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Emerging Markets erholen sich schneller

Krisenschutz durch Armut

In den aktuellen Prognosen zeigt sich ein scheinabres Paradox: Ein niedriger Entwicklungsstand, also Armut, dämpft den negativen Einfluss der Corona-Krise deutlich. Dieses Muster findet sich in den neuen Vorhersagen sowohl des IWF als auch der EBRD.

Armut dämpft die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen der Corona-Epidemie. Diesen paradoxen Zusammenhang zeigt der neue Ausblick der EBRD für die Staaten dies- und jenseits der EU-Ostgrenze von Estland über den Kaukasus bis zur nordafrikanischen Küste auf. Er liefert Ergebnisse für das Wachstum 2020/2021. Ein niedriger Entwicklungsstand führt zu einem geringen BIP-Rückgang im laufenden und einem kräftigen Anstieg im kommenden Jahr.

So etwa bei den Staaten Nordafrikas und der Levante. Für sie sagt die Entwicklungsbank einen Rückgang um 0,8% in diesem und eine Erholung um 4,8% im kommenden Jahr voraus. Ähnlich in Zentralasien. Den Ländern dort schreibt die EBRD -1,2% gefolgt von +5,8% für 2020/21 zu. Umgekehrt werden es die am weitesten entwickelten Gruppen der EBRD-Schätzung zufolge kaum schaffen, den Einbruch dieses Jahres schon im kommenden voll aufzuholen. Die Länder Mittelosteuropas und des Baltikums sollen mit -4,3% und +4,5% den Ausgleich zwar gerade noch schaffen. Die Südosteuropäer innerhalb der EU von Rumänien bis Zypern müssen gemäß der Prognose -4,8% und +4,6% länger auf den Ausgleich warten.

Das gleiche Muster bei EBRD und IWF

Diese Sicht findet sich aktuell auch in der IWF-Prognose für die Staaten südlich der Sahara (SSA). Deren aktueller Rückgang schätzt der IWF nur auf -1,6, gefolgt von einem ordentlich Plus von 4,1% im Jahr 2021. Dies, obwohl die beiden stärker entwickelten Schwergewichte der Region mit Südafrika und Nigeria sehr viel tiefer fallen werden – und zwar um -5,8% bzw. -3,4%. Noch deutlicher wird es bei den Staaten mit dem niedrigsten Einkommen. Für sie erwartet der Währungsfonds auch im laufenden Jahr (leichtes) Wachstum (0,4%).

Gerade die Starken schwächeln.

Offenbar sind schwächer entwickelte Volkswirtschaften mit einem starken informellen Sektor und hohen Anteilen an Subsistenz-Landwirtschaft weniger anfällig für die Corona-Krise. Dies dürfte Folge weniger entwickelter Beziehungsgeflechte der Unternehmen in diesen Ländern sein mit kurzen Lieferketten sowie einer geringeren Bedeutung von Finanz- (externe Finanzierung, Versicherung) und anderen Dienstleistungen (z. B. technische Beratung etc.). Sie sind in diesen Ländern sehr viel weniger komplex als hierzulande üblich. In diesen einfachen Netzwerken tangieren Ausfälle einzelner Anbieter in der Regel nur wenige andere Unternehmen und sind leichter zu kompensieren. 

Fazit: Die Unruhen an den Börsen haben für gute Einstiegschancen gerade in den Frontier-Märkten gesorgt. Private Anleger sind dort mit einem ordentlich gemanagten Fonds (fünf Sterne Morningstar) aufgrund der schwierigen Informationslage an exotischen Standorten trotz der Kosten am besten bedient.

Empfehlung: Interessant aus unserer Sicht ist der stärker konsumorientierte ASEAN Frontiers Fund von Barings (IE00B3BC5X37) und der stark auf Mittelost und Afrika fokussierte (zusammen rund 70% des Portfolios) Schroder International Selection Fund Frontier Markets Equity (LU0562315100).

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