Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1325
Emerging Markets erholen sich schneller

Krisenschutz durch Armut

In den aktuellen Prognosen zeigt sich ein scheinabres Paradox: Ein niedriger Entwicklungsstand, also Armut, dämpft den negativen Einfluss der Corona-Krise deutlich. Dieses Muster findet sich in den neuen Vorhersagen sowohl des IWF als auch der EBRD.

Armut dämpft die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen der Corona-Epidemie. Diesen paradoxen Zusammenhang zeigt der neue Ausblick der EBRD für die Staaten dies- und jenseits der EU-Ostgrenze von Estland über den Kaukasus bis zur nordafrikanischen Küste auf. Er liefert Ergebnisse für das Wachstum 2020/2021. Ein niedriger Entwicklungsstand führt zu einem geringen BIP-Rückgang im laufenden und einem kräftigen Anstieg im kommenden Jahr.

So etwa bei den Staaten Nordafrikas und der Levante. Für sie sagt die Entwicklungsbank einen Rückgang um 0,8% in diesem und eine Erholung um 4,8% im kommenden Jahr voraus. Ähnlich in Zentralasien. Den Ländern dort schreibt die EBRD -1,2% gefolgt von +5,8% für 2020/21 zu. Umgekehrt werden es die am weitesten entwickelten Gruppen der EBRD-Schätzung zufolge kaum schaffen, den Einbruch dieses Jahres schon im kommenden voll aufzuholen. Die Länder Mittelosteuropas und des Baltikums sollen mit -4,3% und +4,5% den Ausgleich zwar gerade noch schaffen. Die Südosteuropäer innerhalb der EU von Rumänien bis Zypern müssen gemäß der Prognose -4,8% und +4,6% länger auf den Ausgleich warten.

Das gleiche Muster bei EBRD und IWF

Diese Sicht findet sich aktuell auch in der IWF-Prognose für die Staaten südlich der Sahara (SSA). Deren aktueller Rückgang schätzt der IWF nur auf -1,6, gefolgt von einem ordentlich Plus von 4,1% im Jahr 2021. Dies, obwohl die beiden stärker entwickelten Schwergewichte der Region mit Südafrika und Nigeria sehr viel tiefer fallen werden – und zwar um -5,8% bzw. -3,4%. Noch deutlicher wird es bei den Staaten mit dem niedrigsten Einkommen. Für sie erwartet der Währungsfonds auch im laufenden Jahr (leichtes) Wachstum (0,4%).

Gerade die Starken schwächeln.

Offenbar sind schwächer entwickelte Volkswirtschaften mit einem starken informellen Sektor und hohen Anteilen an Subsistenz-Landwirtschaft weniger anfällig für die Corona-Krise. Dies dürfte Folge weniger entwickelter Beziehungsgeflechte der Unternehmen in diesen Ländern sein mit kurzen Lieferketten sowie einer geringeren Bedeutung von Finanz- (externe Finanzierung, Versicherung) und anderen Dienstleistungen (z. B. technische Beratung etc.). Sie sind in diesen Ländern sehr viel weniger komplex als hierzulande üblich. In diesen einfachen Netzwerken tangieren Ausfälle einzelner Anbieter in der Regel nur wenige andere Unternehmen und sind leichter zu kompensieren. 

Fazit: Die Unruhen an den Börsen haben für gute Einstiegschancen gerade in den Frontier-Märkten gesorgt. Private Anleger sind dort mit einem ordentlich gemanagten Fonds (fünf Sterne Morningstar) aufgrund der schwierigen Informationslage an exotischen Standorten trotz der Kosten am besten bedient.

Empfehlung: Interessant aus unserer Sicht ist der stärker konsumorientierte ASEAN Frontiers Fund von Barings (IE00B3BC5X37) und der stark auf Mittelost und Afrika fokussierte (zusammen rund 70% des Portfolios) Schroder International Selection Fund Frontier Markets Equity (LU0562315100).

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • BW-Bank, TOPS 2022, Beratungsgespräch und Vorauswahl

BW-Bank gibt passende Antworten auf viele Fragen

Wie schlägt sich die BW-Bank im Markttest TOPS 2022? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
"Die Finanzwelt hat eine turbulente Zeit hinter sich – von den Kursschwankungen am Aktienmarkt im Frühjahr 2020 bis hin zum frischen Wind durch Digitalisierung und nachhaltige Geldanlagen. Wie geht es 2021 weiter?“ Diese Frage, die der Kunde auf der Website der BW-Bank liest, treibt ihn selbst um. Wie soll er sein Vermögen ohne Verluste durch weitere Turbulenzen bringen? Expertise für institutionelle Anleger hat die Bank als führender Stiftungsmanager. Doch hilft ihm das auch als Privatkunde?
  • Fuchs plus
  • Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF

57 Energiewende-Aktien in einem Produkt

Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF. Copyright: Picture Alliance
Nicht jeder Anleger setzt bei seiner Vermögensanlage auf Einzeltitel. Wer das Thema "Energiewende" aber dennoch in seinem Portfolio bespielen will, greift am besten zu einem ETF. Wir haben das passende Produkt!
  • Fuchs plus
  • Maisernte hat begonnen

Ernte-Probleme schieben den Mais-Preis an

Maisernte hat begonnen. Copyright: Pixabay
Angebot und Nachfrage suchen beim Mais gerade ein neues Preisgleichgewicht. Einerseits gibt es neue Ernteprognosen der USDA. Auf der anderen Seite hat die Ernte gerade begonnen und nimmt Fahrt auf. In wenigen Wochen wird sich zeigen, wie gut die Ernte wirklich war.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Militärischer Kooperationsvertrag der angelsächsischen Länder

Australien will viel mehr als nur U-Boote

Der so genannte AUKUS-Vertrag zwischen Australien, Großbritannien und den USA sorgt in Expertenkreisen für große Aufmerksamkeit. Denn es geht dabei um wesentlich mehr als nur nuklear angetriebene Unterseeboote.
  • Fuchs plus
  • Wachstum trotz Engpässen

Maschinenbau treibt Konjunktur an

In Deutschland herrscht Datenflaute in der Industrie. Dafür kommen etliche positive Nachrichten aus Europa und anderen Industrieländern. Vor allem zeigt sich konjunkturelle Widerstandskraft gegen die Einflüsse von Corona.
  • Inflation und Nachhaltigkeit - Vom Gezeitenwechsel profitieren

Am 15. Oktober erscheinen die Anlagechancen 2022

Am 15. Oktober erscheinen die Anlagechancen 2022. Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Zwei große Trends werden das Anlagejahr 2022 prägen: die anziehende Inflation und der Anlagetrend Nachhaltigkeit. Beide Impulsgeber verändern die Märkte grundlegend und langfristig. Die FUCHS-Anlagechancen 2022 betrachten beide Themen kombiniert.
Zum Seitenanfang