Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
9279
Konjunktur – Rezession in Deutschland

Rezession in Sicht

Die schwache Exportkonjunktur drückt sich langsam auf den Arbeitsmarkt durch. Das wird auch die Binnenkonjunktur schwächen und im zweiten Halbjahr wohl zur Rezession führen. Doch was kommt dann?

Die – technische – Rezession für Deutschland ist nicht mehr abzuwenden. Nach dem Mini-Minus im 2. Quartal wird ein etwas deutlicheres im 3. Quartal folgen. Wir hatten Sie schon vor beinahe einem Jahr auf die Rezessionsgefahr hingewiesen, als noch niemand davon reden wollte.

Entscheidend wird nun sein, ob es danach eine Erholung gibt. Und wie stark die ausfällt. Wir sind auch da skeptisch. Die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken bringen kaum noch was für die Unternehmen. Die Unternehmensgewinne werden belastet, da die Firmen ihre Arbeitskräfte teuer „parken" werden. Sollte sich die Bundesregierung zu Konjunkturmaßnahmen durchringen werden diese zu spät kommen und – da planlos – nur Strohfeuer entfachen.

Warnsignale aus den USA

Obendrein verstärken sich die konjunkturellen Warnsignale aus den USA. Die Zinsstruktur ist dort seit Mai invers. Das heißt: Die Verzinsung von Staatspapieren mit drei Monaten Laufzeit ist höher als jene mit zehn Jahren Zinsbindung. Ein ziemlich zuverlässiger Indikator ... Auch in USA liegt die Rezessionswahrscheinlichkeit mittlerweile bei 30%.

Die Hoffnung, dass Donald Trump seine handelspolitischen Spielchen lässt, ist naiv. Denn hinter dem vordergründigen Handelsstreit schwelt die Auseinandersetzung der beiden Großmächte USA und China um die Führungsrolle in der Welt. Das heißt: Hier spielt Trump kein einsames Spiel, auch wenn es oft so dargestellt wird. Zudem wird er das Süppchen bis zu den Präsidentschaftswahlen im November 2020 kochen wollen. Dass er das Ruder noch rechtzeitig herumreißt, weil eine Rezession seine Wahlaussichten erschwert, ist nicht Trumps „Denke". Er wird vielmehr andere Schuldige suchen.

Strukturelle Umbrüche mischen sich mit konjunkturellen Faktoren

Noch ein Punkt: Diese Rezession ist kein rein konjunkturelles Phänomen. Aktuell spielen auch die Strukturbrüche in der Wirtschaft (Digitalisierung, Energiewende) hinein. Unternehmer müssen sich also überlegen, wie lange sie eine Stagnationsphase ohne Entlassungen aushalten können und wollen. Die exportorientierte deutsche Industrie hat bereits auf den Einbruch der Weltkonjunktur reagiert.

Im Juli ist erstmals seit 13 Jahren die Arbeitslosigkeit leicht angestiegen. Die schwachen Arbeitsmarktzahlen werden im zweiten Halbjahr auch die Binnenkonjunktur drücken, weil der Konsum abflauen wird. Hoffnungsschimmer: Der Arbeitsmarkt reagiert nicht mehr so stark auf einen konjunkturellen Rückgang wie früher. Ein Rückgang des BIP um 1% führte früher zu 0,4% weniger Beschäftigung, heute sind es nur noch 0,2%.

Fazit:

Aus der technischen Rezession kann schnell eine längere Stagnation werden. Wappnen Sie sich dafür.

 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Euro profitiert von Wirtschaftsstruktur in der Eurozone

Im steilen Teil der Lernkurve

Die Eurozone liefert miserabe Daten. Der Euro hält sich trotzdem gut. Dafür gibt es Gründe.
  • Fuchs plus
  • Es ist nicht alles rabenschwarz

Da geht noch was

Einen Wirtschaftseinbruch von bis zu 20,6 Prozentpunkte. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich massiv verschlechtert. Der vorläufige ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 87,7 Punkte eingebrochen – der stärkste Rückgang seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009. Dennoch gibt es immer wieder Gründe, den Kopf nicht hängen zu lassen.
  • Fuchs plus
  • Auf Jahre hinweg Einwohnerwachstum

Erfurt mit ordentlichen Renditen

Erfurt als attraktiver Immobilienstandort Bildquelle: Pixabay
Erfurt hat sich in den jüngsten Jahren wirtschaftlich gut entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ist gering. Elektronikindustrie, Logistik und Dienstleister bieten inzwischen viele gut bezahlte Arbeitsplätze. Die Stadt wächst. Dennoch sind die Immobilien-Preise noch im Rahmen. Die Renditen liegen über jenen der großen Städte.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Shutdown für die Wirtschaft

Merkel ohne brauchbaren Plan

Die Bundesregierung hat keine brauchbare Strategie in der Corona-Krise. Copyright: Picture Alliance
Die neue Strategie der Bundesregierung leidet an einem fatalen Zielkonflikt: Weil die Ansteckungsrate maximal gesenkt werden soll, muss sie die Kontaktsperren für lange Zeit aufrecht erhalten. Das verurteilt die Wirtschaft zu einem langen Siechtum. Länder wie Niederlande und Schweden zeigen, dass diese Strategie nicht alternativlos ist.
  • Fuchs plus
  • Vermögensstrategie für das zweite Quartal 2020

Japan-Modus 2.0

Mit Fuchs-Kapital einen Weg aus der Krise finden. Copyright: Pixabay
An den Börsen ging es im März turbulent zu. Die Aktien stürzten tief in den Keller, klettern inzwischen aber langsam wieder die Treppe hinauf. Anleger, die empfehlungsgemäß den Mut hatten, bei DAX-Kursen um 8.500 Punkte einzusteigen, liegen deutlich im Plus. Für das zweite Quartal gilt es nun, die Strategie zu justieren und taktische Anpassungen vorzunehmen.
  • Fuchs plus
  • Fuchs-Depot: Berliner Effekten aufstocken

Nasdaq-Short mit gutem Gewinn verkauft

Die Bärenmarkt-Rally hat etwas Schwung verloren. Wir glauben aber, dass sie noch ein Stück weiterlaufen wird. Darum halten wir an unseren beiden Verkaufsorders fest. Unsere Short-Spekulation haben wir mit Gewinn beendet und einen unserer Depot-Werte wollen wir aufstocken.
Zum Seitenanfang