Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
824
Eingeschränkter Bestandsschutz

Alles neu auf der Fondsebene

Noch gibt es sie: die Abgeltungsteuer, doch ihre Zukunft ist ungewiss. © picture alliance/chromorange
Die Reform der Investmentbesteuerung belastet ab 2018 Fonds und Anleger.
Die Reform der Investmentbesteuerung belastet ab 2018 Fonds und Anleger. Die Branche behauptet zwar, dass es keine zusätzlichen Belastungen für Anleger gibt. Aber das bezweifeln wir. Denn der Aufwand für die Fonds wird steigen. Und damit sicher auch deren Kosten für die Anleger. Direkt belastet werden Sie als Anleger durch den Wegfall der Steuerfreiheit für Altfonds. Die Steuerfreiheit für Kursgewinne bei Verkauf ein Jahr nach Anschaffung galt für Investmentanteile, die vor 2009 gekauft worden waren. Diese endet praktisch 2017. Ihre Bank führt einen fiktiven Verkauf Ihrer Anteile zum Jahresschlusskurs durch und ermittelt die daraus resultierenden Kursgewinne. Diese bleiben bei einem Verkauf steuerfrei – bis es sich der Gesetzgeber anders überlegt. Kursverluste bis zu 1.000 Euro – wenn es sie denn gibt – dürfen wohl mit Kursgewinnen aus solchen Altanteilen verrechnet werden. Bei fondsbasierten Riester- und Rürup-Produkten bleibt die Steuerfreiheit dagegen erhalten.

Freibetrag von 100.000 Euro

Beim Verkauf der Altanteile zu einem späteren Zeitpunkt bleiben zusätzliche Kursgewinne nicht steuerfrei. Es gibt aber einen Freibetrag pro Person von 100.000 Euro. Wer also solche Anteile besitzt, sollte sein Depot ggf. mit Ehefrau, Kindern usw. teilen. Ungeklärt ist noch, ob diese Freibeträge im Erbfall mit übertragen werden können. Neu eingeführt wird eine Vorabpauschale. Bei allen Fonds wird am Jahresende ein Basisertrag berechnet, der in etwa auf Sparbuchniveau liegt. Abzüglich der vorgenommenen Ausschüttungen gilt er im folgenden Januar als fiktiv zugeflossen und muss versteuert werden. Bei thesaurierenden Fonds kann die Vorabpauschale dazu führen, dass eine Belastung des Kundenkontos stattfindet. Sie müssen deshalb vorher für ausreichende Liquidität sorgen, um Verzugszinsen zu vermeiden.

Direktversteuerung bei den Fonds

Ganz anders greift der Fiskus bei den Fonds zu. Heimische Investmentfonds müssen auf inländische Dividenden und Immobilienerträge direkt 15% Körperschaftssteuer zahlen. Bei Aktienfonds werden aber 30% der Erträge aus Kursgewinnen von der  Abgeltungsteuer verschont, bei Mischfonds mit einer Mindestaktienquote von einem Viertel 15% und bei Immobilienfonds 60% oder sogar 80%, wenn die Objekte überwiegend im Ausland beheimatet sind. Nötig wurde die Reform, um in- und ausländische Fonds steuerlich gleich zu stellen. Nebenbei werden so auch Fonds, die Gewinne ausschütten und solche, die sie thesaurieren, weitgehend steuerlich gleichgestellt. Die Depotbanken übernehmen damit die bisher aufwändige steuerliche Bearbeitung ausländischer Investmentfonds und stellen entsprechende Bescheinigungen aus.

Fazit: Zunächst hält sich die Belastung in Grenzen. Wenn aber die Abgeltungsteuer durch die Einkommensteuer ersetzt wird, sieht das anders aus.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Baden-Württembergische Bank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

BW-Bank: Beim Anlagevorschlag eher eckig als rund

Zwar überzeugt die BW Bank beim Beratungsgespräch und der Transparenz, jedoch zeigt sie Schwächen bei unseren anderen Wertungskriterien.
Das Runde muss ins Eckige, heißt es im Fußball. Die BW-Bank sollte unsere Auswertung zum Anlagevorschlag sportlich nehmen. Er ist jedenfalls noch nicht rund und gewiss kein Volltreffer.
  • Fuchs plus
  • Geldpolitik unter Einbeziehung der Vermögenspreise

Die Fed hat einen neuen Feldversuch laufen

Fed-Chef Jerome Powell Copyright: Picture Alliance
Fed-Chef Jerome Powell überraschte die Märkte am Mittwoch mit einem Zinsausblick, der auf weniger Zinsschritte der US-Notenbank hindeutet. Doch die entscheidende Botschaft seiner Rede war eine andere.
  • Produktcheck: Sigavest Vermögensverwaltungsfonds UI

Stabilitäts-Titel für das Portfolio

Wir vom Verlag Fuchsbriefe raten bereits seit einiger Zeit dazu, sich auf den Börsenumschwung vorzubereiten. Es geht darum, Risiko aus dem Portfolio zu nehmen. Stabilität bringende Titel sind da ein Mittel. Der Sigavest Vermögensverwaltungsfonds verspricht genau das.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Neues Home-Office-Urteil verpflichtet Berufsgenossenschaft

Nächtlicher Sturz auf der Kellertreppe kann ein Arbeitsunfall sein

Home-Office ist ein kritischer Bereich, wenn es um die Anerkennung von Arbeitsunfällen geht. Grundsätzlich sind Arbeitnehmer zwar versichert, wenn sie zu Hause arbeiten. Aber wie ist das, wenn ein Versicherungsmakler mitten in der Nacht ein Update auf dem Firmenserver macht und dabei auf der Kellertreppe stürzt?
  • Fuchs plus
  • Viele Arbeitnehmer übersehen die Gefahren für den eigenen Arbeitsplatz durch den digitalen Wandel

Risiko Digitalisierung unterschätzt

Die Umstellungen durch die Digitalisierung sind noch lange nicht abgeschlossen. Auch wenn Google, Amazon und Facebook, etc. das alltägliche Leben schon sehr stark verändert haben, sind noch kommende Einflüsse auf dem Arbeitsmarkt nicht restlos absehbar. Wo, wie und mit welchen Qualifikationen zukünftig gearbeitet werden muss gibt viele Rätsel auf. Nicht wenige unterschätzen die Auswirkungen gerade im Hinblick auf ihren eigenen Arbeitsplatz radikal, wie eine Untersuchung zeigt.
  • Fuchs plus
  • Produktion – Exoskelette für gesündere Mitarbeiter

Exoskelette entlasten Mitarbeiter

Nicht alle den Körper stark beanspruchenden Arbeiten können von Robotern erledigt werden. Um Mitarbeiter körperlich zu entlasten, helfen Exoskelette. Diese unterstützen die Bewegung des Körpers, leiten Kräfte ab und helfen so, Krankheiten zu vermeiden...
Zum Seitenanfang