Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1707
Warum die AfD wichtig ist für eine funktionierende Demokratie

Das Ventil

FUCHS-Chefredakteur Ralf Vielhaber
Viele Kommentatoren schlagen angesichts der massiven Stimmenzuwächse der AfD in Brandenburg und Sachsen die Hände überm Kopf zusammen. Etliche fürchten wie die ehemalige ostdeutsche Bundestags-Spitzenkandidatin Katrin Göring Eckardt um die Demokratie. FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber widerspricht vehement.

Wenn es die AfD nicht gäbe, man müsste sie erfinden. Ich würde sie dann PPN taufen: Partei der Politischen Notwehr. Ich weiß, diese Aussage verursacht Schluckauf. Aber die AfD ist das Ventil im politischen Spektrum. Sie sorgt dafür, dass der Überdruck im politischen Kessel entweichen kann, indem er eine Stimme findet. Dass der Reifen der Demokratie nicht platzt. Für mich war es daher ein ausgesprochen erhellender Wahlsonntag in Sachsen und Brandenburg. Und ein beruhigender dazu.

Die Wahlbeteiligung war so hoch wie lange nicht in beiden Ländern. Brandenburg 61,3%, Sachsen 66,6%. Die AfD hat nachweislich die Leute zur Stimmabgabe bewegt, die vorher aus Frust nicht mehr zur Wahl gegangen sind. Sie motiviert vornehmlich Menschen im berufstätigen Alter zwischen 25 und 60 zur Wahl. Man könnte auch sagen: die Mitte der Gesellschaft. Das tut unserem demokratischen Gemeinwesen gut. Haben wir uns nicht ein Jahrzehnt lang – zu Recht – über einen immer größeren Block an Nichtwählern gesorgt? Ein Teil davon fühlt sich jetzt wieder ernst genommen. Weil seine Stimme zählt. Gut so.

Nur eine Minderheit wählt AfD aus Überzeugung

Mein nächster Punkt sind die Wahlmotive. Auch hier zeigt sich die Ventilfunktion. ARD-Wahlmoderator Jörg Schönenborn hat sie aufgezeigt: 99% aller AfD-Wähler stimmen der Aussage zu: „Die Partei spricht aus, was in anderen Parteien nicht gesagt werden darf". Ein Motiv, dass gerade auf dem Gebiet der Ex-DDR nur allzu verständlich ist. Doch: Nur 39% wählen die Partei aus Überzeugung. 52% wählen sie aus Enttäuschung über die anderen Parteien. Auch das spricht für sich. Diese Wähler wünschen keinen „Systemwechsel".

Außerdem erhellend war für mich das Abschneiden der Linken. Die Linke ist der große Wahlverlierer. Ihre Themen – mehr Sozialismus wagen, mehr Umverteilung und „ein bisschen Frieden" – sind es nicht, was die Menschen in beiden Ländern umtreibt.

Eine richtige Lehre will Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) aus dem Wahlergebnis ziehen. Er will wieder mehr mit den Leuten sprechen, ihnen zuhören. Verbal abrüsten. Vielleicht sogar handeln. Sorgen um die Demokratie mache ich mir jedenfalls nicht nach diesem Sonntag. Ganz im Gegenteil.

Herzlich grüßt Ihr

Meist gelesene Artikel
  • Juristische Hindernisse stehen nach Zeitungsbericht im Weg

M.M. Warburg: Cum-Ex-Mitarbeiter bleiben vorerst an Bord

Seit vielen Monaten ist die Hamburger Privatbank M.M. Warburg mit der juristischen Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals belastet. Die Geister, die sie rief, wird sie nun nicht los.
  • Die Sozialstaats-Lobby ist viel zu mächtig

Deutschlands verkehrte Welt

FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Verlag FUCHSBRIEFE
Unser Staat gängelt die Leistungsträger und bemuttert die Leistungslosen. Bedingungsloses Grundeinkommen: Der Name ist Programm. Noch wurde es im Gesetzgebungsverfahren abgelehnt. Doch schon das Bürgergeld führt in die falsche Richtung.
  • "Wir machen Qualität im Private Banking transparent"!

FUCHS|RICHTER: 20 Jahre und kein bisschen leise

20 Jahre FUCHS|RICHTER Prüfinstanz. © erstellt mit Canva
20 Jahre und kein bisschen leise – die FUCHS|RICHTER Prüfinstanz feiert Jubiläum. Seit 20 Jahren machen Fuchsbriefe Verlagschef Ralf Vielhaber und der geschäftsführende Gesellschafter des IQF, Dr. Jörg Richter, Qualität im Private Banking transparent. Es profitieren nicht nur vermögende Privatanleger, sondern auch Stiftungen und Kleinanleger.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Banken ziehen Kreditvergabestandards an

Unternehmensfinanzierungen steigen in Richtung 4%

Stapel aus Euro-Münzen. © weyo / Fotolia
Die Unternehmensfinanzierung wird für eine wachsende Zahl von Unternehmen gerade kritisch - und das ziemlich zügig. Parallel zu der wirtschaftlichen Abkühlung und den steigenden Kosten (z.B. beim Working Capital) werden die Banken restriktiver. Die klassische Zyklik des Kreditvergabegeschäfts wird ein Risiko. Droht ein Credit Crunch?
  • Fuchs plus
  • Die Konfrontation nimmt zu

Was die Wahl in Italien bedeutet

In Italien hat das rechte Parteienbündnis um Giorgia Meloni die Wahl gewonnen. FUCHSBRIEFE geben einen Überblick, was das für Italien und Europa bedeutet.
  • Fuchs plus
  • Billigere H2-Herstellung wird möglich

Wasserstoff aus Meerwasser

Was braucht zur Produktion von Wasserstoff? Wasser! Davon gibt es in den Weltmeeren reichlich, nur ist dieses aufgrund des Salzgehaltes zur Produktion ungeeignet. Die Wissenschaft hat hier nun aber einen wegweisenden Durchbruch erzielt.
Zum Seitenanfang