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Kräftemessen am Devisenmarkt

Mehrere Währungen kurz vorm Fall

Der im Verhältnis zum Dollar starke Euro beunruhigt die Währungshüter. Mit Interventionen ist zu rechnen. © picture alliance/Ulrich Baumgarten
Die Devisenmärkte sind in einer ungewöhnlichen Situation. Vier wichtige Wechselkurspaare stehen charttechnisch an einer Klippe. Ein Schritt weiter, und mehrere Währungen fallen.
Am Devisenmarkt stehen gleich mehrere wichtige Währungen am Rand einer steilen Klippe. Dollar, Yen, Schweizer Franken und britischen Pfund könnten in den nächsten Tagen hinüber kippen. Und die mögliche Fallhöhe ist jeweils beträchtlich. Sollte das passieren, würde der Eurokurs auf und davon laufen. Konkret: Zum US-Dollar (aktueller Kurs zu Redaktionsschluss: 1,139) besteht Spielraum bis 1,20. Für den Yen (130,2) könnte es bis auf 140 gehen. Der Schweizer Franken (1,10) hat Raum bis 1,20. Und das britische Pfund (0,885) könnte Ruckzuck jenseits von 0,90 stehen. Auf den Devisenmärkten regieren die Computer. Sie richten sich nach charttechnischen Signalen. Wird bei einem Wechselkurspaar eine bestimmte Schwelle über- oder unterschritten, löst das größere Käufe oder Verkäufe einer Währung aus. Seit gut eineinhalb Wochen ist die Situation bereits gespannt. Und sie hat sich in den letzten Tagen weiter zugespitzt. Die genannten Währungen stoßen immer wieder an den Deckel, der sie vom Durchbruch nach unten abhält. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf Euro/Dollar. Sollte der Euro in Kürze 1,15 Dollar oder mehr kosten, würde das den DAX deutlich in Mitleidenschaft ziehen. Er reagiert regelmäßig empfindlich auf einen steigenden Euro-Wechselkurs. Denn davon, so die Erwartung, wird der deutsche Außenhandel gedämpft und damit ein starkes Zugpferd unserer Konjunktur. Den allergrößten Anteil an Aktien am deutschen Aktienmarkt halten Ausländer. Für die wird der Aktieneinkauf teurer, wenn der Euro-Wechselkurs in die Höhe geht. Es gibt aber noch ein starkes Gegenargument gegen dieses Szenario. Die EZB betreibt selbst verbal Wechselkurspolitik. Sie hat kein Interesse, dass der Euro noch stärker wird und das immer noch zarte Konjunktur-Pflänzchen in Europa erstickt. Deshalb ist mit verbalen Interventionen der EZB-Vertreter in den kommenden Tagen zu rechnen.

Fazit: Wie das Kräftemessen am Devisenmarkt ausgeht, ist nicht vorherzusagen. Sollte sich eine große Adresse auf eine entsprechende Spekulation einlassen, wird es die EZB schwer haben, dagegen zu halten. Seien Sie zumindest für einen kräftigen Kursanstieg und eine ordentliche Korrektur beim DAX gewappnet.

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