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Geringer Rentenersatz gemessen am durchschnittlichen lebenslangen Verdienst

Deutsche Rentner geraten ins Hintertreffen

Deutsche Rente unterm OECD Durchschnitt. Copyright: Picture Alliance
Die OECD wirft regelmäßig einen vertiefenden Blick auf die Rentensysteme der entwickelten Staaten weltweit und macht Hochrechnungen. Dabei kommen Deutschlands Rentner perspektivisch nicht gut weg.

Das deutsche Rentensystem kommt im OECD-Vergleich nicht gut weg. Nimmt man Pflichtleistungen und freiwillige Leistungen zusammen, steht der deutsche Durchschnittsrentner des Jahres 2060 mit 55% Bruttoersatz deutlich schlechter da als der in den USA (76%) und Großbritannien (66%). Auch Rentner in Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Frankreich oder der Slowakei werden – legt man die Messlatte Bruttoersatzquote für Vollzeitbeschäftigte an – besser dastehen; vom häufigeren Wohneigentum in diesen Ländern ganz abgesehen.

Durchschnittsrentner in den Niederlanden kommen auf annähernd 100%. Der OECD-Durchschnitt beträgt 63%. Ausgangspunkt des Vergleichs ist die Ersatzquote. Sie entspricht dem Verhältnis des Rentenanspruchs zum lebenslangen Durchschnittsverdienst. In Dänemark sind es laut OECD-Berechnungen 87%.Selbst Rentner in China, Indien und Brasilien kommen gemessen an diesem Maßstab besser weg als deutsche. Speziell auch Geringverdiener stehen in anderen Ländern demgemäß deutlich besser da als in Deutschland. Das gilt so weitgehend auch für die Nettobetrachtung.

Lange arbeiten, nein danke

Nach heutigem Stand wird in nur drei OECD Ländern 2060 bis 68 Jahre und länger gearbeitet. Dies sind Dänemark, Italien und die Niederlande. Dabei müssen sich vor allem die Italiener mächtig anpassen. Heute geht man im Stiefel im OECD-Vergleich bereits ab 55 überdurchschnittlich häufig früh in Rente. In Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Slowenien und der Türkei wird das Eintrittsalter auch 2060 noch unter 65 liegen. Dabei wird das normale Rentenalter von heute an gesehen bis 2060 in etwa der Hälfte der OECD-Länder ansteigen. Bei Männern um 1,5 Jahre und bei Frauen um durchschnittlich 2,1 Jahre (auf knapp unter 66 Jahre).

Die Bereitschaft zu Rentenreformen lässt in den entwickelten Ländern deutlich nach. Die Anzahl der Anpassungsmaßnahmen pro Jahr zwischen 2015 und 2017 ist im Verhältnis zur Periode 2009 bis 2015 um ein Drittel gesunken. Die öffentlichen Rentenausgaben für die OECD sind seit 2000 um rund 1,5% des BIP gestiegen. Griechenland und Italien geben mehr als 15% ihres BSP für Rentenleistungen aus.

Fazit: Die Zahlen zeigen, zu welchen erheblichen Umverteilungsmaßnahmen und Anpassungsleistungen es in Europa kommen müsste, würden die Sozialsysteme angeglichen.

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