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Betriebliche Ausbildung in der Krise

Unternehmen haben Lehrlings-Notstand

Zwei junge Mechaniker betrachten den Motor eines Autos. © Kzenon / stock.adobe.com
Die Hälfte aller Betriebe in Deutschland schafft es in diesem Jahr nicht, ihre freien Ausbildungsplätze zu besetzen. Betriebe aus dem Handel, Gastronomie und Handwerk resignieren angesichts dieser Entwicklung und ziehen sich aus der dualen Ausbildung zurück.

Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen ziehen sich aus der dualen Ausbildung zurück. Fast jeder fünfte Betrieb in Deutschland will 2024 keine neuen Azubi-Plätze mehr anbieten. Das geht aus einer Personalleiter-Umfrage hervor, die das Münchner ifo-Institut in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Randstad durchgeführt hat. 

Vor allem der Handel will im nächsten Jahr aus der Nachwuchsförderung aussteigen: 35% der Betriebe verzichtet auf neue Lehrlinge. Schon in diesem Jahr bleibt jede zweite Ausbildungsstelle frei, so Zahlen der Industrie- und Handelskammern auf Basis von Angaben aus 12.000 Betrieben. Der Frust in den Unternehmen ist deshalb riesig.

Viele Firmen bekommen gar keine Bewerbungen mehr

Angebot und Nachfrage passen am Ausbildungsmarkt nicht mehr zusammen. Bei mehr als 30.000 Betrieben kam noch nicht einmal eine Bewerbung an. Vor einer „Katastrophe“ für die Betriebe - und letztlich den Standort D - warnt deshalb Friedrich Hubert Esser, Präsident des Berufsinstituts für Berufsbildung (BIBB). 

Die Ausbildungskrise ist sogar längt bei den großen Mittelständlern angekommen. Hanno Gieseke, Ausbildungsleiter Deutschland Continental, resümiert gegenüber FUCHSBRIEFE: „Unser Problem in der Industrie ist es, überhaupt noch eine ausreichende Zahl von Jugendlichen zu motivieren, sich bei uns zu bewerben.“  Von Jahr zu Jahr werde es schwieriger, die 550 Ausbildungsplätze zu besetzen. 

Unternehmen schrauben Ansprüche herunter 

Darum fahren viele Unternehmen ihre Ansprüche an Bewerber massiv herunter. Continental verzichtet schon längst auf eine Reihe formaler Voraussetzungen. Das Bewerbungsanschreiben ist optional, statt auf Noten setzt Conti auf einen eigenen Eignungstest. Der Test soll vor allem die - leider ebenfalls immer größeren Bildungsdefizite - der Bewerber offenlegen. Conti versucht dann intern, diese Defizite schnell zu beheben. Parallel dazu forciert Conti Kooperationen mit Berufsschulen und bietet verstärkt Praktika an. 

Fazit: Angebot und Nachfrage passen im deutschen Ausbildungssystem nicht mehr zusammen. Die Diskrepanz dürfte noch größer werden. Unternehmen sollten ihre Ansprüche auch nicht zu weit herunter fahren. Wer zu wenig fordert, ist für gute Bewerber auch nicht attraktiv. Unternehmen müssen neue Wege bei der Gewinnung von Azubis gehen. Sie müssen strategisch aber auch planen, mit einer geringeren Personalstärke zurecht zu kommen.
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