Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
874
Banken | Schweiz

Wie man seinen Ruf schädigt

Die Schweizer Banken beweisen wenig Fingerspitzengefühl beim Umgang mit ihren deutschen Kunden.
Die Schweizer Banken beweisen wenig Fingerspitzengefühl beim Umgang mit ihren deutschen Kunden. Im vergangenen Jahr fühlten sich die früher heiß umworbenen Private-Banking-Kunden rüde behandelt. Sie bekamen Ultimaten gesetzt und hatten den Nachweis zu erbringen, dass ihr Anlagevermögen versteuert ist – oder sie mussten gehen.  Nicht anders geht jetzt die Zürcher Kantonalbank vor. Im Zuge einer Neupositionierung will sich die staatliche ZKB von 9.000 Kunden aus dem Ausland trennen. Betroffen sind viele Grenzgänger. Sie arbeiten in der Schweiz, wohnen aber im angrenzenden Ausland. Allein 57.000 kamen laut schweizerischer Statistikbehörde 2013 aus Deutschland. Die ZKB kündigte diese Konten „aus betriebswirtschaftlichen Gründen“ mit einer Frist von 60 Tagen. Dabei ist für Grenzgänger ein Schweizer Lohnkonto Pflicht. Zwar bekommen diese bei anderen Kantonalbanken ein neues Konto. Doch erstaunt der kühle Tonfall der Kündigungsschreiben. Ebenso vom Rauswurf betroffen sind „nicht steuerkonforme Kunden“ und solche, „die ihr Domizil nicht in den von der Bank definierten Zielmärkten haben“. Schweizer Politiker sind von diesen Nachrichten  unangenehm berührt. Sie kritisieren das Vorgehen der ZKB als „unfreundlichen Akt“. Schon wegen ihres Referendums gegen unbegrenzten Ausländerzuzug hat die Schweiz viel Kritik einstecken müssen. Sie rechnet ohnehin mit harten Verhandlungen mit der EU zu bilateralen Wirtschaftsabkommen.   In Blogs verstärkt sich vor diesem Hintergrund der Abgesang auf die schweizerische Bankenbranche. Kommentare lauten: „Wir begraben unser Schweizer Banking momentan geradezu“. Die Complianceabteilungen seien „paranoid geworden“. Das werde sich herumsprechen und dazu führen, dass sich Firmen in Luxemburg und Liechtenstein ansiedelten. Zwar ist der Abgesang auf die ganze Branche unberechtigt. So gewann die Credit Suisse als zweitgrößter Vermögensverwalter der Schweiz im 1. Quartal im Wealth Management 10,6 Mrd. CHF (8,7 Mrd. EUR) netto an Neugeld hinzu. Im grenzüberschreitenden Geschäft mit Westeuropa verlor sie jedoch per saldo 1,6 Mrd. Franken.

Fazit: Die Schweiz hat erst sehr spät „den Schuss gehört“ und ihre Steuerpraxis geändert. Jetzt aber schütten die Banken das Kind mit dem Bade aus. Der Ruf hat zumindest in Deutschland stark gelitten.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Corona-Maßnahmen werfen Sonderverwaltungszone immer weiter zurück

Hongkong erneut in einer Rezession

Hafen von Hongkong. (c) XtravaganT - Fotolia
Zum zweiten Mal binnen drei Jahren ist die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong in die Rezession abgerutscht. Schuld daran sind vor allem die unverändert scharfen Corona-Maßnahmen.
  • Fuchs plus
  • Analyse nach FUCHS-Bewertungskriterien

Platin vom Asteroiden

Asteroid fliegt an Erde vorbei. © adventtr / Getty Images / iStock
Auf der Erde werden manche Rohstoffe knapp. Doch im Weltraum ist das Potenzial schier unbegrenzt. Erste Abenteurer machen sich daher auf den Weg. Und mutige Anleger können sich per Token beteiligen.
  • Fuchs plus
  • Peso scheint sich allmählich zu fangen

Kolumbien bietet Anlegern interessante Möglichkeiten

Satellitenbild Südamerika. © Harvepino / Getty Images / iStock
Anleger auf der Suche nach Emerging Market Titeln, nehmen Kolumbien in den Blick. In dem lateinamerikanischen Land scheint sich die wirtschaftliche Lage zu bessern. Mutige Anleger positionieren sich jetzt am Beginn des Aufwärtstrends.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bald weniger Säumniszuschlag?

Fiskus hat zu fett abkassiert

Bundesfinanzhof. © Marc Müller / dpa / picture alliance
Wer seine Steuernachforderungen nicht bezahlt, muss Strafzinsen (Säumniszuschläge) zahlen. Das Bundesverfassungsgericht hat jedoch im vorigen Jahr Zweifel an der Höhe von Säumniszuschlägen geäußert. Dennoch bleibt die endgültige Entscheidung zur Verfassungsmäßigkeit abzuwarten.
  • Im Fokus: Heimtier-Aktien

Renditen erzielen durch Haustier-Boom

Eine Katze frisst aus einem Napf. © Impact Photography / stock.adobe.com
In vielen Familien sind Hund, Katze, Schildkröte und Co. feste Mitglieder, die verwöhnt und behütet werden. Die Bereitschaft für die felligen, fedrigen und schuppigen Mitbewohner tief ins Portemonnaie zu greifen, wächst dabei. Es gibt eine ganze Reihe von Aktien, die davon profitieren.
  • Fuchs plus
  • Wasserstoff kann den Lkw-Verkehr dekarbonisieren

Brennstoffzellen-Lkw von Hyundai werden in Deutschland getestet

Xcient Fuel Cell LKW des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai fährt durch eine Landschaft. © Hyundai Motor Company
Der Test von schweren Lkw mit Brennstoffzellen startet in Deutschland mit Lkws des koreanischen Herstellers Hyundai.
Zum Seitenanfang