Zealand. © Copyright 2022 Reserve Bank of New Zealand
Inflation und Wirtschaft nehmen derzeit den Neuseeland-Dollar in die Zange. Denn die neuseeländische Notenbank kann sich nur auf eine Seite konzentrieren. Daraus ergeben sich Handlungsoptionen für Anleger.
  • Juristische Hindernisse stehen nach Zeitungsbericht im Weg

M.M. Warburg: Cum-Ex-Mitarbeiter bleiben vorerst an Bord

Seit vielen Monaten ist die Hamburger Privatbank M.M. Warburg mit der juristischen Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals belastet. Die Geister, die sie rief, wird sie nun nicht los.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Tschechiens Notenbank auf Hold

Inflation sendet erste Entspannungssignale

Tschechische Krone. (c) cnb.cz
Während die deutsche Inflationsrate weiter steigt, scheint sich in Tschechien langsam die Trendwende einzustellen. Die Notenbank sieht sich daher in der Lage, ihre Zinserhöhungen zu pausieren. Daraus ergeben sich Chancen für Anleger.
  • Fuchs plus
  • Gold oder Bitcoin als Krisenwährung nutzen?

Krisenschutz funktioniert

Bitcoin auf Tastatur. © pinglabel / Getty Images / iStock
Als Absicherungsinstrument enttäuschen Gold und Bitcoin derzeit viele Anleger. Die Kurse des Edelmetalls und der Kryptowährung stehen unter Druck. Eignet sich Bitcoin also doch nicht als GAU-Schutz?
  • Fuchs plus
  • Bank of England will zaubern

Pfund verliert international an Bedeutung

United Kingdom. © 110544884 / NurPhoto / picture alliance
Das Pfund ist derb unter die Räder gekommen. Jetzt versucht die Bank of England - wie die EZB - die Quadratur des Kreises. Sie will die Zinsen anheben und zugleich die Renditen mit Anleihekäufen ausbremsen. Das Manöver kann nicht gelingen...
Zum Seitenanfang