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Wie versucht wird, über Personalpolitik den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen

Köpfe tauschen

Deutschland nervt. Die hierzulande in der Öffentlichkeit und auch Teilen der Ökonomie vorherrschende Auffassung, dass eine zu hohe Kreditaufnahme mittel- und langfristig schädlich ist für die Volkwirtschaft, teilen die meisten Institutionen (derzeit) nicht. Über Personalpolitik wird versucht, den hiesigen Mainstream umzulenken.

Seit Jahren wird daran gearbeitet, die deutsche Öffentlichkeit und Politik von ihrer „Sparideologie“ abzubringen. Im Welt-Maßstab der Geldpolitiker ist Deutschland so etwas wie das gallische Dorf im römischen Reich: nicht mächtig, aber doch ziemlich lästig. Ziel ist es, den öffentlichen Diskurs so zu lenken, dass die EZB mehr öffentliche Unterstützung erhält. Nicht zuletzt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gehört in diese Rubrik.

Viele Personalia sind auffällig zugunsten der EZB-Haltung getroffen worden. Zunächst wurde der Monetarist Otmar Issing als Chefvolkswirt der EZB noch durch den liberalen Ökonomen Jürgen Stark ersetzt. Der erwies sich als hartleibiger Kritiker der EZB-Geldpolitik, der aber Ende 2011 frustriert seinen Hut nahm. Ihm machte es vor wenigen Monaten aus ähnlichen Gründen Sabine Lautenschläger nach. Sie wurde durch die politisch genehme Isabel Schnabel ausgetauscht.

Köpfetausch bei Deutsche Bank, FAZ, EZB

Bei Deutsche Bank Research ging der meinungsstarke Hayek-Anhänger Thomas Mayer als Chefvolkswirt von Bord. Er wurde durch den geschmeidigen David Folkerts Landau ersetzt. Bei der FAZ musste der harsche EZB-Kritiker und Herausgeber Holger Steltzner seinen Stuhl zugunsten von Gerald Braunberger räumen. Eines seiner Bücher heißt "Keynes für Jedermann". Auf Mario Draghi folgte die geldpolitisch unerfahrene, aber politisch und diplomatisch umso gewieftere Christine Lagarde.

Das Kanzleramt steht auf Seiten der EZB. Bundesbankchef Jens Weidmann bekam als Kandidat für die Draghi-Nachfolge keine Unterstützung. Stattdessen wurde Ursula von der Leyen mit Frankreichs Unterstützung an die Spitze der EU-Kommissionchefin gehievt. Ihr „Europäischer Grüner Deal“ ist der Vorwand, die Kreditschleusen für einen „guten Zweck“ zu öffnen, der sich auch den deutschen „Sparkommissaren“ leicht verkaufen lässt.

Fazit: Bisher hat es nicht den Anschein, dass sich die Menschen im gallischen Dorf – trotz aller Anstrengungen – von Rom vereinnahmen lassen.

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