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International rückläufige Renditen

Vom Ausland heiß begehrt

Deutschland glänzt bei ausländischen Direktinvestitionen. Im internationalen Maßstab fällt das Land aus dem Rahmen. Für Europa gilt das genaue Gegenteil, sagt der Welt-Investment-Report der UNCTAD. Ein internationaler Trend bereitet den UN besondere Sorgen.

Deutschland steht bei ausländischen Direktinvestitionen (FDI) im internationalen Vergleich blendend da. Die weltweite Vernetzung der hiesigen Unternehmen nimmt weiter zu. Das Land zieht Investitionen aus dem Ausland an und investiert noch kräftiger jenseits der heimischen Grenzen.

2017 investierten Unternehmen aus dem Ausland 35 Mrd. Dollar in die hiesige Wirtschaft (2016: 17 Mrd.). Für 82 Mrd. legten Unternehmen mit Sitz in Deutschland in ausländischen Firmen an (2016: 51 Mrd.). Das verzeichnet der gerade erschienene Welt-Investment-Report (WIR) der UNCTAD, einer Unterorganisation der Vereinten Nationen.

Starker Rückgang von FDI, vor allem in Europa

Weltweit gingen die ausländischen Direktinvestitionen 2017 dagegen heftig zurück. Sie verzeichneten ein sattes Minus von 23% auf 1,43 Billionen US-Dollar. Die Transaktionen waren in den Bereichen Primär-, Fertigungs- und Dienstleistungssektor rückläufig.

Europa musste – trotz Deutschland – den deutlichsten Rückgang hinnehmen (-42%). 303,5 Mrd. Dollar flossen 2017 in europäische Unternehmen. Das ist auch in langjähriger Betrachtung deutlich unterdurchschnittlich. 2016 waren es noch 524 Mrd.

In Europa fällt das Vereinigte Königreich besonders negativ auf. Müde 15 Mrd. flossen noch ins Brexit-Land. Fast 100 Mrd. kamen dagegen heraus. Die Jahre davor war es genau umgekehrt: 2016 flossen beinahe 200 Mrd. ins Land, aber britische Firmen repatriierten seit 2014 hohe zweistellige Milliardensummen.

Weltweite Kapitalströme steigen trotz des Rückgangs

Aus den USA floss 2017 ebenfalls deutlich mehr Geld heraus (342 Mrd. USD) als hinein (275,3 Mrd.). Im Jahr davor war es allerdings umgekehrt gewesen. Die direkten Zuflüsse in die Transformationsländer gingen um 27% auf 47 Mrd. US-Dollar zurück und damit auf den zweitniedrigsten Stand seit 2005.

Diese Entwicklung kontrastiert mit den weltweiten grenzüberschreitenden Geldflüssen insgesamt. Die gesamten Kapitalströme stiegen von 5,6% auf 6,9% des weltweiten BIP. Bankkredite und Portfolioinvestitionen (hauptsächlich Schulden) überkompensierten den Einbruch der FDI.

Weniger Investitionsrendite, geopolitische Unsicherheiten und schleppende Investitionen in natürliche Ressourcen

Die Investitionsrendite ist in allen Regionen rückläufig. Die globale Durchschnittsrendite ausländischer Investitionen liegt nun bei 6,7% nach 8,1% Prozent im Jahr 2012. Die stärksten Rückgänge sind in Afrika sowie in Lateinamerika und der Karibik zu verzeichnen.

Der Rückgang der Renditen trägt wesentlich zum Rückgang der Investitionen bei. Daneben spielen geopolitische Unsicherheiten und schleppende Investitionen in natürliche Ressourcen eine wichtige Rolle für die Entwicklung. Die Vernetzung der Weltwirtschaft gerät so ins Stocken.

Fazit:

Sorge muss vor allem die Entwicklung der Investitionsrenditen machen. Das wird sich auf die Börsen ebenso auswirken, wie auf die langfristige Entwicklung grenzüberschreitender Investitionen.

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