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E-Mobilität gefährdet Standort Deutschland

Angriff auf das Kernstück des Knowhows und der Wertschöpfung

Die Elektromobilität wird die Autobranche revolutionieren - und den Arbeitsmarkt umwälzen. Copyright: Pixabay
Die Politik treibt im Automobilsektor ein Hochrisiko-Spiel mit dem Standort D. Ein erzwungener Branchenumbau in Richtung E-Mobilität gefährdet hunderttausende Jobs und wird den Staat laufend Milliarden kosten.

Die Politik unterschätzt die disruptiven Wirkungen beim Umstieg auf die Elektromobilität. Zwar ist davon nicht unbedingt der Fortbestand der wichtigsten deutschen Industrie-Branche gefährdet. Die Chancen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen, betragen mindestens 50%. Die Automobil-Unternehmen sind gerüstet. Praktisch jedes Unternehmen hat Pläne für E-Autos in der Schublade, setzt diese auch bereits um.

Das eigentliche Drama findet in der Arbeitswelt statt. Neben dem Automobilbau stehen auch im Maschinenbau und der Zuliefererindustrie hunderttausende Jobs auf dem Spiel. Darauf zu setzen, dass an anderer Stelle schon neue entstehen werden, ist trügerisch.

Die Unternehmen werden sich komplett neu aufstellen (müssen). Denn Motor, Getriebe und Antriebsstrang sind das Herzstück der Auto-Technik und auch der Wertschöpfung. Stellt die Automobilbranche ihre Produktion in relevantem Umfang auf E-Mobile um, bedeutet das völlig neue Produktionsabläufe und Arbeitsschritte.

E-Mobilität bedroht den Arbeitsmarkt

Die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in der Branche sind enorm. Hochrechnungen zeigen, dass allein in Baden-Württemberg (BW) gut 110.000 Arbeitsplätze wegfallen würden, wenn die Autokonzerne auf 100% E-Mobilität umstellten. Allein bei Bosch arbeiten über 40.000 Menschen im Dieselbereich. Insgesamt hängen 800.000 Jobs direkt und 1,8 Mio. indirekt an der Automobilindustrie.

Maschinenbau und Zuliefererindustrie werden ebenfalls Jobs in großer Zahl abbauen. Sämtliche Bereiche, die mit Kühlflüssigkeiten, Ölen usw. zu tun haben, werden überflüssig. In einem E-Mobil gibt es diese Baugruppen nicht. Besonders stark betroffen wäre der Bereich Forschung und Entwicklung. Immerhin 30% aller F&E-Ausgaben in Deutschland stammen aus der Auto-Branche.

Die meisten der gefährdeten Jobs liegen im hochbezahlten Bereich von Konstruktion, Forschung und Entwicklung. Nur ein Bruchteil dieser Arbeitsplätze wird durch den Aufbau neuer Stellen im Bereich E-Mobilität kompensiert werden. Hinzu kommt, dass diese Arbeitsplätze künftig geringer entlohnt werden dürften als heutige Ingenieursarbeitsplätze. Im Durchschnitt verdient heute ein Manager der mittleren Ebene in der Automobilindustrie 116.500 Euro, junge Mitarbeiter mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung 63.500 Euro, vermeldet das Beratungsunternehmen Korn Ferry. Insgesamt vergüten die Automotive-Unternehmen aktuell jüngere Mitarbeiter um 7-11% über dem Gesamtmarkt.

Neue Jobs werden entstehen - jedoch nicht in Deutschland

Die Mehrzahl der neuen Jobs wird im Ausland entstehen. So wird VW in den kommenden Jahren zwar 15 Mrd. Euro in E-Mobilität investieren – allerdings in China. Ein Großteil neuer Investments fließt zudem in die Automatisierung der Produktion.

Den personellen Umbau hängen die Konzerne nicht an die große Glocke. Hilfreich wird die demographische Entwicklung sein. Mitarbeiter scheiden in den kommenden 10 Jahren in großem Umfang aus. Das werden sich die Konzerne zunutze machen: Sie werden Stellen in Deutschland ab-, und anderswo in der Welt aufbauen.

Fazit: Die Politik treibt beim politisch forcierten Umbau des Automobilsektors ein Hochrisiko-Spiel mit dem Standort D. Auf dem Spiel stehen etwa 7,5% des BIP. Die werden in der Branche und von den zahlreichen Zulieferern erwirtschaftet, die sehr oft KMU sind.

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