Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
597
Dem Bundestag fehlt es an Ausgewogenheit

Mehr Quote!

Ralf Vielhaber, Chefredakteur
Deutschland hat ein nach Geschlechtern ausgewogenes Kabinett: Sieben Frauen, sieben Männer regieren ab sofort die Bundesrepublik. Doch im Parlament sind die Zeichen der Zeit noch nicht angekommen. Der Bundestag ist weit davon entfernt, die Gesellschaft ausgewogen abzubilden. Was kann man da tun, fragt Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber in seinem Kommentar.

Hurra, wir haben ein ausgewogenes Kabinett. 7 Frauen (mit der Kanzlerin), 7 Männer – die Frauenquote ist erfüllt. Es geht, so hören wir meistens, um ein Abbild der Gesellschaft. Um eine andere Perspektive "beim Blick auf die Dinge" und eine andere Art miteinander umzugehen. Vielleicht resultiert daraus am Ende eine andere, gar „bessere" Politik, so die Erwartung.
Quotierung gehörte in der Politik schon immer zum guten Ton. Da fuhr und fährt man stets auf irgendwelchen Tickets. Dem landsmannschaftlichen – Ost, West und Bundesland –, dem Flügel-Ticket (links oder rechts, sozial oder wirtschaftsorientiert), und seit einiger Zeit eben auch dem Gender-Ticket.

Wäre der Bundestag ein Abbild der Gesellschaft, sähe er völlig anders aus

Wo das mit der Ausgewogenheit gar nicht durchschlägt, ist der Deutsche Bundestag. Wäre er ein Abbild unserer Gesellschaft, sähe er völlig anders aus. Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes sind mit 28% vertreten. An der Bevölkerung machen sie 6% aus. Nimmt man noch die Funktionäre in Parteien, bei Gewerkschaften usw. hinzu, sind wir schon bei 42%. Dabei sind die Funktionäre aus der Wirtschaft nicht einmal mitgezählt.

Auch die Freien Berufe sind mit 17% reichlich überrepräsentiert. An der Bevölkerung machen sie gerade mal 1,2% aus. Wenn allein 14% rechts-, wirtschafts- und steuerberatende Berufe den Bundestag prägen (Bevölkerungsanteil 0,2%), muss man sich über manche (überflüssige) Gesetzesinitiative nicht mehr wundern. Hausfrauen und Hausmänner stellen wohl mehr als 15% der Bevölkerung. Im Bundestag 0,3%. Da fehlt offenbar eine relevante Perspektive "beim Blick auf die Dinge".
Feministinnen haben stets beklagt, dass sich die Gesellschaft in männlichen Seilschaften organisiert hat. Mag sein. Weil es offenbar nicht möglich ist, sich als Frau dort einzuklinken, muss(te) die Quote her.

Seilschaften sind nicht geschlechterspezifisch

Doch gibt es womöglich noch Seilschaften, die sich nach anderen Kriterien als männlich/weiblich organisieren? Und ist darum der Bundestag zumindest formal alles andere als ein Spiegel der Gesellschaft?
Rhetorische Fragen. Von alleine tut sich da auch nichts. Da kann wohl nichts anderes helfen als die Quote, resümiert Ihr 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Produktcheck: Triodos Impact Mixed Fund

Einfluss geltend machen, die Welt verbessern und Rendite machen

Per Fonds in Nachhaltigkeit investieren. Copyright: Pixabay
Impact Investing ist ein Spezialsegment des nachhaltigen Investierens. Triodos hat eine ganze Fondsfamilie, die sich sehr erfolgreich diesem Ansatz verschrieben hat. Wir stellen Ihnen die Fonds vor.
  • Fuchs plus
  • Unternehmen mit langem Silberhebel

First Majestic Silver hat den Silber-Turbo

Silber-Aktien gibt es einige. Aber First Majestic ist das Unternehmen, das einen der größten Silberpreis-Hebel hat - und einen cleveren CEO.
  • Fuchs plus
  • Baumwollpreis auf Erholungskurs

Gut unterfüttert

Die Kurse für Baumwolle erholen sich langsam. Bildquelle: Pixabay
Es hätte schlimmer kommen können … Zwar wurde der Baumwollpreis von der Coronakrise ebenfalls deutlich getroffen. Aber einige fundamentale Nachrichten aus China und Brasilien stimmen die Anbieter hoffnungsfroh. Auch eine wichtige Behörde spricht ein Wörtchen mit.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Will UK wirklich ganz draußen bleiben?

Ökonomischer Selbstmordkurs der Briten

Die Ankündigung von Nissan unterstreicht die Tragweite der derzeitigen Situation. Copyright: Pixabay
Der Brexit ist noch längst nicht bewältigt. Das Abkommen mit der EU ist der schwierigste Brocken. Das unterstreicht der Autobauer Nissan mit einer ernsten Warnung.
  • Fuchs plus
  • Peking setzt Canberra massiv unter Druck

Aussi im Bann des Streits mit dem wichtigsten Kunden

Australien hatte innerhalb der Weltgesundheitsorganisation eine Untersuchung des Corona-Ausbruchs im chinesischen Wuhan gefordert. Daraus ist ein Konflikt mit China entstanden. China ist der wichtigste Abnehmer der australischen Rohstoff-Exporte.
  • Fuchs plus
  • Dauerbrenner chinesisch-amerikanischer Konflikt

Es geht um mehr als Handelspraktiken

Die Spannungen zwischen den USA und China steigen. Das verunsichert die Finanzmärkte. Die zu Jahresbeginn erzielte vorläufige Einigung verflüchtigt sich bereits.
Zum Seitenanfang