Griechenland: Finanzen kaum zu retten
Ein Schuldenschnitt für Griechenland kommt nach 2018. Er heißt nur nicht so.
Nur das europäische Wahljahr rettet die Steuerzahler vor einem Schuldenschnitt für Athen. Griechenland wollte diesen bereits am vergangenen Montag durchsetzen. Doch die Euro-Finanzminister winkten ab: keine unpopulären Schritte vor dem Wahljahr 2017. Spätestens 2018 steht ein Schuldenschnitt für Griechenland wieder auf der Tagesordnung. Dabei wird das Wort Schuldenstreichung penibel vermieden. Doch in der Sache läuft es genau darauf hinaus: längere Laufzeiten, Zinsermäßigungen, Zins- und Tilgungsaussetzungen, festgeschriebene Niedrigzinsen oder -kappungen. Alles zu Lasten der Gläubiger.
Eine Blaupause für das Programm gibt es bereits. Der ESM hat sie erarbeitet:
Laufzeitverlängerung der Kredite des zweiten Programms (EFSF) von 28 auf 32,5 Jahre
Verzicht auf dafür ab 2017 eigentlich vorgesehene Zinsaufschläge (Wert = etwa 1 Mrd. Euro) Festschreibung des Zinsniveaus durch Zinsswaps, um stärkeren Zinssteigerungen vorzubeugen
Fazit: Griechenland als Staat bleibt ein unlösbarer Sanierungsfall. Ihr Geld sehen die Gläubiger nie oder bestenfalls stark entwertet wieder.