Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
9994
Konjunktur – Rezession in Deutschland

Rezession in Sicht

Die schwache Exportkonjunktur drückt sich langsam auf den Arbeitsmarkt durch. Das wird auch die Binnenkonjunktur schwächen und im zweiten Halbjahr wohl zur Rezession führen. Doch was kommt dann?

Die – technische – Rezession für Deutschland ist nicht mehr abzuwenden. Nach dem Mini-Minus im 2. Quartal wird ein etwas deutlicheres im 3. Quartal folgen. Wir hatten Sie schon vor beinahe einem Jahr auf die Rezessionsgefahr hingewiesen, als noch niemand davon reden wollte.

Entscheidend wird nun sein, ob es danach eine Erholung gibt. Und wie stark die ausfällt. Wir sind auch da skeptisch. Die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken bringen kaum noch was für die Unternehmen. Die Unternehmensgewinne werden belastet, da die Firmen ihre Arbeitskräfte teuer „parken" werden. Sollte sich die Bundesregierung zu Konjunkturmaßnahmen durchringen werden diese zu spät kommen und – da planlos – nur Strohfeuer entfachen.

Warnsignale aus den USA

Obendrein verstärken sich die konjunkturellen Warnsignale aus den USA. Die Zinsstruktur ist dort seit Mai invers. Das heißt: Die Verzinsung von Staatspapieren mit drei Monaten Laufzeit ist höher als jene mit zehn Jahren Zinsbindung. Ein ziemlich zuverlässiger Indikator ... Auch in USA liegt die Rezessionswahrscheinlichkeit mittlerweile bei 30%.

Die Hoffnung, dass Donald Trump seine handelspolitischen Spielchen lässt, ist naiv. Denn hinter dem vordergründigen Handelsstreit schwelt die Auseinandersetzung der beiden Großmächte USA und China um die Führungsrolle in der Welt. Das heißt: Hier spielt Trump kein einsames Spiel, auch wenn es oft so dargestellt wird. Zudem wird er das Süppchen bis zu den Präsidentschaftswahlen im November 2020 kochen wollen. Dass er das Ruder noch rechtzeitig herumreißt, weil eine Rezession seine Wahlaussichten erschwert, ist nicht Trumps „Denke". Er wird vielmehr andere Schuldige suchen.

Strukturelle Umbrüche mischen sich mit konjunkturellen Faktoren

Noch ein Punkt: Diese Rezession ist kein rein konjunkturelles Phänomen. Aktuell spielen auch die Strukturbrüche in der Wirtschaft (Digitalisierung, Energiewende) hinein. Unternehmer müssen sich also überlegen, wie lange sie eine Stagnationsphase ohne Entlassungen aushalten können und wollen. Die exportorientierte deutsche Industrie hat bereits auf den Einbruch der Weltkonjunktur reagiert.

Im Juli ist erstmals seit 13 Jahren die Arbeitslosigkeit leicht angestiegen. Die schwachen Arbeitsmarktzahlen werden im zweiten Halbjahr auch die Binnenkonjunktur drücken, weil der Konsum abflauen wird. Hoffnungsschimmer: Der Arbeitsmarkt reagiert nicht mehr so stark auf einen konjunkturellen Rückgang wie früher. Ein Rückgang des BIP um 1% führte früher zu 0,4% weniger Beschäftigung, heute sind es nur noch 0,2%.

Fazit:

Aus der technischen Rezession kann schnell eine längere Stagnation werden. Wappnen Sie sich dafür.

 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Bodenbildung abgeschlossen

Sojabohnen gefragt

Soybean in hands with soy field in background. © sima / stock.adobe.com
Ein Wetterphänomen, das früher als erwartet auftritt, katapultiert die Soja-Preise nach oben. Die Anbauprognosen sind eindeutig - und wer sie lesen kann, hat eine Handelsidee.
  • Fuchs plus
  • Wochentendenzen vom 7.1.22

Fed bewegt die Märkte

Dollar-Scheine. © 3alexd / Getty Images / iStock
Die US-Notenbank hat die Devisenmärkte mit ihrem Sitzungsprotokoll aufgeschreckt. Nun sind einige Währungen in Bewegung geraten.
  • Fuchs plus
  • Günstige Selfmade-Möbel in Studierenden-WGs

Paletten bei eBay Kleinanzeigen einsammeln

Übereinandergestapelte Europaletten. © PhotoSG / stock.adobe.com
Wegen der Lieferengpässe und der gestiegenen Holzpreise haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, an Holzpaletten zu gelangen. Eine Möglichkeit für Kleinunternehmen, um immerhin die größten Engpässe abzufedern, kann eBay-Kleinanzeigen sein.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Neue Förderung für Forschung und Entwicklung

Nehmen Sie die Forschungsförderung mit

Unternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben, sollten an die Forschungsförderung denken. Seit letztem Jahr können alle forschenden Unternehmen - vom Einzelunternehmer bis zum Großunternehmen - eine Forschungsförderung beantragen, mit der ein Viertel der Personalkosten in F und E zurückerstattet werden.
  • Irreführende Werbung

Nicht immer dürften Online-Shops mit Sternen werden

Online-Shops werben gern mit Qualitäts-Sternen für ihre Produkte. Aber dürfen sie das auch, wenn es noch gar keine Kundenbewertungen gegeben hat? Diese Frage musste das Landgericht Berlin klären.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Metaverse-Profiteure

Pioniere des Metaverse-Aufbaus

Das Internet startet in die dritte Generation. Das Web 3.0 wird eine komplexe virtuelle Welt mit völlig neuen Anwendungen und Möglichkeiten werden. Das bringt auch Anlegern neue Chancen. Doch welche Unternehmen profitieren von der Entwicklung und den Möglichkeiten des Metaverse?
Zum Seitenanfang