Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1497
Emerging Markets erholen sich schneller

Krisenschutz durch Armut

In den aktuellen Prognosen zeigt sich ein scheinabres Paradox: Ein niedriger Entwicklungsstand, also Armut, dämpft den negativen Einfluss der Corona-Krise deutlich. Dieses Muster findet sich in den neuen Vorhersagen sowohl des IWF als auch der EBRD.

Armut dämpft die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen der Corona-Epidemie. Diesen paradoxen Zusammenhang zeigt der neue Ausblick der EBRD für die Staaten dies- und jenseits der EU-Ostgrenze von Estland über den Kaukasus bis zur nordafrikanischen Küste auf. Er liefert Ergebnisse für das Wachstum 2020/2021. Ein niedriger Entwicklungsstand führt zu einem geringen BIP-Rückgang im laufenden und einem kräftigen Anstieg im kommenden Jahr.

So etwa bei den Staaten Nordafrikas und der Levante. Für sie sagt die Entwicklungsbank einen Rückgang um 0,8% in diesem und eine Erholung um 4,8% im kommenden Jahr voraus. Ähnlich in Zentralasien. Den Ländern dort schreibt die EBRD -1,2% gefolgt von +5,8% für 2020/21 zu. Umgekehrt werden es die am weitesten entwickelten Gruppen der EBRD-Schätzung zufolge kaum schaffen, den Einbruch dieses Jahres schon im kommenden voll aufzuholen. Die Länder Mittelosteuropas und des Baltikums sollen mit -4,3% und +4,5% den Ausgleich zwar gerade noch schaffen. Die Südosteuropäer innerhalb der EU von Rumänien bis Zypern müssen gemäß der Prognose -4,8% und +4,6% länger auf den Ausgleich warten.

Das gleiche Muster bei EBRD und IWF

Diese Sicht findet sich aktuell auch in der IWF-Prognose für die Staaten südlich der Sahara (SSA). Deren aktueller Rückgang schätzt der IWF nur auf -1,6, gefolgt von einem ordentlich Plus von 4,1% im Jahr 2021. Dies, obwohl die beiden stärker entwickelten Schwergewichte der Region mit Südafrika und Nigeria sehr viel tiefer fallen werden – und zwar um -5,8% bzw. -3,4%. Noch deutlicher wird es bei den Staaten mit dem niedrigsten Einkommen. Für sie erwartet der Währungsfonds auch im laufenden Jahr (leichtes) Wachstum (0,4%).

Gerade die Starken schwächeln.

Offenbar sind schwächer entwickelte Volkswirtschaften mit einem starken informellen Sektor und hohen Anteilen an Subsistenz-Landwirtschaft weniger anfällig für die Corona-Krise. Dies dürfte Folge weniger entwickelter Beziehungsgeflechte der Unternehmen in diesen Ländern sein mit kurzen Lieferketten sowie einer geringeren Bedeutung von Finanz- (externe Finanzierung, Versicherung) und anderen Dienstleistungen (z. B. technische Beratung etc.). Sie sind in diesen Ländern sehr viel weniger komplex als hierzulande üblich. In diesen einfachen Netzwerken tangieren Ausfälle einzelner Anbieter in der Regel nur wenige andere Unternehmen und sind leichter zu kompensieren. 

Fazit: Die Unruhen an den Börsen haben für gute Einstiegschancen gerade in den Frontier-Märkten gesorgt. Private Anleger sind dort mit einem ordentlich gemanagten Fonds (fünf Sterne Morningstar) aufgrund der schwierigen Informationslage an exotischen Standorten trotz der Kosten am besten bedient.

Empfehlung: Interessant aus unserer Sicht ist der stärker konsumorientierte ASEAN Frontiers Fund von Barings (IE00B3BC5X37) und der stark auf Mittelost und Afrika fokussierte (zusammen rund 70% des Portfolios) Schroder International Selection Fund Frontier Markets Equity (LU0562315100).

Meist gelesene Artikel
  • Juristische Hindernisse stehen nach Zeitungsbericht im Weg

M.M. Warburg: Cum-Ex-Mitarbeiter bleiben vorerst an Bord

Seit vielen Monaten ist die Hamburger Privatbank M.M. Warburg mit der juristischen Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals belastet. Die Geister, die sie rief, wird sie nun nicht los.
  • Die Sozialstaats-Lobby ist viel zu mächtig

Deutschlands verkehrte Welt

FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Verlag FUCHSBRIEFE
Unser Staat gängelt die Leistungsträger und bemuttert die Leistungslosen. Bedingungsloses Grundeinkommen: Der Name ist Programm. Noch wurde es im Gesetzgebungsverfahren abgelehnt. Doch schon das Bürgergeld führt in die falsche Richtung.
  • "Wir machen Qualität im Private Banking transparent"!

FUCHS|RICHTER: 20 Jahre und kein bisschen leise

20 Jahre FUCHS|RICHTER Prüfinstanz. © erstellt mit Canva
20 Jahre und kein bisschen leise – die FUCHS|RICHTER Prüfinstanz feiert Jubiläum. Seit 20 Jahren machen Fuchsbriefe Verlagschef Ralf Vielhaber und der geschäftsführende Gesellschafter des IQF, Dr. Jörg Richter, Qualität im Private Banking transparent. Es profitieren nicht nur vermögende Privatanleger, sondern auch Stiftungen und Kleinanleger.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • TOPs 2023, Auswahlrunde, Mirabaud & Cie, Banquiers Privés

Ausführliche Beratung bei Mirabaud mit einem Aber…

Wie schlägt sich Mirabaud & Cie im Markttest TOPS 2023? © FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, Verlag Fuchsbriefe
„Mit Mirabaud zusammenzuarbeiten heißt, auf einen soliden und konstanten Partner, Expertenwissen in allen Anlagebereichen, ein operatives Management und administrative Leistungen zählen zu können.“ Wer so auf den Seiten des Wealth Managements von Mirabaud begrüßt wird, hat automatisch hohe Erwartungen an die Leistungsfähigkeit des Schweizer Vermögensverwalters. Was noch bewiesen werden muss…
  • In Fokus: Dänische Aktien

Solide Skandinavier

Hafen in Kopenhagen, Dänemark. © fotoVoyager / Getty Images / iStock
Während sich das konjunkturelle Klima in Europa eintrübt, kann Dänemark noch immer mit guten Aussichten punkten. Dänische Aktien sind daher für Anleger sehr attraktiv. FUCHS-Kapital sieht sich darum näher an der Kopenhagener Börse um.
  • Interview mit Rechtsanwalt Klaus Rotter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, München

Ombudsleute im Private Banking wenig gefragt

© RA Klaus Rotter
Rechtsanwalt Klaus Rotter sieht nach wie vor keine messbare Tendenz zur Kundenzentrierung in der Bankberatung. Nach wie vor würden für fertige Produkte die passenden Kunden gesucht und nicht umgekehrt, passende Produkte für Kunden entwickelt. "Zumal nach wie vor zweifelhafte Finanzprodukte wie Zertifikate, in großem Stil an Bankkunden empfohlen werden", meint Klaus Rotter zu Elke Pohl im Interview für die FUCHS|RICHTER Prüfinstanz.
Zum Seitenanfang