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Immobilienmarkt unter Druck

Immobilienpreise sinken vorübergehend

Immobilien-Investments. © Gerhard Seybert / Fotolia
Der deutsche Immobilienmarkt ist in der Wende. Nach 18 Jahren mit stetig steigenden Preisen hat der Zinsanstieg im vorigen Jahr den Markt abgewürgt. Trotz hoher Preise, die den Mieteinnahmen enteilt sind, werden die Preisrückgänge wohl nicht lange anhalten und die Preise nicht sehr tief fallen.
Die Preise am Immobilienmarkt sinken weiter, allerdings langsamer. Das ist auf eine Verschiebung bei Angebot und Nachfrage zurückzuführen. Auf den einschlägigen Immobilienportalen zieht die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen derzeit kräftig an. Das Angebot bleibt demgegenüber konstant. Das zeigt der BIGNITE Immo-Index an, den FUCHSBRIEFE exklusiv nutzen. Bei der Nachfrage gibt es derzeit keine Unterschiede zwischen dem städtischen und ländlichen Raum.

BIGNITE Immo-Index hellt sich leicht auf

Die Nachfrage ist in einigen Segmenten besonders hoch. Das geht aus der KI-Auswertung der Suchanfragen bei Immobilienportalen hervor, die von BIGNITE für FUCHS erstellt wurde. Demnach zieht vor allem die Suche nach Luxusimmobilien überproportional stark an. Gesucht werden derzeit Villen, Penthäuser, aber auch Landhäuser und Feriendomizile.

Finanzierungen sind ein Problem

Das Hauptproblem am Immobilienmarkt sind aktuell die Finanzierungen. Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (Difi) des ZEW erreichte mit -67,7 Punkte den tiefsten Punkt seit der ersten Erhebung 2011. Auch der Finanzierungsindex BF.Quartalsbarometer des Immobilienberaters Bulwiengesa zeigte im Q4 2022 neue Tiefstwerte an. Die Baufinanzierungen gingen real erneut mit Rekordtempo zurück. Das Finanzierungsvolumen lag im Dezember um 43% unter dem Vorjahresmonat. Das ist der vierte Negativ-Rekord in Folge, so Barkow Consulting.

Die Niedrigzinsen, der Motor des deutschen Immobilienmarktes, ist abgewürgt. Der Preisanstieg dauerte insgesamt 17 Jahre – eine Rekordzeit für den deutschen Immobilienmarkt. Im Jahr 2022 hat sich die Entwicklung radikal gedreht. Der Umsatz mit Immobilien lag 2022 um 17% unter dem Vorjahr. Aber selbst diese Zahl ist positiv verzerrt. Denn 40% der Transaktionen wurden im ersten Quartal getätigt. In den folgenden Quartalen ist der Markt dann extrem zurückgegangen. Zahlen der Immobilienmarktplätze Immowelt und Immoscout 24 zeigen, dass seit Mitte 2022 die Preise zurückgehen. 

Nur leichte Preisrückgänge zu erwarten

Das Risiko bundesweiter großer Preisrückschläge ist in Deutschland aber dennoch gering. Weil die Kreditbedingungen in den vergangenen Jahren schon hochgezogen wurden (z.B. höheres Eigenkapital), sind Eigentümer nicht unter Verkaufsdruck. Die steigenden Zinsen zwingen derzeit nur wenige Eigentümer zum Verkauf. Eine bundesweite Verkaufswelle, die fallende Preise auf breiter Front auslösen könnte, ist daher nicht in Sicht.

Auch die in der Regel langen Zinsbindungen federn Marktschwankungen nach unten gut ab. Das steigende Zinsniveau könnte aber in fünf bis 8 Jahren zu einem Problem werden, wenn viele Umschuldungen anstehen und dann deutlich höhere Zinsen gezahlt werden müssen.  

Mieten werden stetig weiter steigen und nehmen Preisdruck vom Markt

Von Seiten der Mieten her wird der Immobilienmarkt ebenfalls stabilisiert. Die Nachfrage nach Immobilien (Mietwohnungen) ist so hoch, dass die Mieten nicht fallen werden. Der Wohnungsneubau geht außerdem stark zurück, weil er auch wegen hoher ökologischer Vorgaben viel zu teuer ist. Und auch die Politik hält ihre Ansage nicht ein, mindestens 400.000 Wohnungen pro Jahr neu zu bauen (SPD-Ziel). Eine steigende Miet-Nachfrage stößt darum auf ein stagnierendes Angebot. Die Mieten werden daher weiter steigen. Größere Preisrückgänge bei Immobilien gab es in Deutschland nur 1995 bis 98. Damals wurde in den ostdeutschen Städten zu viel gebaut.

Fazit: Am Immobilienmarkt wird die in den vergangenen Jahren aufgebaute Überbewertung wieder abgebaut. Die Preise dürften aber nur leicht sinken. Denn die Nachfrage ist weiter hoch, allerdings ist die Finanzierung derzeit das Problem. Der deutsche Immobilienmarkt wird sich im Trend stärker nach Regionen differenzieren mit sinkenden Preisen in Wegzugsregionen und stabilen oder leicht steigenden in Städten.
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