Preisboden bei Einzelhandelsimmobilien erreicht
Die Einzelhandelsmieten stabilisieren sich. Damit weicht nach einer langen Phase des Preisrückgangs allmählich die Abwärtsdynamik aus dem Markt. Denn der stationäre Einzelhandel wurde in den vergangenen Jahren von einer langen Krisenfolge getroffen. Seit dem Jahr 2005 hat der Online-Handel einen immer größeren Teil des Handels auf sich gezogen. Buchhändler, Haushaltswaren- und Elektrogeschäfte schlossen ebenso wie viele Kaufhäuser. Dann kam Corona mit den politischen Maßnahmen, die eine schwere Bürde für den Einzelhandel waren. Dann folgte der Ukraine-Krieg und die hohe Inflation.
Die Einzelhandelsmieten stagnierten bereits seit etwa 2017. Ab 2019 begannen sie zu sinken. An den Top 7-Standorten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart) gab es Mietrückgänge von knapp unter 10% in Düsseldorf bis fast 25% in Stuttgart. Kleinere Städte verbuchten noch größere Rückgänge gegenüber den Höchstmieten (Karlsruhe -30%, Essen -35%, Darmstadt -40%). Das zeigt eine Studie der DZ-Bank.
Mietstabilisierung ab 2023
Im Jahr 2023 blieben die Einzelhandelsmieten in den 7 A-Städten weitgehend stabil. Die Spitzenmieten liegen aktuell bei knapp unter 200 Euro/m2 in Stuttgart bis zu über 300 Euro/m2 in München. Die wieder anziehende Konjunktur, hohe Lohnsteigerungen und wiederkehrende Touristen werden auch den Einzelhandel wieder beleben. 2024 dürften die Handelsumsätze wieder wachsen. Ab 2025 könnten dann auch die Mieten erstmals seit einigen Jahren wieder steigen.
Besonders attraktiv sind Einzelhandelsimmobilien in bestimmten Segmenten. Dazu gehören z.B. Filialen von Gesundheitsanbietern (Hörakustiker, Sanitätshäuser, Optiker, Ärzte) oder Gaststätten. Übersättigt ist der Markt weiterhin von Modegeschäfte. Sie haben mit etwa einem Drittel weiterhin den größten Anteil an allen Geschäften in Innenstadtlagen.