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Deutlicher langfristiger Wachstumsrückgang

Großbritannien: Abgang ohne Vertrag

Ein Unglück (Corona) kommt selten allein. Um das Negativszenario für das eigene Land (zumindest kurz und mittelfristig) auf die Spitze zu treiben, wird die britische Regierung zum Jahresende auch ohne Vertrag mit der EU aus der Ländergemeinschaft der 28 austreten. Das wird sehr schnell Folgen haben.

Jetzt ist es amtlich: Großbritannien verlässt die EU zum Jahresende ohne Vertrag. Freitagabend erklärte der britische Minister für das Kabinettsbüro, Michael Gove, gegenüber dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Maros Sefcovic, dass Großbritannien keine Verlängerung der Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 beantragen werde. An einen Vertragsschluss bis Ende Oktober glaubt so gut wie niemand mehr. Importeuren wird sechs Monate Zeit gegeben, um den Zoll zu bezahlen und den Papierkram abzuwickeln. Der Handel zwischen Großbritannien und der EU ist für Großbritannien viermal wichtiger als für die EU27. Das Wachstum des Landes dürfte nach Expertenschätzungen im Trend um 0,5% sinken.


 
Fazit: Es kann sein, dass sich Großbritannien aufgrund des Gewinns an Flexibilität langfristig wieder erholt. Aber neben dem Verlust des privilegierten Marktzugangs sprechen das sehr hohe Haushaltsdefizit, die stark negative Leistungsbilanz und die seit langem geringe Produktivität dagegen.
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