Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2602
Eingeschränkter Bestandsschutz

Alles neu auf der Fondsebene

Die Reform der Investmentbesteuerung belastet ab 2018 Fonds und Anleger.
Die Reform der Investmentbesteuerung belastet ab 2018 Fonds und Anleger. Die Branche behauptet zwar, dass es keine zusätzlichen Belastungen für Anleger gibt. Aber das bezweifeln wir. Denn der Aufwand für die Fonds wird steigen. Und damit sicher auch deren Kosten für die Anleger. Direkt belastet werden Sie als Anleger durch den Wegfall der Steuerfreiheit für Altfonds. Die Steuerfreiheit für Kursgewinne bei Verkauf ein Jahr nach Anschaffung galt für Investmentanteile, die vor 2009 gekauft worden waren. Diese endet praktisch 2017. Ihre Bank führt einen fiktiven Verkauf Ihrer Anteile zum Jahresschlusskurs durch und ermittelt die daraus resultierenden Kursgewinne. Diese bleiben bei einem Verkauf steuerfrei – bis es sich der Gesetzgeber anders überlegt. Kursverluste bis zu 1.000 Euro – wenn es sie denn gibt – dürfen wohl mit Kursgewinnen aus solchen Altanteilen verrechnet werden. Bei fondsbasierten Riester- und Rürup-Produkten bleibt die Steuerfreiheit dagegen erhalten.

Freibetrag von 100.000 Euro

Beim Verkauf der Altanteile zu einem späteren Zeitpunkt bleiben zusätzliche Kursgewinne nicht steuerfrei. Es gibt aber einen Freibetrag pro Person von 100.000 Euro. Wer also solche Anteile besitzt, sollte sein Depot ggf. mit Ehefrau, Kindern usw. teilen. Ungeklärt ist noch, ob diese Freibeträge im Erbfall mit übertragen werden können. Neu eingeführt wird eine Vorabpauschale. Bei allen Fonds wird am Jahresende ein Basisertrag berechnet, der in etwa auf Sparbuchniveau liegt. Abzüglich der vorgenommenen Ausschüttungen gilt er im folgenden Januar als fiktiv zugeflossen und muss versteuert werden. Bei thesaurierenden Fonds kann die Vorabpauschale dazu führen, dass eine Belastung des Kundenkontos stattfindet. Sie müssen deshalb vorher für ausreichende Liquidität sorgen, um Verzugszinsen zu vermeiden.

Direktversteuerung bei den Fonds

Ganz anders greift der Fiskus bei den Fonds zu. Heimische Investmentfonds müssen auf inländische Dividenden und Immobilienerträge direkt 15% Körperschaftssteuer zahlen. Bei Aktienfonds werden aber 30% der Erträge aus Kursgewinnen von der  Abgeltungsteuer verschont, bei Mischfonds mit einer Mindestaktienquote von einem Viertel 15% und bei Immobilienfonds 60% oder sogar 80%, wenn die Objekte überwiegend im Ausland beheimatet sind. Nötig wurde die Reform, um in- und ausländische Fonds steuerlich gleich zu stellen. Nebenbei werden so auch Fonds, die Gewinne ausschütten und solche, die sie thesaurieren, weitgehend steuerlich gleichgestellt. Die Depotbanken übernehmen damit die bisher aufwändige steuerliche Bearbeitung ausländischer Investmentfonds und stellen entsprechende Bescheinigungen aus.

Fazit: Zunächst hält sich die Belastung in Grenzen. Wenn aber die Abgeltungsteuer durch die Einkommensteuer ersetzt wird, sieht das anders aus.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Inflationsprognose der Fed

Inflation: Es sind die Löhne, Dummkopf

303.000 neue Jobs sind im März außerhalb der Landwirtschaft entstanden. 200.000 waren vom Markt erwartet worden. Zudem hat der Konsumentenpreisindex im März um 3,5% auf Jahresbasis zugelegt. Bei der Fed gehen deshalb die Warnsignale an. Die Fed Cleveland hat aufgedeckt, warum das so ist.
  • Fuchs plus
  • Europa schwächelt, China holt Schwung

Trendwende für den Yuan voraus

Das große Bild für den Wechselkurs von Euro und Yuan verändert sich. Die fundamentalen und geldpolitischen Faktoren in der Eurozone und in China deuten auf eine Trendwende bei EUR|CNY hin. Anleger und Unternehmer sollten das antizipieren.
  • Fuchs plus
  • Kasachstan bietet Anlegern Chancen

Kasachstan: Grüner Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie

Der laufende Rohstoff-Boom beschert Kasachstan sprudelnde Exporteinnahmen. Insbesondere Energieträger wie Uran, Öl und Destillate geben auch der Währung Schwung. Die Wirtschaft wächst mit mehr als 5% und der Realzins liegt bei über 5,5%. Wie können Anleger von den Chancen des Landes profitieren?
Zum Seitenanfang