Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
10678
Konjunktur – Rezession in Deutschland

Rezession in Sicht

Die schwache Exportkonjunktur drückt sich langsam auf den Arbeitsmarkt durch. Das wird auch die Binnenkonjunktur schwächen und im zweiten Halbjahr wohl zur Rezession führen. Doch was kommt dann?

Die – technische – Rezession für Deutschland ist nicht mehr abzuwenden. Nach dem Mini-Minus im 2. Quartal wird ein etwas deutlicheres im 3. Quartal folgen. Wir hatten Sie schon vor beinahe einem Jahr auf die Rezessionsgefahr hingewiesen, als noch niemand davon reden wollte.

Entscheidend wird nun sein, ob es danach eine Erholung gibt. Und wie stark die ausfällt. Wir sind auch da skeptisch. Die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken bringen kaum noch was für die Unternehmen. Die Unternehmensgewinne werden belastet, da die Firmen ihre Arbeitskräfte teuer „parken" werden. Sollte sich die Bundesregierung zu Konjunkturmaßnahmen durchringen werden diese zu spät kommen und – da planlos – nur Strohfeuer entfachen.

Warnsignale aus den USA

Obendrein verstärken sich die konjunkturellen Warnsignale aus den USA. Die Zinsstruktur ist dort seit Mai invers. Das heißt: Die Verzinsung von Staatspapieren mit drei Monaten Laufzeit ist höher als jene mit zehn Jahren Zinsbindung. Ein ziemlich zuverlässiger Indikator ... Auch in USA liegt die Rezessionswahrscheinlichkeit mittlerweile bei 30%.

Die Hoffnung, dass Donald Trump seine handelspolitischen Spielchen lässt, ist naiv. Denn hinter dem vordergründigen Handelsstreit schwelt die Auseinandersetzung der beiden Großmächte USA und China um die Führungsrolle in der Welt. Das heißt: Hier spielt Trump kein einsames Spiel, auch wenn es oft so dargestellt wird. Zudem wird er das Süppchen bis zu den Präsidentschaftswahlen im November 2020 kochen wollen. Dass er das Ruder noch rechtzeitig herumreißt, weil eine Rezession seine Wahlaussichten erschwert, ist nicht Trumps „Denke". Er wird vielmehr andere Schuldige suchen.

Strukturelle Umbrüche mischen sich mit konjunkturellen Faktoren

Noch ein Punkt: Diese Rezession ist kein rein konjunkturelles Phänomen. Aktuell spielen auch die Strukturbrüche in der Wirtschaft (Digitalisierung, Energiewende) hinein. Unternehmer müssen sich also überlegen, wie lange sie eine Stagnationsphase ohne Entlassungen aushalten können und wollen. Die exportorientierte deutsche Industrie hat bereits auf den Einbruch der Weltkonjunktur reagiert.

Im Juli ist erstmals seit 13 Jahren die Arbeitslosigkeit leicht angestiegen. Die schwachen Arbeitsmarktzahlen werden im zweiten Halbjahr auch die Binnenkonjunktur drücken, weil der Konsum abflauen wird. Hoffnungsschimmer: Der Arbeitsmarkt reagiert nicht mehr so stark auf einen konjunkturellen Rückgang wie früher. Ein Rückgang des BIP um 1% führte früher zu 0,4% weniger Beschäftigung, heute sind es nur noch 0,2%.

Fazit:

Aus der technischen Rezession kann schnell eine längere Stagnation werden. Wappnen Sie sich dafür.

 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Brückeneinsturz von Baltimore

Hafen von Baltimore wieder geöffnet

Verschwommenes Bild vom Hafen in Baltimore und Bild von einem Sperrschild verlaufen ineinander © Adobe Firefly, KI-generiertes Bild
Der Hafen von Baltimore ist wieder rund um die Uhr geöffnet. Auch größere Schiffe können den wichtigen Umschlagplatz an der Ostküste der USA nun wieder anlaufen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Credo Vermögensmanagement GmbH

CREDO baut Nähe zum Kunden auf

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Eule, Segelboot, Keimling und Füllhalter – mit diesen Bildmotiven begrüßt CREDO auf der Website seine Gäste. Die Eule beobachtet genau, das Segelboot manövriert durch stürmische Zeiten, der Keimling steht für gesundes Wachstum und der Füllhalter soll Unabhängigkeit symbolisieren. Nicht schlecht gelöst. CREDO bedeutet laut Website „Ich glaube". Glauben und Vertrauen seien die wertvollsten Güter, der Ursprung des Unternehmens liege in kirchlichen Mandaten. Das passt perfekt zur Stiftung Fliege.
  • Einblick in den «Trusted Wealth Manager 2024»

Wie Oberbanscheidt & Cie. Transparenz und Kundenvertrauen in Vermögensverwaltung fördert

Grafik envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Kleve zeigt sich im neuesten «Trusted Wealth Manager» offen für Transparenz und Kundenkommunikation. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, Teile des Selbstauskunftsfragebogens zu beantworten, als Ergänzung zum laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, was die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Kunden bildet.
Neueste Artikel
  • Editorial

Trauer um Sven Jösting

FUCHSBRIEFE trauern um Sven Jösting. Unser Wasserstoff-Experte und Aktien-Analyst ist unerwartet verstorben.
  • Fuchs plus
  • PPAs boomen

Vervierfachung der Strom-Direktabnahmeverträge

Urban Area © urbans78 / stock.adobe.com
Die Zahl der Strom-Direktabnahmeverträge (PPA) von Betreibern von Wind- und Solarparks hat sich im vorigen Jahr vervierfacht. Der Markt, der lange bei Werten um 1 GW im Jahr dümpelte, kommt damit in Schwung. Für Großunternehmen wird es in wenigen Jahren wohl zum Standard bei der Energiebeschaffung gehören, KMU werden folgen.
  • Fuchs plus
  • Anlagechancen im Inselreich Philippinen

Zinssenkungen werden Peso-Turbo

Hafen von Manila © Joseph Oropel / stock.adobe.com
Die Philippinen sind ein riesiger Markt, in Depots deutsche Anleger aber kaum vertreten. Dabei bieten eine gute Peso-Perspektive und attraktiv bewertete Unternehmen Anleger einige Chancen.
Zum Seitenanfang